4.000 Euro für einen ETF-Versicherungstarif

„Honorarvermittler zielen ausschließlich auf eigenen Profit“

Vor Etikettenschwindel warnt jetzt der Verbund Deutscher Honorarberater (VDH). Die „Honorarvermittlung“ sei weitgehend identisch mit dem Vertrieb von Vorsorgeprodukten auf Provisionsbasis. Sie ziele allein auf den höchstmöglichen Profit des Verkäufers ab, so VDH-Chef Dieter Rauch.
1456340866.1434522234.Dieter_Rauch_VDH-2
© VDH
Dieter Rauch ist Chef des Honorarberater-Verbands VDH.

„Leider verbreitet sich mit der Honorarvermittlung ein Geschäftsmodell, das mit Honorarberatung nichts zu tun hat“, sagt Dieter Rauch, Chef des Honoraberater-Verbands VDH. Praktiziert werde dies vorzugsweise von Vermittlern, die „ihre Policen gegen gutes Honorar und üppige zusätzliche Vergütungsvereinbarungen verticken“, so Rauch weiter.

Diese „Pseudo-Honorarberater“ verkauften den Kunden günstige Honorartarife, schlössen dann aber teure Factoring- und/oder Kostenvereinbarungen mit ihren Kunden ab. Diese Verkäufer erzielten so extrem hohe Vergütungen für den Produktvertrieb. „Dies sind in der Spitze 8 Prozent der Beitragssumme, somit im Schnitt doppelt so viel wie beim Policen-Verkauf ausschließlich auf Provisionsbasis“, sagt Rauch.

4.000 Euro für ETFs im Versicherungsmantel

Rauch berichtet von Anfragen, die Kunden an den VDH stellen, und die die Folgen dieser Praxis zeigen: „Eine Anlegerin wollte wissen, ob eine Gebühr von 4.000 Euro für die Vermittlung eines ETF-Versicherungstarifs gerechtfertigt ist“, erinnert sich Rauch. Nach VDH-Erkenntnissen kein Einzelfall.

Der Verband fordert die Politik daher auf, eine Bezeichnungspflicht für Finanzvermittler und Finanzberater einzuführen. Ausschließlich Zeit und Know-how dürfen vergütet werden und nicht die erfolgsabhängige Vermittlung von Versicherungen und Finanzprodukten.

Honorarannahmeverbot für Vermittler von Finanzprodukten

Auch ein Verbot von Factoring und Kostenausgleichsvereinbarungen müsse her. Nur Honorar-Finanzanlageberater (Paragraf 34h) oder Honorar-Anlageberater (KwG) sollten darüber hinaus Honorare annehmen dürfen. „Wir brauchen kein Provisionsverbot, sondern ein Honorarannahmeverbot für Vermittler von Finanzprodukten“, fordert Rauch.

Mehr zum Thema

Warum du als Vermittler zu wenig Geld verdienst

Wenn dein Einkommen hinter deinen Möglichkeiten bleibt, liegt das oft nicht am Markt, nicht an…

Bei diesen Sportarten ist das Unfallrisiko am höchsten

Sport macht fit, aber manchmal landet man danach auch in der Notaufnahme. Für das Jahr…

Die Fußball-WM ist gestartet – jetzt zum Tippspiel anmelden!

Die Weltmeisterschaft 2026 ist eröffnet, die ersten Spiele sind vorbei. Sie haben sich noch nicht…

Teilen:
Nicht verpassen!

Pfefferminzia.pro

Eine Plattform, die liefert: aktuelle Informationen, praktische Services und einen einzigartigen Content-Creator für Ihre Kundenkommunikation. Alles, was Ihren Vertriebsalltag leichter macht. Mit nur einem Login.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert