Die Versicherungsgruppe die Bayerische hat auf ihrer Bilanzpressekonferenz am Montag im München Geschäftszahlen für das Jahr 2016 präsentiert. So legten die Brutto-Beitragseinnahmen der Gruppe bei den laufenden Beiträgen von 337,6 auf 343,9 Millionen Euro zu (plus 1,9 Prozent).
Davon entfielen 100,2 Millionen Euro auf die Neue Bayerische Beamten Lebensversicherung (Vorjahr: 90,1 Millionen Euro), 132,4 Millionen Euro (plus 5,1 Prozent) auf die Bayerische Beamten Versicherung einschließlich der Tochter Bayerische Finanzberatungs- und Vermittlungss GmbH sowie 111,3 Millionen auf die Konzernmutter Bayerische Beamten Lebensversicherung (BBV-Leben; Vorjahr: 121,1 Millionen Euro).
Bei den Einmalbeiträgen ging es um 11,4 Prozent auf 125,2 Millionen Euro runter. Insgesamt sind die Brutto-Beitragseinnahmen dadurch leicht auf 469,1 Millionen Euro gesunken (Vorjahr 478,9 Millionen Euro).
Mehr Mittel für die Zinszusatzreserve
Die BBV-Leben erhöhte ihren Rohgewinn – unter dem die Bayerische Jahresüberschuss, Direktgutschrift, Zuführung zur Rückstellung für Beitragsrückerstattung und den Aufwand für die Zinszusatzreserve zusammenfasst – auf 103,2 Millionen Euro (Vorjahr: 69,3 Millionen Euro). Das entspricht einem Plus von 49 Prozent. Dabei legte die Nachreservierung für die Zinszusatzreserve von 21,0 Millionen Euro auf 77,7 Millionen Euro zu. Die Zuführung zur RfB sank indes von 26,7 Millionen Euro im Jahr 2015 auf 4,3 Millionen Euro im vergangenen Jahr.
Dass die Konzernmutter so viel Geld in die Zinszusatzreserve investieren muss – für 2016 liegt der Wert bei 221 Millionen Euro, das sind 55,6 Prozent mehr als im Vorjahr –, liegt vor allem an ihrem hohen Bestand an konventionellem Geschäft. Die Neue Bayerische Leben dagegen ist erst 30 Jahre alt und der Bestand besteht zu etwa 50 Prozent aus dem Biometrie-Geschäft, weitere 30 Prozent sind fondsgebundene Versicherungen und rund 10 Prozent sind konventionelles Geschäft. Hier beläuft sich die Zinszusatzreserve für 2016 daher nur auf 4,8 Millionen Euro (Vorjahr: 2,8 Millionen Euro).
Höheres Eigenkapital
Das Eigenkapital der Gruppe erhöhte sich auf insgesamt 209 Millionen Euro (Vorjahr: 202 Millionen Euro) – dem höchsten Wert der Firmengeschichte. Die Solvabilitätsquote II der Konzernmutter Bayerische Beamten Lebensversicherung stieg auf 208 Prozent (2015: 182 Prozent), die Leben-Tochter Neue Bayerische Beamten Lebensversicherung erzielte 271 Prozent (bisher 237 Prozent) und die Komposit-Tochter Bayerische Beamten Versicherung 197 Prozent (179 Prozent).
Gemessen an der Beitragssumme, legte der Bereich betriebliche Altersvorsorge bei der Neuen Bayerischen Leben um knapp 44 Prozent auf 55,1 Millionen Euro zu. Das Riester-Neugeschäft wuchs um 210 Prozent auf 42,5 Millionen Euro. Die Zahl der neu abgeschlossenen Verträge der „Plusrente“, ein Altersvorsorgekonzept mit Cashback beim Online-Einkauf, stieg um 46 Prozent auf 4.700 Stück.
Die Komposit-Tochter Bayerische Beamten Versicherung verbuchte Bruttobeiträge in Höhe von 110 Millionen Euro (Vorjahr 104,8 Millionen Euro). Das Neugeschäft bei Sach-Haftpflicht-Unfall legte um 16 Prozent auf 8,4 Millionen Euro zu. Die Combined Ratio (brutto) betrug 93 Prozent (Vorjahr 96 Prozent).
Neue strategische Ausrichtung
„Unsere strategische Ausrichtung hat sich geändert: Wir gehen über den bisherigen Denkrahmen des konventionellen Geschäftsmodells eines Versicherers hinaus und verstehen uns vermehrt als ‚Kümmerer‘ für unsere Kunden“, sagt Vorstand Martin Gräfer. Es gehe also künftig nicht nur darum, Schäden zu bezahlen, sondern sie im Vorfeld wenn möglich zu verhindern. Der Versicherer sei quasi ein Risikomanager des Kunden.
Was Gräfer damit meint, erklärte er an dem neuen Konzept „Safe Home“ der Bayerischen. Der Kunde schließt in einem ersten Schritt die Meine-eine-Police ab, die Haftpflicht-, Hausrat- und Glasversicherung enthält. Hinzu kommt ein Service-Vertrag. Hierbei arbeitet der Versicherer mit Devolo zusammen, einem Anbieter von Smart-Home-Lösungen.
Vermittler bekommt auch Provision für den Service-Vertrag
Der Makler besucht seinen Kunden zuhause und ermittelt über eine App den Bedarf des Kunden vor Ort. Der Berater bestellt dann beispielsweise den Wasser- und Rauchmelder, Tür- und Fensterkontakt oder den Bewegungsmelder von Devolo bei der Bayerischen, die die Ware liefert und auch bei der Installation hilft. Der Vertrag läuft über drei Jahre, danach gehören die Geräte dem Kunden. Während dieser Zeit profitiert der Kunden von einem Rabatt von 10 Prozent auf die Versicherungsprämie.
Für den Vermittler lohnt es sich, weil er zum einen die Provision für die Meine-eine-Police bekommt, und die Provision für den Geräte-Nutzungsvertrag, die sonst nur Großhändler wie Saturn beim Verkauf der Rauchmelder & Co. bekommen.
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