Preis allein ist kein guter Indikator

Drohnenversicherung: Fünf Irrtümer beim Tarifvergleich

Gleiche Deckungssumme, mehr als doppelte Beiträge. Eine neue Auswertung des Fach- und Verbraucherportals Drohnen-Camp deckt große Preis- und Leistungsunterschiede bei Drohnenversicherungen auf. Und fünf Irrtümer von Verbrauchern, die sich hartnäckig halten.
Frau lässt Drohne steigen: Der Einsatz von Drohnen variiert sehr, der Versicherungsschutz ebenfalls.
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Frau lässt Drohne steigen: Der Einsatz von Drohnen variiert sehr, der Versicherungsschutz ebenfalls.

Bei Drohnenversicherungen mit identischer Deckungssumme können die Beiträge um mehr als 100 Prozent auseinanderliegen. Das zeigt eine aktuelle Auswertung des Fach- und Verbraucherportals Drohnen-Camp, das 24 Tarife von 7 Versicherern und Vermittlern mit insgesamt 41 Preisvarianten untersucht hat.

Das sind die Anbieter:

  • Alte Leipziger
  • Degenia
  • GVO
  • HDI
  • de
  • NV Versicherung
  • Zurich

Bei privaten Policen mit 5 Millionen Euro Deckung reicht der Jahresbeitrag demnach von 46 bis 95 Euro. Auch bei der Leistung zeigen sich deutliche Unterschiede: Flüge außerhalb der direkten Sichtweite (BVLOS) sind bei rund drei Vierteln der untersuchten Varianten nicht versichert, 17 von 41 Tarifen decken zudem nur eine einzige Drohne ab.

Bei landwirtschaftlichen Einsätzen wie Streu- oder Sprühflügen fehlt der Schutz bei rund 93 Prozent der Varianten. Auch international bestehen Lücken: Die USA und Kanada sind bei 36 von 41 Tarifen vom weltweiten Geltungsbereich ausgenommen.

>> Die Ergebnisse des Vergleichs gibt es hier.

Das Einsatzart ist oft nicht klar

„Eine hohe Deckungssumme oder ein günstiger Beitrag bedeuten noch nicht automatisch, dass ein Tarif für den eigenen Einsatz geeignet ist. Entscheidend ist, was ich mit meiner Drohne tatsächlich machen möchte und ob genau diese Nutzung abgesichert ist“, sagt Francis Markert, Mitgründer Drohnen-Camp.

Und weiter: „In unseren Schulungen erleben wir regelmäßig Teilnehmer, die bereits eine Versicherung abgeschlossen haben, aber nicht genau wissen, welche Risiken tatsächlich abgedeckt sind“, so Markert.

Drohnen werden vielfältig eingesetzt

Das liegt auch daran, dass Drohnen heutzutage so vielseitig eingesetzt werden wie nie: bei der Rehkitzrettung, durch Feuerwehren und Rettungskräfte, bei der Inspektion von Solaranlagen oder für Foto-, Video- und Social-Media-Projekte.

Mit den unterschiedlichen Einsatzmöglichkeiten verändern sich aber die Anforderungen an den Versicherungsschutz. Und viele Piloten vergleichen Preise und Deckungssummen, bevor sie geklärt haben, welche Absicherung sie für ihren konkreten Einsatz überhaupt benötigen.

Fünf Irrtümer zur Drohnenversicherung

Folgende fünf Irrtümer zur Drohnenversicherung halten sich laut Markert hartnäckig:

  1. Meine Privathaftpflicht reicht automatisch aus
  2. Mini-Drohnen brauchen keine Versicherung
  3. Jede Drohnenversicherung bietet denselben Schutz
  4. Social-Media-Aufnahmen gelten immer als private Nutzung
  5. Auslandsschutz ist grundsätzlich enthalten

Je nach Nutzungsart, Fluggebiet und Versicherungsbedingungen können sich die Anforderungen aber deutlich unterscheiden. Im Schadenfall können daraus Versicherungslücken oder Leistungsausschlüsse entstehen.

Beispiel Grenze zwischen privater und gewerblicher Nutzung: Bei einzelnen untersuchten Privatpolicen ist eine nebenberufliche oder gewerbliche Tätigkeit beispielsweise nur bis zu einem Jahresumsatz von 20.000 Euro eingeschlossen. Wird diese Grenze überschritten, ist ein entsprechender Gewerbetarif erforderlich.

Neuer Rechner soll Durchblick bringen

Als Reaktion auf die Unübersichtlichkeit hat Drohnen-Camp seine Informationsseite zur Drohnenversicherung um einen neuen Spezialrechner erweitert. Dieser setzt vor dem eigentlichen Tarifvergleich an: Nutzer grenzen zunächst ihren Einsatzzweck ein – etwa privat, gewerblich, im Ausland oder für Spezialanwendungen wie Rehkitzrettung – und erfahren erst danach, welche passenden Tarife infrage kommen.

„Die wichtigste Frage lautet nicht: Welche Versicherung ist die günstigste“, erklärt Markert. „Die wichtigste Frage lautet: Welche Versicherung brauche ich überhaupt?“

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Autorin

Karen

Schmidt

Karen Schmidt ist seit Gründung von Pfefferminzia im Jahr 2013 Chefredakteurin des Mediums.

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