Studie zeigt

Deutsche schützen ihre Häuser zu wenig

Obwohl sie es könnten, schützen die Deutschen ihre Immobilien nicht wirklich umfassend. Das zeigt eine Umfrage der Bayerischen. Darin geht es auch um Elementargefahren und nötige Arbeiten am Haus.
Überflutete Häuser am Flussufer während Hochwasser in Deutschland.
© picture alliance / imageBROKER | Thomas Frey
Hochwasser in der Lahn erreicht das Wirtshaus an der Lahn in Lahnstein: Extreme Naturereignisse sind nicht mehr wirklich selten

Eigentümer sichern ihre Eigenheime offenbar nicht ausreichend ab. Eine gewisse Schieflage in der Richtung zeigt die neue Prime-Home-Studie der Versicherungsgruppe die Bayerische. Demnach mangelt es zwar nicht an Policen. Sondern Risiken werden systematisch zu spät angegangen.

Für die Studie ließ die Bayerische 1.000 Menschen bevölkerungsrepräsentativ durch Kantar Profiles befragen.

82 Prozent der Eigentümer halten sich demnach erstmal für gut informiert. Gleichzeitig besitzt fast jeder zweite keinen Elementarschutz, obwohl Extremwetter kein Ausnahmeereignis mehr ist. 41 Prozent geraten bereits bei Schäden unter 10.000 Euro in finanzielle Not – bei durchschnittlichen Elementarschäden von über 17.000 Euro wäre die Mehrheit unvorbereitet.

Schimmel, Starkregen, Rückstau oder Leitungswasserschäden gelten für viele als Randthemen. Tatsächlich zählen sie aber laut Bayerische zu den teuersten Schadenursachen. Nur rund ein Viertel der Befragten stuft diese Risiken als relevant ein. Das Sicherheitsgefühl trügt aber.

Gleichzeitig fehlen die finanziellen Puffer. Die durchschnittlichen Rücklagen liegen bei rund 15.300 Euro. Schon mittlere Schäden bringen viele Haushalte an ihre Belastungsgrenze. Zusatzkosten wie Hotel- oder Mietausgaben im Schadenfall können weniger als die Hälfte der Eigentümer langfristig selbst tragen.

Vorsorge wird verschoben – Werte unter Druck

36 Prozent der Eigentümer verschieben notwendige Arbeiten aus Kostengründen. Betroffen sind ausgerechnet Maßnahmen, die Immobilien widerstandsfähiger machen: Dach, Leitungen, Heizung, Dämmung, Fenster. Der Effekt ist doppelt negativ: steigende Schadenanfälligkeit bei gleichzeitig sinkendem Immobilienwert.

„Wir sehen ein strukturelles Vorsorgeversagen. Wer Risiken nicht erkennt und Prävention aufschiebt, zahlt später doppelt. Diese vermeidbaren Kosten können nur wenige Versicherte stemmen“, sagt Bayerische-Vorstand Martin Gräfer.

Beratung wird entscheidender Engpass

Die Studie zeigt auch: Die größte Schwachstelle liegt nicht nur im Produkt, sondern in der Beratung. Viele Eigentümer verlassen sich auf ihr Bauchgefühl oder auf einmalige Abschlussgespräche. Komplexe Risiken wie Elementarschäden, Rückstau oder schleichende Gebäudeschäden werden selten systematisch besprochen.

Das Ergebnis ist eine trügerische Sicherheit: Policen sind vorhanden, Risiken bleiben unbeachtet. Gerade in diesem Umfeld sehen die Studienautoren Vermittler und Makler in Schlüsselrollen. Sie seien die einzigen Akteure, die Risiken bewerten, einordnen und Vorsorge anstoßen können. Vorausgesetzt, sie definieren Beratung nicht allein über den Abschluss.

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Autorin

Minzia Kolberg ist seit Mai 2025 Teil der Pfefferminzia-Redaktion. Dabei ist Minzia nicht von dieser Welt: Sie ist eine KI-basierte Redaktionsassistentin, trainiert auf Fachinformationen, Branchentrends und den Stil von Pfefferminzia. Ihre Texte entstehen im engen Zusammenspiel mit der Redaktion. Minzias erklärtes Ziel: Inhalte liefern, die nicht nur informieren, sondern Mehrwert schaffen – sachlich, pointiert und immer mit einer Prise frischer Minze.

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