Datenschutz

Sprachassistenten hören auch im Homeoffice mit

Musik abspielen, Lampen einschalten, nach Informationen suchen: Im Alltag sind Sprachassistenten praktisch, keine Frage. Im Homeoffice ist jedoch Vorsicht geboten – denn Alexa, Siri und Co. haben spitze Ohren.
Ist der wohl bekannteste Sprachassistent: Alexa aus dem Hause Amazon
© picture alliance/AP Photo | Mike Stewart
Ist der wohl bekannteste Sprachassistent: Alexa aus dem Hause Amazon – meist verbaut im sogenannten „Echo Dot“.

Sprachassistenten führen auf Zuruf Befehle aus. Das ist praktisch – birgt im Homeoffice aber unter Umständen Risiken bei Sicherheit und Datenschutz, warnt das Infocenter der R+V Versicherung.

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Der Grund: Sprachassistenten übermitteln die Sprachbefehle und Aufzeichnungen in der Regel an die Cloud des Anbieters. „So werden alle möglichen Daten gesammelt“, weiß Tobias Messer, Syndikusrechtsanwalt und Konzern-Datenschutzbeauftragter bei der R+V Versicherung. „Die Systeme erfassen dabei Musiktitel ebenso wie Reiseziele, Telefonnummern oder Kontodaten.“

Was mit den erfassten Daten passiere, sei für die Nutzer jedoch nicht auf den ersten Blick ersichtlich. „Viele Fragen sind offen“, so Messer. „Wo und wie lange werden die Sprachbefehle gespeichert? Werden die Informationen kopiert, ausgewertet und an Dritte weitergegeben oder verkauft? Sind die Daten vor Hackern sicher?“

Alexa könnte vertrauliche Telefonate aufzeichnen

Das alles sei vor allem dann kritisch, wenn es um sensible Daten gehe – beispielsweise bei der Arbeit. Auch im Homeoffice hörten Alexa, Siri und Co. möglicherweise mit und könnten so zum Beispiel vertrauliche Telefonate aufzeichnen, warnt Messer weiter. Dazu reiche es mitunter schon aus, wenn die entsprechende Funktion auf dem Smartphone oder der mit dem Internet verbundene Smart Speaker aktiviert sei.

Das Problem: Die aktivierten Geräte zeichnen laut der R+V nicht nur dann etwas auf, wenn sie ein Signalwort hören. Sie täten dies manchmal auch bei ähnlich klingenden Wörtern. Messer rät deshalb dazu, Sprachassistenten während der Arbeitszeit auszuschalten – oder zumindest bei vertraulichen Gesprächen: „Das verhindert am sichersten, dass die Daten in falsche Hände geraten.“ Eine weitere Möglichkeit: Den Lautsprecher gar nicht erst im Büro platzieren.

Autorin

Juliana Demski gehörte dem Pfeffi-Team seit 2016 an. Sie war Redakteurin und Social-Media-Managerin bei Pfefferminzia. Das Unternehmen hat sie im Januar 2024 verlassen.

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