Bitkom-Umfrage

38 Prozent der Bürger wollen auf Social Media nicht verzichten

Schon heute nutzen 82 Prozent der Deutschen die sozialen Netzwerke zum Austausch von Informationen und zum Knüpfen oder Halten von Kontakten. Das wird noch zunehmen, so das Fazit einer neuen Bitkom-Studie.
© Bitkom
Die Grafik zeigt: Viele Menschen können sich ein Leben ohne Social Media nicht mehr vorstellen.

Das Smartphone ist der wichtigste Zugang zu den sozialen Netzwerken: Acht von zehn Social-Media-Nutzern nutzen das mobile Endgerät. 2013 waren es erst 59 Prozent. Auch das Tablet gewinnt an Popularität. Knapp jeder Zweite nutzt es aktuell. 2013 waren es 23 Prozent. Fast jeder Vierte loggt sich über das Smart-TV ein und schaut etwa Videoclips. 2013 war es nicht mal jeder Zehnte. Das Notebook verharrt bei 75 Prozent, während ein stationärer Computer von 70 auf 57 Prozent gesunken ist.

Diese Daten gehen aus der Auswertung einer repräsentativen Umfrage unter Internetnutzern ab 14 Jahren im Auftrag des Digitalverbands Bitkom hervor. Im Fokus stand vor allem die Entwicklung der Nutzung der sozialen Netzwerke.

Ein Leben ohne Facebook & Co. nicht vorstellbar

Mehr als jeder Dritte (38 Prozent) aller Befragten kann sich demnach ein Leben ohne die sozialen Netzwerke nicht mehr vorstellen. Bei den 14- bis 29-Jährigen liegt diese Zahl mit 49 Prozent deutlich höher. Insgesamt sind fast neun von zehn Internetnutzern (87 Prozent) in drei sozialen Netzwerken registriert. Auch hier liegen die Zahlen bei den 14- bis 19-Jährigen mit 98 Prozent und durchschnittlich fünf verschiedenen Accounts höher.

„Social Media ist schon lange kein Jugend- oder Nischenphänomen mehr, sondern hat sich innerhalb weniger Jahre zu einem festen Teil unseres Lebens entwickelt“, sagte Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder. „Heute gehört es für viele   Internetnutzer in der digitalen Welt einfach dazu, über ein eigenes Social-Media-Profil im Web präsent und erreichbar zu sein. Social Media hat in vielen Bereichen klassische Online-Funktionen ergänzt und ersetzt.“

Instagram und Snapchat eher von jüngeren genutzt

Die drei am häufigsten genutzten Kanäle sind Facebook (66 Prozent), youtube (51 Prozent) und Instagram (28 Prozent). Pinterest, Twitter und Snapchat folgen auf den Plätzen vier bis sechs. Knapp jeder Vierte ist hier unterwegs.  Dabei zeigen sich auch die unterschiedlichen Vorlieben in den Altersklassen.

Instagram und Snapchat sind die Netzwerke, die fast ausschließlich von Jüngeren genutzt werden. Bei den 14- bis 29-Jährigen sind es 63 Prozent bei Instagram und 43 Prozent bei Snapchat, bei den 30- bis 49-Jährigen sind es lediglich 22 beziehungsweise 10 Prozent, unter den 50- bis 64-Jährigen sogar nur 13 beziehungsweise 2 Prozent. Facebook zeigt die geringsten Unterschiede zwischen den einzelnen Altersgruppen.

Zwei von drei Social-Media-Nutzern (69 Prozent) gehen davon aus, dass die Menschen in Zukunft noch mehr aus ihrem Leben in den sozialen Netzwerken teilen werden. 44 Prozent meinen, dass Virtual Reality unsere Erfahrung von sozialen Netzwerken grundlegend verändern wird. Knapp ein Drittel (31 Prozent) denkt, dass wir uns schon bald in virtuellen Umgebungen mit Freunden treffen. „Die Entwicklung der Sozialen Netzwerke ist noch lange nicht am Ende“, stellt Bernhard Rohleder fest.

Freiräume in Social Media

Daher fordert er die Politik auf, die Regulierung sozialer Medien zurückhaltend und mit besonderer Sorgfalt und Augenmaß anzugehen: „Im Mittelpunkt staatlichen Handelns muss die Unterstützung der Nutzer stehen, nicht Ge- und Verbote.“ Kinder- und Jugendliche oder Andersdenkende fänden in den Sozialen Netzwerken Freiräume, die ihnen an anderer Stelle oft fehlten.

Eingriffe müssten sich auf jene Fälle beschränken, wo geltendes Recht verletzt werde. Rohleder: „Social Media wird unseren Alltag künftig noch stärker prägen als heute schon. Wichtig ist, dass niemand in den sozialen Netzwerken alleine gelassen wird.“

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Autorin

Manila Klafack war bis März 2024 Redakteurin bei Pfefferminzia. Nach Studium und redaktioneller Ausbildung verantwortete sie zuvor in verschiedenen mittelständischen Unternehmen den Bereich der Öffentlichkeitsarbeit.

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