Was schon andere Umfragen bestätigen, zeigt nun auch eine Studie der Unternehmensberatung ZEB. Die stellte in der vierten Ausgabe ihrer Versicherungsstudie fest, dass sich die Stimmung in der Assekuranz gegen Ende des Jahres eingetrübt hat. Fest macht sie das an den Teildisziplinen Wachstum, Profitabilität und Solvabilität. Und in diesen Punkten haben „zunehmende Naturkatastrophen und die Folgen der Pandemie ein paar Kratzer hinterlassen“. Allerdings zeige sich die Branche „grundsätzlich krisenfest“, heißt es weiter, was an der soliden Entwicklung in den Vorjahren liege. Hier einige Erkenntnisse im Überblick:
In der Studie entdeckten die Analysten, dass es bei den untersuchten Erstversicherern mit einem Prämienvolumen von über 50 Millionen Euro kleinere Champions gibt, die überdurchschnittlich wachsen und dabei auch besonders profitabel sind.
Beispiel Schaden und Unfall: Das durchschnittliche Wachstum betrug in der vergangenen Dekade mindestens 3,5 Prozent im Jahr bei einer Schaden-Kosten-Quote (Combined Ratio) unter 94,7 Prozent. Das übertrafen die Spitzenreiter deutlich. Aber nur vier von ihnen hatten einen Marktanteil von mehr als 2 Prozent.
Als Beispiele nennen die Studienautoren die Stuttgarter und die VHV Versicherungen. Die Stuttgarter hat vor allem mit ihren Unfall-Tarifen in einem stagnierenden Umfeld jedes Jahr zugelegt. Und die VHV punktete durch ihre klare Digitalstrategie, insbesondere indem sie 2020 den Spezialisten Eucon übernahm und obendrein die digitalen Aktivitäten in einem eigenen Geschäftsbereich bündelt. Außerdem halfen gezielte Zukäufe im Ausland, das Geschäft mit Versicherungen für die Baubranche zu stärken.
Anders sieht es übrigens bei Lebensversicherern aus, wie Dieter Kipp, Partner bei ZEB, erklärt: „Hier konnten vor allem größere Versicherer punkten. Im Krankenversicherungsgeschäft dagegen hatten die Marktführer trotz Marktwachstum zu kämpfen. Kleine und mittelgroße Versicherer waren hier erfolgreicher. Sie konnten durch Kooperationen sowie die Erweiterung ihres digitalen Angebots beachtliche Erfolge erzielen.“
Seite 2: Zwei Versicherer, die sich erfolgreich in Nischen eingerichtet haben
Als Beispiel nennen die ZEB-Leute die Ideal. Sie sei mit einigen Nischenprodukten derart erfolgreich, dass sie sogar einige Konkurrenten über Kooperationen mit ins Angebot aufgenommen haben, heißt es. Zum Beispiel die Pflegerente, die auch Basler, Provinzial und Zurich mit verkaufen.
Die Hanse-Merkur hingegen hatte sich frühzeitig auf Zusatzversicherungen spezialisiert und sie über diverse externe Kanäle gut verkauft. Zum Beispiel über Tschibo. Außerdem arbeitet Hanse-Merkur erfolgreich mit Mytoys, Payback und einigen Reiseportalen zusammen.
Laut Studie hat sich der Druck auf die Schadenabwicklung enorm erhöht. Bei Schaden-, Unfall- und Krankenversicherern schlagen Schäden bereits mit mehr als 70 Prozent der Bruttobeiträge zu Buche. Wer dort etwas sparen kann, merkt das sofort am Ergebnis. Das mag grundsätzlich nicht neu sein, merken die Studienautoren an, allerdings ist der Druck durch die hohe Inflation stärker als in den früheren Jahren. So sei es beispielsweise bei Auto-Ersatzteilen keine Seltenheit, dass die Preise um 70 Prozent gestiegen sind. Insgesamt liegt die Schadeninflation laut ZEB „weit über der normalen Inflation“.
Für Versicherer eine Zwickmühle, wie Seniormanagerin Silke Liedtke anmerkt: „Geben Versicherer ihre zusätzlichen Schadenaufwände direkt weiter, drohen sie Kunden zu verlieren und weniger Neukunden zu gewinnen. Sie müssen die Belastungen anderweitig auffangen. Das Schadenmanagement wird damit zu einem zentralen Handlungsfeld für Versicherer. Es entscheidet mehr denn je über Wachstum und Profitabilität des eigenen Unternehmens.“
Das sind nur einige Auszüge aus der Studie. Das 24-seitige Komplettwerk können Sie hier anfordern.
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