Zahl und Anteil auf Rekordtief

Deutschland gehen die jungen Menschen aus

So gering war der Anteil junger Menschen hierzulande noch nie: Nur noch 10 Prozent der Deutschen befinden sich im Alter von 15 bis 24 Jahren – vor 40 Jahren traf dies noch auf jeden sechsten zu, wie das Statistische Bundesamt meldete.
© picture alliance/dpa | Waltraud Grubitzsch
Gähnende Leere in einem Hörsaal der Universität Leipzig im November 2021 – damals coronabedingt, doch die demographische Entwicklung dürfte sich womöglich bald auch in sinkenden Studierendenzahlen widerspiegeln.

In Deutschland leben so wenig junge Menschen wie nie zuvor: Gut 8,3 Millionen Menschen befanden sich Ende 2021 im Alter von 15 bis 24 Jahren – was nur noch einem Anteil von 10,0 Prozent an der Gesamtbevölkerung entspricht. Das gab das Statistische Bundesamt (Destatis) anlässlich des „Europäischen Jahres der Jugend“ bekannt.

Die Zahl der jungen Menschen zwischen 15 und 24 Jahren sei damit so klein wie nie zuvor seit Beginn der Zeitreihe im Jahr 1950 – sowohl absolut betrachtet als auch anteilig. Lediglich 2015 wurde der seit 2005 kontinuierliche Abwärtstrend kurzzeitig unterbrochen.

Den höchsten Anteil an der Gesamtbevölkerung hatten junge Menschen laut Destatis in der ersten Hälfte der 1980er Jahre, als die geburtenstarken Jahrgänge der sogenannten Babyboomer im jugendlichen Alter waren. 1983 machten die 13,1 Millionen „Boomer“ im Alter von 15 bis 24 Jahren 16,7 Prozent an der Gesamtbevölkerung aus. Stichwort Gesamtbevölkerung: Diese weist aktuell einen neuen Höchststand von mehr als 83,2 Millionen Menschen in Deutschland auf (Stichtag Ende 2021).

Die jungen Bundesländer haben die wenigsten Jungen

Zugleich zeigt sich, dass Deutschland von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich altert. So vereinigt der Stadtstaat Bremen mit 11,0 Prozent zum Jahresende 2021 den höchsten Anteil an 15- bis 24-Jährigen auf sich. Dahinter folgten Baden-Württemberg mit 10,6 Prozent sowie Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen mit jeweils 10,5 Prozent. Anteilig die wenigsten jungen Menschen lebten in Brandenburg mit 8,0 Prozent, gefolgt von Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern mit jeweils 8,3 Prozent.

Und auch im Vergleich zum EU-Schnitt leben in Deutschland vergleichsweise wenig junge Menschen – den 10,1 Prozent hierzulande steht ein Anteil von 10,6 Prozent bezogen auf alle 27 Mitgliedstaaten der Europäischen Union gegenüber. EU-weit den höchsten Anteil an 15- bis 24-Jährigen hatte Irland mit 12,6 Prozent, vor Dänemark und Zypern mit jeweils 12,3 Prozent, wie Destatis unter Verweis auf Zahlen der EU-Statistikbehörde Eurostat meldet. Die wenigsten jungen Menschen innerhalb der EU verzeichneten demnach Tschechien und Bulgarien mit einem Anteil von jeweils 9,0 Prozent, gefolgt von Lettland mit 9,2 Prozent.

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Autor

Lorenz

Klein

Lorenz Klein gehörte dem Pfefferminzia-Team seit 2016 an, seit 2019 war er stellvertretender Chefredakteur bei Pfefferminzia. Im Oktober 2023 hat Klein das Unternehmen verlassen, um sich neuen Aufgaben in der Versicherungsbranche zu widmen.

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