Der Wunsch nach Wohneigentum wächst kräftig. Zugleich trübt sich das Sparklima ein. Das zeigt die Sommerumfrage 2026 des Verbands der Privaten Bausparkassen.
Der Anteil der Menschen, die Wohneigentum als Sparziel nennen, stieg innerhalb eines Jahres von 33,0 auf 38,8 Prozent. Im Frühjahr 2026 waren es 36,4 Prozent. Damit legt das Sparen für Kauf oder Renovierung der eigenen vier Wände weiter zu.
Christian König, Hauptgeschäftsführer des Verbands der Privaten Bausparkassen, ordnet das so ein: „Der Wunsch nach Wohneigentum ist bei vielen Menschen unverändert stark ausgeprägt.“ Zugleich werde es „für einen wachsenden Teil der Bevölkerung schwieriger, ausreichend Geld zurückzulegen“. Wunsch und finanzielle Möglichkeiten drohten weiter auseinanderzufallen.
Die meisten Befragten wollen an ihrem Sparverhalten zunächst nichts ändern. 71,4 Prozent geben an, künftig etwa gleich viel sparen zu wollen. Nur noch 9,1 Prozent wollen ihre Sparbeträge erhöhen. 12,5 Prozent wollen oder können künftig weniger sparen.
Der Sparklima-Index sinkt damit von 0,6 Punkten im Frühjahr auf minus 3,4 Punkte. Erstmals seit dem Frühjahr 2025 überwiegt wieder der Anteil der Weniger-Sparer. Im Herbst 2025 hatte der Index noch bei 4,2 Punkten gelegen.
Bemerkenswert: Immobilienerwerb oder Modernisierung spielen als Grund für künftig höhere Sparleistungen nur noch eine geringe Rolle. Lediglich 4,2 Prozent derjenigen, die künftig mehr sparen wollen oder können, nennen das Motiv. Im Sommer 2025 waren es noch 14,2 Prozent.
Ungeachtet des schwächeren Sparklimas bleibt die Altersvorsorge mit 57,7 Prozent wichtigstes Sparmotiv. Besonders oft nennen sie die 40- bis 49-Jährigen mit 73 Prozent und die 50- bis 59-Jährigen mit 71 Prozent.
Auf Platz zwei folgen Konsum und größere Anschaffungen mit 43,1 Prozent. Wohneigentum liegt mit 38,8 Prozent auf Rang drei, danach kommt Geldanlage mit 34,8 Prozent. Mehrfachnennungen waren möglich.
Warum sparen Menschen weniger? Für 43,4 Prozent der Weniger-Sparer sind steigende Ausgaben und Lebenshaltungskosten der wichtigste Grund. Fehlende Einkommenssteigerungen oder Einkommenseinbußen folgen mit 16,2 Prozent. Ein gestiegenes Konsumbedürfnis nennen 14,4 Prozent. Jeweils 13,7 Prozent verweisen auf die allgemeine politische und wirtschaftliche Situation oder eine unsichere Altersvorsorge.
Wer künftig mehr sparen möchte, nennt vor allem berufliche Veränderungen oder höheres Einkommen. 33,1 Prozent führen das an. Für 30,1 Prozent stehen allgemeines Sparen für die Zukunft und der Aufbau eines Notgroschens im Mittelpunkt.
Kantar befragt im Auftrag des Verbands der Privaten Bausparkassen dreimal jährlich Menschen in Deutschland zu ihrem Sparverhalten. Die aktuelle repräsentative Erhebung unter 2.006 Bundesbürgern fand im Juni 2026 statt. Es handelt sich um die 87. Befragung seit Beginn der Erhebungsreihe im Jahr 1997.
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