„Wie eine Baustelle auf der Autobahn“

GDV will Inflationssorgen dämpfen

Panik ist trotz hoher Inflation fehl am Platz, meint der GDV. In einem aktuellen Beitrag bringt er Argumente, warum sich die Inhaber von Lebensversicherungen nicht allzu sehr sorgen sollten.
Baustelle auf der Autobahn
© Ralf Vetterle / Pixabay.com
Baustelle auf der Autobahn: Inflation ist auch nur vorübergehend?

Der Verband der Versicherer, GDV, hat sich mit der aktuell hohen Inflation befasst – und will nun beruhigen. „Die hohe Inflation muss Lebensversicherungskunden nicht schrecken“, teilt er mit. Dabei spielt er darauf an, dass Preise in Deutschland im April offiziell im Durchschnitt um 7,4 Prozent stiegen, so stark wie seit über 40 Jahren nicht mehr. Das können Lebensversicherungen angesichts des noch immer niedrigen Zinsniveaus nicht ausgleichen, so die – berechtigte – Sorge von Sparern.

Ein Grund zur Unruhe ist das trotzdem nicht, meint man beim GDV, und vergleicht das mit einer Baustelle auf der Autobahn, „die das Tempo kurzzeitig drosselt, an deren Ende die Fahrt aber wieder mit höherer Geschwindigkeit weiter geht“. Immerhin habe seit 1991 der jährliche Zinsertrag für Versicherungskunden laut Bundesbank immer über der Inflationsrate gelegen. Auch zuletzt habe die Überschussbeteiligung auch bei niedrigem Garantiezins für „attraktive Leistungen“ gesorgt, lässt der Verband verlauten.

Allerdings räumt er durchaus ein, dass der Zins von Lebensversicherungen von zuletzt 2,1 Prozent weit unter der Inflation liegt. Er verweist aber auch auf Wirtschaftsforscher, die fürs kommende Jahr davon ausgehen, dass die Preise um nur noch 2,8 Prozent steigen. Eine Einschätzung, die auch wir zumindest für möglich halten (den Kommentar dazu lesen Sie hier).

Zugleich geht der Verband davon aus, dass die Zinszusatzreserve ihren Höchststand jetzt erreicht hat. Diesen Pott haben Versicherer im Umfeld stetig sinkender Renditen aufgebaut, um trotzdem noch hohe Garantiezinsen zahlen zu können. Weil jetzt die Renditen am Markt und bald wohl auch der Leitzins aber wieder nach oben drehen, dürften die Versicherer die inzwischen fast 100 Milliarden Euro große Zusatzreserve eher verbrauchen, als dass sie sie weiter aufstocken. Immerhin sind die Renditen an den Anleihemärkten jetzt schon merklich gestiegen, was es Versicherern künftig erleichtern dürfte, mit ihren Überschüssen die Inflationsrate zu übertreffen.

Vorausgesetzt, sie sinkt wirklich wieder.

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Autor

Andreas

Harms

Andreas Harms schreibt seit 2005 als Journalist über Themen aus der Finanzwelt. Seit Januar 2022 ist er Redakteur bei der Pfefferminzia Medien GmbH.

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