Studie

Mehr als jeder fünfte Deutsche über 80 ist arm

Armut betrifft in Deutschland vor allem die älteren Menschen. So sind einer aktuellen Studie des Bundesfamilienministeriums zufolge rund 22 Prozent der über 80-Jährigen betroffen – Frauen stärker als Männer.
© picture alliance / dpa-tmn | Kirsten Neumann
Frauen über 80 Jahre sind häufiger arm als Männer dieser Altersgruppe.

Rund 22 Prozent der über 80-Jährigen in Deutschland sind von Armut betroffen. Zu diesem Fazit gelangt die Studie „Hohes Alter in Deutschland“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Damit verfügen die Betroffenen über ein maximales Einkommen von 1.167 Euro im Monat. In der Gesamtbevölkerung liegt die Quote bei 14,8 Prozent. Frauen über 80 sind demnach besonders gefährdet. Ihr Anteil liegt um 9 Prozentpunkte über dem der Männer.

Der Bericht zum Thema Einkommen offenbart, dass die Situation von Menschen über 80 Jahren wie auch in den anderen Altersgruppen sehr unterschiedlich ist. Bei einem beträchtlichen Anteil der Hochbetagten befindet sich das Einkommen unter der Armutsgrenze. Gleichzeitig gibt es einen großen Anteil mit mittleren Einkommen und einige wenige, die in der Studie als „einkommensreich“ bezeichnet werden.

Teilzeitarbeit wirkt sich besonders bei Frauen aus

„Dass so viele alte Menschen in Armut leben müssen, ist unserer reichen Gesellschaft nicht würdig“, sagt die neue Bundesfamilienministerin Anne Spiegel. Das zeige, wie deutlich sich schlechtere Bezahlung, aber auch längere Teilzeitarbeit und Unterbrechungen im Erwerbsleben in späteren Jahren auf das Leben von Frauen auswirken. „Wir müssen daher alles daransetzen, die noch immer bestehenden Lohnlücken zwischen den Geschlechtern zu schließen. Dafür lösen wir endlich die Bremse bei vielen Fragen der Frauen- und Gleichstellungspolitik“, so die Ministerin weiter.

Im Koalitionsvertrag sei hierzu festgelegt, das Entgelttransparenzgesetz weiterzuentwickeln und die Rechtsdurchsetzung für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu stärken. Es sei auch höchste Zeit, den Mindestlohn auf 12 Euro pro Stunde anzuheben. Denn rund zwei Drittel derjenigen, die im Niedriglohnsektor arbeiteten, seien Frauen.

Der Bericht und weitere Informationen finden sich unter https://ceres.uni-koeln.de/forschung/d80 sowie https://www.dza.de/forschung/aktuelle-projekte/hohes-alter-in-deutschland-d80

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Autorin

Manila Klafack war bis März 2024 Redakteurin bei Pfefferminzia. Nach Studium und redaktioneller Ausbildung verantwortete sie zuvor in verschiedenen mittelständischen Unternehmen den Bereich der Öffentlichkeitsarbeit.

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