Studie

Deutsche wollen an Riester-Garantie festhalten

Viele Experten fordern, die Garantievorschriften in der Riester-Rente zu lockern – doch damit finden sie nur wenig Rückhalt in der Bevölkerung, wie eine aktuelle Studie der Fondsgesellschaft Union Investment zeigt. Demnach würden neun von zehn Besitzern eines Riester-Sparplans (88 Prozent) eine Riester-Rente mit Garantie einer Variante ohne Garantie vorziehen – auch wenn sie sich dadurch die Chance auf höhere Renditen nehmen.
© Union Investment
Die Grafik zeigt: Das Hauptargument unter Riester-Verschmähern ist die Annahme, es lohne sich nicht.

Die Deutschen wollen von ihrer Garantie einfach nicht lassen: Nur gut ein Achtel der Besitzer einer Riester-Rente (12 Prozent) würde für die Chance auf mehr Erträge auf die Garantie verzichten und damit mehr Risiko in Kauf nehmen. Das berichtet die Fondsgesellschaft Union Investment auf Basis der aktuellen Studie „Anlegerbarometer“, für die das Marktforschungsunternehmen 500 Menschen im Alter von 20 bis 59 Jahren befragen ließ.

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Gleichwohl stellen die Studienautoren fest, dass immer mehr Anleger in Deutschland die Renditevorteile von Investmentfonds für ihre eigene Altersvorsorge erkennen würden. So geben knapp zwei Drittel der Befragten (61 Prozent) davon aus, dass sie bei gleichem finanziellen Einsatz mit Investmentfonds mehr Geld im Alter ausgezahlt bekommen als mit privaten Versicherungen (28 Prozent).

Allerdings bringen die Deutschen den Investmentgedanken nicht so recht mit einer Riester-Rente in Verbindung – so würden viele Befragte verkennen, dass auch eine fondsgebundene Riester-Rente Rendite-Potenzial habe, so die Autoren.

Die Dauerfrage der Deutschen: Lohnt sich Riester?

Dieses Ergebnis passt dann auch zur Einschätzung vieler Deutscher, wonach sich die Riester-Rente nicht lohne. Dies wird jedenfalls von 34 Prozent genannt, wenn sie angeben sollen, warum sie sich gegen die staatlich geförderte Altersvorsorge aussprechen (siehe Grafik). Mangelndes Vertrauen ist für knapp ein Viertel der Anleger (19 Prozent) der Grund, keine Riester-Rente abzuschließen. 16 Prozent hingegen sehen keine Notwendigkeit darin.

Um die Riester-Rente wieder attraktiver zu machen, müssten die Rahmenbedingungen angepasst und vereinfacht werden, fordert Wolfram Erling, Leiter Zukunftsvorsorge bei Union Investment. Etwa, indem die Zulagen dynamisch an die Beitragsbemessungsgrenze angepasst würden und das Zulageverfahren vereinfacht werde, so Erling.

Autorin

Juliana Demski gehörte dem Pfeffi-Team seit 2016 an. Sie war Redakteurin und Social-Media-Managerin bei Pfefferminzia. Das Unternehmen hat sie im Januar 2024 verlassen.

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