Ohne „Dämpfungsfaktoren“

DGB drängt auf Rentenerhöhung im kommenden Jahr

Im Anbetracht der anstehenden Bundestagswahl hat sich die Vorständin des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB), Anja Piel, für eine „ordentliche Rentenerhöhung“ im Jahr 2022 ausgesprochen. Weder der Nachhaltigkeitsfaktor noch „die ewige Leier vom notwendigen höheren Rentenalter“ seien zeitgemäß. Denn tatsächlich sei ein höheres Rentenalter nicht mehr als „eine weitere Rentenkürzung“, so Piel.
© picture alliance/dpa | Holger Hollemann
Ist Vorständen beim Deutschen Gewerkschaftsbund: Anja Piel.

Am kommenden Wochenende wählt Deutschland einen neuen Bundestag – und entscheiden damit indirekt auch darüber, wie es mit dem Thema Rente weitergehen soll. Wenn es nach dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) geht, dann müsse es vor allem darum gehen, Rentner nicht vom Wohlstand abzukoppeln, so die Forderung.

In einem Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ sagte die DGB-Vorständin Anja Piel: „Die Renten müssen wieder wie die Löhne steigen, ohne Dämpfungsfaktoren und ohne statistische Taschenspielertricks.“ Dafür müsse auch das Rentenniveau dauerhaft über 48 Prozent stabil bleiben.

Zu den aktuellen „Dämpfungsfaktoren“ gehöre unter anderem der Nachhaltigkeitsfaktor, mit dem die Rentner an den Kosten der alternden Gesellschaft beteiligt würden. Im Klartext heißt das: Wenn es hierzulande im Vergleich mehr Rentner als in die Kassen einzahlende Arbeitnehmer gibt, werden die Rentenerhöhungen gedeckelt.

„Höheres Renteneintrittsalter nur eine weitere Rentenkürzung“

Im aktuellen Umfeld sei eine „ordentliche Rentenerhöhung“ im Jahr 2022 jedoch mehr als angemessen, habe es im laufenden Jahr in Westen doch gar keine Erhöhung gegeben, so Piel weiter. Von einer Bevorzugung der Rentner könne damit keine Rede sein, „auch wenn sich manche wieder als Märchenerzähler versuchen werden“.

Piel wandte sich im Interview mit der Zeitung auch gegen „die ewige Leier vom notwendigen höheren Rentenalter und Arbeiten bis zum Umfallen“. Dieses sei ein Schlag ins Gesicht aller hart arbeitenden Menschen. Denn gerade Beschäftigte in der Pflege, auf dem Bau oder in Fabriken schafften es oft gar nicht, gesund bis 60 oder 65 zu arbeiten, geschweige denn bis 67 oder 70. Laut Statistischem Bundesamt werde jeder zehnte im Jahr 2000 geborene Mann und jede 16. Frau nicht mal mehr 65 Jahre alt. Piel: „Ein höheres Renteneintrittsalter ist daher nur eine weitere Rentenkürzung.“

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Autorin

Juliana Demski gehörte dem Pfeffi-Team seit 2016 an. Sie war Redakteurin und Social-Media-Managerin bei Pfefferminzia. Das Unternehmen hat sie im Januar 2024 verlassen.

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