Mit Stift und Taschenrechner

Wie man bei Baukrediten die Ratenhöhe ausrechnen kann

Um aus wenigen Parametern die Rate für einen Baukredit auszurechnen, braucht man keine modischen Online-Rechner. Wir zeigen, wie das mit einem Taschenrechner geht. Und wie man umgekehrt aus einer gegebenen (oder gewünschten) Rate den Zins ermittelt.
Taschenrechner als Zinsrechner
© fancycrave1 / Pixabay
Taschenrechner als Zinsrechner: Jede Kreditrate setzt sich anders zusammen

Kann ja mal vorkommen, und ist auch nicht schlimm – als der Baukredit-Vermittler Dr. Klein am 12. April eine Pressemitteilung verschickte, tauchte eine nicht ganz unwichtige Information darin nicht auf.

Die Zinsen seien im März um 0,5 Prozentpunkte gestiegen, hieß es darin. Nur auf welches Niveau, das stand nicht mit dabei. Stattdessen teilte Dr. Klein aber mit, wie hoch die Rate bei seinem als Maßstab dienenden Musterkredit nun ist: 488 Euro. Folgende Eigenschaften hat der Kredit:

  • 150.000 Euro Darlehenssumme
  • 2 Prozent anfängliche Tilgungsrate
  • 80 Prozent Beleihungsauslauf (hier nicht so wichtig)

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Aus diesen Parametern lässt sich problemlos mit Taschenrechner und einem Blatt Papier (für Zwischenlösungen) die neue Zinshöhe ausrechnen. Und indem man die Formel umstellt, geht das natürlich auch mit der Kreditrate. Genau das werden wir nun tun.

Baukredite sind Annuitätendarlehen

Bei Baukrediten handelt es sich meistens um so genannte Annuitätendarlehen. Die Gesamtrate verändert sich über die Laufzeit nicht. Sie besteht stets aus einem Zins- und einem Tilgungsanteil. Ersterer sinkt, je mehr der Schuldner zurückzahlt. Dafür steigt der Tilgungsanteil. Und zwar stetig schneller, weil man ja mehr tilgt, je weniger vom Kredit übrig ist. Somit läuft die Tilgung zu Beginn an sehr zähe und quälend langsam, beschleunigt sich dann aber auf erfreuliche Weise.

Daraus lässt sich schon ableiten, dass jede Rate in jedem Monat anders zusammengesetzt ist. Die folgende Rechnung bezieht sich somit nur auf die allererste Rate. Dafür unterstellen wir zunächst einen beispielhaften Zinssatz von 1,7 Prozent.

Die Tilgungsrate von 2 Prozent bezieht sich auf das ganze Jahr, weshalb wir sie durch 12 teilen müssen. Das ergibt eine Tilgung von 0,16666667 Prozent im ersten Monat (von da an steigend). Von 150.000 Euro sind das genau 250 Euro (150.000 / 100 x 0,16666667). So viel tilgt der Schuldner im ersten Monat.

Seite 2: Um wie viel die Tilgung im ersten Monat steigt

Hinzu kommen die Zinsen. Auch die 1,7 Prozent beziehen sich auf ein Jahr. Geteilt durch 12 macht das 0,141666667 Prozent im Monat. Von 150.000 Euro sind das 212,50 Euro.

Damit beläuft sich die Gesamtrate auf 462,50 Euro – konstant über die gesamte Kreditlaufzeit.

Wen’s interessiert: Im zweiten Monat liegt die Kreditsumme nur noch bei 149.750 Euro. Somit fallen 212,15 Euro Zinsen an. Die Tilgung steigt somit um 35 Cent auf 250,35 Euro. Es geht voran.

So berechnet man den Zinssatz aus einer Kreditrate

Zurück zum Beispiel vom Anfang. Wenn der Zinssatz fehlt und dafür die Rate bekannt ist, müssen wir die Formel umstellen. Der Tilgungsanteil bleibt mit anfänglich 2 Prozent p.a. gleich, beträgt also 250 Euro. Bei einer von Dr. Klein verkündeten Rate von 488 Euro liegt der Zinsanteil somit bei 238 Euro. Gemessen an 150.000 Euro sind das 0,15866666 Prozent (238 x 100 / 150.000). Um daraus einen Jahreszinssatz zu machen, multiplizieren wir ihn mit 12 und erhalten 1,90 Prozent.

Das ist der Satz, mit dem Dr. Kleins Musterkredit im März verzinst worden wäre.

Autor

Andreas

Harms

Andreas Harms schreibt seit 2005 als Journalist über Themen aus der Finanzwelt. Seit Januar 2022 ist er Redakteur bei der Pfefferminzia Medien GmbH.

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