Kurzarbeit-Boom

Löhne und Gehälter im Corona-Jahr 2020 gesunken

Kurzarbeit und ein immenser Aderlass bei den geringfügig Beschäftigten im ersten Jahr der Corona-Pandemie haben ihre Spuren hinterlassen. Die Bruttolöhne und -gehälter der Deutschen fielen real um 0,6 Prozent gegenüber 2019. Das teilte das Statistische Bundesamt mit. Den Renten droht dadurch eine Nullrunde im Folgejahr.
© picture alliance / Laci Perenyi | Laci Perenyi
Kurzarbeit etwa in der Gastronomie, wie hier in Rerik an der Ostsee, sind für die sinkenden Löhne und Gehälter im vergangenen Jahr verantwortlich.

Die Bruttolöhne und -gehälter in Deutschland sind im Jahr 2020 gegenüber dem Vorjahr gesunken. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilte, lag der Rückgang nominal (also nicht preisbereinigt) bei 0,1 Prozent. Die realen (preisbereinigten) Einbußen lagen bei 0,6 Prozent je Arbeitnehmer. Die Corona-Krise und der daraus resultierende massive Anstieg der Kurzarbeit sowie der starke Rückgang der Zahl der geringfügig Beschäftigten habe die Lohnentwicklung im vergangenen Jahr deutlich beeinflusst, so die Erklärung.

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Insbesondere in der Luftfahrt, bei Reisebüros und Reiseveranstaltern, im Gastgewerbe sowie im Handel seien geringere Durchschnittsverdienste zu verzeichnen gewesen. Zuletzt habe es im Krisenjahr 2009 einen Rückgang des realen Durchschnittsverdienstes um 0,2 Prozent gegeben. In den Jahren 2010 bis 2020 hätten die realen Bruttolöhne und -gehälter dagegen einen jährlichen Zuwachs von 1,3 Prozent erreicht.

Geringere Löhne und Gehälter wirken sich auch auf die Rente aus

Bei den Renten werden sich Auswirkungen um ein Jahr zeitversetzt zeigen. Die Höhe der Rentensteigerung ist an die Entwicklung der Löhne und Gehälter gekoppelt. Allerdings kann es aufgrund der gesetzlich festgelegten Rentengarantie keine Minderung geben.

In den Jahren 2010 bis 2020 ist der aktuelle, nominale Rentenwert im Westen um 25,7 Prozent und im Osten Deutschlands um 37,7 Prozent gestiegen. So betrug die reale Rentensteigerung im Jahr 2020 im Westen rund 3 Prozent und um Osten 3,7 Prozent. Das müsse jedoch nicht immer so sein, betonen die Statistiker. So seien die Rentenanpassungen nach der Finanzkrise 2009 sowie in den Jahren 2010 und 2011 hinter der Veränderungsrate der Verbraucherpreise zurückgeblieben.

Autorin

Manila Klafack war bis März 2024 Redakteurin bei Pfefferminzia. Nach Studium und redaktioneller Ausbildung verantwortete sie zuvor in verschiedenen mittelständischen Unternehmen den Bereich der Öffentlichkeitsarbeit.

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