Im dritten Quartal 2019

8 Milliarden Euro Wertverlust für deutsche Sparer

Sparer haben es momentan nicht leicht hierzulande. Schuld daran sind die niedrigen Zinsen. Allein im dritten Quartal dieses Jahres kam ein Wertverlust in Höhe von fast 8 Milliarden Euro zusammen – pro Kopf macht das 94 Euro.
© dpa/picture alliance
Ein silbernes Sparschwein: Zu viele Menschen haben sich in ihrem Anlageverhalten noch nicht an die niedrigen Zinsen angepasst.

Im dritten Quartal 2019 haben deutsche Sparer 7,8 Milliarden Euro Wert auf ihre Ersparnisse verloren – also 94 Euro pro Bundesbürger. In den vergangenen zwölf Monaten waren es insgesamt 34 Milliarden Euro, wie das aktuelle Realzins-Radar des Kreditinstituts Comdirect zeigt.

Mehr zum Thema

Weniger als jeder vierte Deutsche setzt beim Sparen auf Wertpapiere

Lebensversicherung, Sparbuch und Bausparverträge sind nach wie vor die beliebtesten Anlageformen der Deutschen. Wertpapiere dagegen…

Diese Wertpapier-Depots überzeugen

Hier geht es zum Artikel.

Warum Frauen dem Finanzmarkt 200 Milliarden Euro vorenthalten

Nur eine von fünf Frauen in Europa bezeichnet sich selbst als sachkundig beim Thema Finanz-…

Im dritten Quartal lagen die Zinsen auf Tagesgeld, Festgeld und Spareinlagen im Schnitt bei 0,15 Prozent. Bei einer durchschnittlichen Inflationsrate von 1,47 Prozent zwischen Juli und September ergibt sich daraus ein Realzins von minus 1,32 Prozent. Dieser zeigt den tatsächlichen Zins nach Abzug der Inflation.

„Die deutschen Sparer sollten diese Zahlen aufrütteln“, betont Arno Walter, Vorstandsvorsitzender von Comdirect, und ergänzt: „Zum Vergleich: Der Wertverlust für deutsche Sparer in den vergangenen zwölf Monaten ist höher als die jährliche Wirtschaftsleistung von Lettland.“ Langfristig betrachtet falle die Entwicklung noch stärker auf: Seit dem vierten Quartal 2010 liege der Wertverlust pro Kopf bei 1.559 Euro.

„Es ist dringend an der Zeit, das eigene Sparverhalten zu überdenken – zumal die jüngsten Zins-Entscheidungen der Europäischen Zentralbank (EZB) und auch die Äußerungen der künftigen EZB-Chefin Christine Lagarde ein Ende der Nullzinsphase aktuell nicht erkennen lassen“, so Walter weiter.

Er sehe es kritisch, dass die Deutschen nach wie vor auf niedrig verzinste Sparprodukte setzen. So flossen laut Comdirect in den vergangenen zwölf Monaten 124 Milliarden Euro auf Tagesgeld-, Festgeld und Girokonten sowie Spareinlagen. Das sei ein Plus von 5,5 Prozent.

„Es ist wichtig, einen Teil der Ersparnisse kurzfristig verfügbar zu halten, etwa für unvorhergesehene Ausgaben. Der Rest sollte jedoch in den langfristigen Vermögensaufbau investiert werden – und hier führt an Wertpapieren auch weiterhin kein Weg vorbei“, sagt der Comdirect-Mann.

Autorin

Juliana Demski gehörte dem Pfeffi-Team seit 2016 an. Sie war Redakteurin und Social-Media-Managerin bei Pfefferminzia. Das Unternehmen hat sie im Januar 2024 verlassen.

Teilen:
Nicht verpassen!

Pfefferminzia.pro

Eine Plattform, die liefert: aktuelle Informationen, praktische Services und einen einzigartigen Content-Creator für Ihre Kundenkommunikation. Alles, was Ihren Vertriebsalltag leichter macht. Mit nur einem Login.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Pfefferminzia