Die derzeitige politische Lage treibt die Bürger um und das Barometer „Die Ängste der Deutschen“ der R+V Versicherung zu Spitzenwerten, so das Ergebnis der diesjährigen Umfrage. „Nie zuvor im Laufe unserer Umfragen sind die Ängste innerhalb eines Jahres so drastisch in die Höhe geschnellt wie 2016“, sagt Brigitte Römstedt, Leiterin des Infocenters der R+V Versicherung. Vor allem die Attentate der Terror-Miliz IS in Europa schürten massiv die Angst vor terroristischen Anschlägen.
Die Terrorangst steigt um 21 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr und erreicht damit ihren bisherigen Höchstwert – und erstmals Platz 1 des Rankings. Extrem angewachsen sind auch die Ängste vor politischem Extremismus und vor Spannungen durch weiteren Zuzug von Ausländern. Beide Themen schrecken in diesem Jahr mehr als zwei Drittel aller Bundesbürger und klettern auf die Plätze 2 und 3. Auffällig: Die überwiegende Mehrheit der Deutschen befürchtet auch, dass Politiker und Behörden mit der Lösung der Probleme überfordert sind.
Das R+V-Infocenter führte die Befragung bereits zum 25. Mal durch. Erstaunlich ist, dass der Durchschnitt der langjährig abgefragten Sorgen sprunghaft um 10 Prozentpunkte ansteigt. Er erreicht mit 49 Prozent ein enorm hohes Niveau. Das resultiert aus dem ungewöhnlich hohen Anstieg einzelner Sorgen: Ganze 12 der insgesamt 20 abgefragten Ängste überspringen zum Teil deutlich die 50-Prozent-Marke. Im vergangenen Jahr ängstigten nur vier Themen mehr als die Hälfte der Befragten.
2016 sei das Jahr der Ängste, bilanziert daher Manfred G. Schmidt, Politologe an der Ruprecht-Karls-Universität in Heidelberg und Berater des R+V-Infocenters. Er registriert „erdrutschartige Verschiebungen“ im Ranking: „Die Sorgen um Geld, Gesundheit und Umwelt – in früheren Jahren noch Top-Themen – sind nicht verschwunden. Aber jetzt werden sie von schwerwiegenden Gefährdungen wie Terror, Extremismus oder EU-Schuldenkrise überlagert.“
Auch schwere Krankheiten und der Pflegefall sorgen für schlaflose Nächte
Hinzu käme, dass die Mehrheit der Deutschen sich vor einem Kontrollverlust des Staates in der Flüchtlingskrise und der Überforderung der Politiker ängstige. Das sei ein katastrophales Urteil für die politische Klasse. Die steigenden Werte ließen sich zudem damit begründen, dass die politische Polarisierung infolge der unkontrollierten Massenzuwanderung das ausgeprägte Sicherheitsbedürfnis der Deutschen erschüttere.
Erhebliche Sorgen bereitet den Deutschen 2016 aber erneut die Angst ums Geld. 65 Prozent der Befragten befürchten, dass die Euro-Schuldenkrise teuer für den deutschen Steuerzahler wird. Sehr hoch ist auch die Angst, im Alter pflegebedürftig zu werden (57 Prozent) oder schwer zu erkranken (55 Prozent).

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