Die „Conti“, wie wir Makler die Continentale liebevoll nennen, begegnet uns im Alltag an fast jeder Ecke an vorderster Front. Und selten sind die zwei Seiten einer Medaille so ausgeprägt wie bei der alten Dame aus Dortmund. In der Privaten Krankenversicherung mit dem Alleinstellungsmerkmal des leistungsbezogenen Selbstbehalts und dadurch unübertroffen günstigen Prämien, aber auch genauso strenger Prüfung der Verletzung der vorvertraglichen Anzeigepflicht. In der Risikolebensversicherung mit dem Preisschlager der Europa, aber einem Grasnarben-Serviceniveau. In der BU und Pflege mit Preis-/Leistungsführerschaft, aber einer ziemlich erbarmungslosen Haltung bei der Antrags-Annahme.
Da man auch in Sachversicherungen macht, sogar eine eigene Betriebskrankenkasse betreibt und mit der Mannheimer Spezialkonzepte feilbietet, darf man Wortspiel-ungestraft von der „Alles-Conti“ sprechen.
Am deutlichsten wird das bei den Altersvorsorgeprodukten. Denn da steht die Continentale zum einen dafür, dass die Garantie nicht nur nicht tot ist, sondern dass die unter allen Umständen und den Wehen und Wirrungen, die das Leben über die Jahrzehnte mit sich bringt, steht wie eine 1. Den Begriff des „Garantieretters“ hat man auch ohne Patent für immer gepachtet. Zum anderen will die Rente-Invest selbstverständlich die beste aller Fondspolicen sein. Und in der Folge ist das Fast-Pedant „Easy-Rente“ mit dem Switchen zwischen Sicherungsvermögen und Fonds ganz logisch das Beste aus dem Besten der besten beiden Welten. Klingt jetzt nach Ironie, ist es aber nicht.
Denn schon die alte Rente-Invest – und um die geht es heute hier – war eine tolle Fondspolice. Besonders das Garantieretter-Thema hat von Beginn an schlagend überzeugt. Denn wir reden hier doch über Altersversorgung. Also muss man nicht über die Sinnhaftigkeit von bleibenden Rechnungsgrundlagen für Dynamiken, Sonderzahlungen, Beitragserhöhungen, Nachversicherungen, Überschussanteilen in der Rentenphase und selbst bei Verschieben des Rentenbeginns diskutieren. Zumindest nicht bei der Conti, die geben das in jedem Angebot sogar als amtliche Urkunde an die Hand. Machen Sie sich mal den Spaß, diese Punkte zu checken.
Die zweite schon fast sprichwörtliche Stärke der Conti-Fondspolice war die schiere Höhe des garantierten Rentenfaktors. Regelmäßig an den 30 pro 10.000 Euro zu kratzen, grenzt in diesen Zeiten an Zauberei. Aber der gesunde Mix in der Lebensversicherungs-Sparte aus Biometrie sowie klassischen und fondsgebundenen Altersvorsorge-Produkten sowie die gesunde Bilanz geben das eben her. Und auch wenn mancher es nicht mehr hören kann: Ein Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit gibt zwangsläufig seinen Mitgliedern und Trägern (= Versicherungsnehmern/Kunden) etwas von dem ab, was eine Aktiengesellschaft an die Aktionäre auszahlen muss.
Trotzdem, irgendwie müssen die Wohltaten ja finanziert werden. Und da hatte man sich bis zum aktuellen Facelift dafür entschieden, das über die Kickbacks aus aktiv gemanagten Fonds zu machen. Wenn einer nun davon ausgeht, dass Kickbacks kommen, ist alles fein. Tut man das nicht, nicht. Ich stehe auf dem Standpunkt: Gerade wenn es um das bei der Altersversorgung so entscheidende Thema der Kosten geht, sollte man bei der Betrachtung zunächst davon ausgehen, was der Kunde ganz sicher bezahlen muss und nicht davon, was er möglicherweise wieder zurückbekommt. Es nützt auch nichts, wenn man dem Kunden das vertraglich garantiert. Denn eine Garantie für etwas, das vielleicht nicht kommt, ist im Zweifel ein Papiertiger.
Da ist die Conti jetzt rangegangen und hat damit einen sichtbaren Malus eliminiert. Denn endlich gibt es ETFs, 15 an der Zahl. Der günstigste (Xtrackers Dax Ucits ETF 1C) kostet nur 0,09 Prozent laufend im Jahr. Kommen wir von der Kostenseite her, setzt sich die Rente-Invest damit nun an die Spitze der Bewegung. Dabei kommt man ohne eine kleine, aber bedeutsame Unterscheidung trotzdem nicht aus. Die Continentale verzichtet völlig auf Versicherungsmantelkosten (also Kosten auf das Nettoanlagevermögen/NAV), startet aber mit vergleichsweise hohen Verwaltungskosten (also auf den Beitrag). Fast 15 Prozent bei einem 32-Jährigen, der bis zum 67. Lebensjahr planmäßig einzahlen würde.
Allerdings sinkt diese Kostenposition jedes Jahr um 0,28 Prozent, sodass bei Erfüllung des Vertrags insgesamt weniger Kosten stehen als bei jeder anderen mir bekannten Fondspolice. Dagegen sehen praktisch alle von Verbraucherschützern so gerne zitierten ETF-Sparpläne alt aus, wenn denen eine Service-Gebühr auf das NAV anhängt, wie bei Robo-Advisors üblich.
Sollten Sie vor lauter Begeisterung jetzt gleich anfangen wollen, Rente-Invest-Angebote zu rechnen, werden Sie feststellen, dass bei den aktiv gemanagten Fonds und Portfolios signifikant mehr rauskommt, als bei den ETFs. Das ist klar und konsequent zu Ende gedacht. Denn natürlich werden die Aktiv-Wertpapiere an den Überschüssen beteiligt, die passiven nicht. Damit wird aus der Glaubensfrage praktische Realität: Kommen die Kickbacks und Überschüsse, dann wird man mit dem einen mehr Spaß haben; kommen sie nicht, dann freut sich der Von-Beginn-an-Sparfuchs.
Das sind im Übrigen keine Kleinigkeiten, Unterschiede von mehreren 1.000 Euro sind eher die Regel als die Ausnahme. Für Kickback-Fans hat die Conti es mit der neuen Rente-Invest auf die Spitze getrieben und zahlt bei zunächst teureren Fonds noch deutlich höhere Überschüsse als zuletzt. Für uns Vermittler im Maklerportal übrigens übersichtlichst vorgehalten und für die Kunden transparent im Angebot ausgewiesen als „laufende Überschussbeteiligung in Prozent des Fondsguthabens (zum Beispiel „0,00 Prozent – 0,42 Prozent)“.
Wenn schon ein neues Gesicht, dann richtig, haben sich die Produktentwickler gedacht. Also gibt es auch Neuigkeiten, die zwar hübsch sind, aber nicht kriegsentscheidend wie Laufzeitmanagement und Rebalancing. So etwas ist ganz gut, um den nicht Profi-Investment-Kunden dafür zu gewinnen, seine Altersversorgung lieber nicht einfach so bei einem Online-Broker unbeaufsichtigt dahin laufen zu lassen.
Was die Schlussnote eher positiv beeinflusst ist die investmentorientierte Rente. Also, „Kunde, nimm bloß 75 Prozent der (eh hohen) Rentengarantie und lass den Rest in Fonds investiert sein. Wenn es gut läuft, wird die Rente spürbar höher sein.“ Die Ehrlichkeit gebietet, nicht zu verschweigen, dass das auch ein Draufzahlgeschäft werden kann. Man weiß es halt nicht, aber es ist gut, die Wahl zu haben. Auch dass man das Endalter erhöht hat auf 87 Jahre trägt den demographischen Entwicklungen Rechnung. Nun kann ein Einjähriger also fast neun Dekaden lang seine Garantien retten. Aber nur bei der Conti.
Eine glatte 10 also? Nein, denn einen halben Punkt braucht es, weil es immer noch Luft nach oben geben muss. Und einen weiteren halben Abzug gibt es für die Schlussüberschussregelung. Schlussüberschüsse sind nicht per se schlecht, können aber im Zweifel dem Kunden vorenthalten bleiben. Damit kann man leben, wenn es dafür eine eindeutige und nachvollziehbare Regelung gibt. Gibt es bei der Rente-Invest leider nicht.
„Die Schlusszuweisung ergibt sich aus der Bezugsgröße multipliziert mit dem zum Zeitpunkt der Zuweisung festgelegten Prozentsatz. Den Prozentsatz legen wir jedes Jahr neu fest. Die Höhe des Prozentsatzes kann nicht garantiert werden; sie kann auch Null betragen […]. Die Bezugsgröße für die Schlusszuweisung ergibt sich aus der Summe der Bezugsgrößen für jeden Investmentfonds aus dem Fondsguthaben. Die Bezugsgröße je Investmentfonds erhöht sich monatlich um den Wert des Fondsguthabens des Investmentfonds zum Monatsbeginn multipliziert mit einem festgelegten Prozentsatz. Den Prozentsatz legen wir je Investmentfonds fest; er ist variabel. Die Höhe des Prozentsatzes kann nicht garantiert werden; sie kann auch Null betragen […].“ (aus Allgemeinen Vertragsinformationen Conti Rente-Invest; Kapitel II, 2.2.)
Das Wasser ist nass, der Himmel ist blau und Produktentwickler der Conti haben ihre eigene Welt.
Fondspolice ist nicht gleich Fondspolice. Es gibt gute und schlechte. Die Rente-Invest ist neuerdings (zusammen mit der Condor Congenial) die Benchmark.
Christian Geier, Jahrgang 1974, ist Vorstand bei der FP Finanzpartner AG und dort unter anderem zuständig für die Produktauswahl und Sicherung der Beratungsqualität. Zudem leitet er dort das umsatzstärkste Ressort „Personenversicherungen“. Der promovierte Kultur- und Betriebswirt berät dabei immer noch seine eigenen Kunden und lebt und arbeitet im niederbayerischen Straubing.
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