Assekurata-Analyse

Solvenzquoten der Lebensversicherer leicht rückläufig

Die ersten Lebensversicherer haben ihre Solvenzquoten gemeldet – und obwohl die Werte laut Rating-Agentur Assekurata noch „vergleichsweise hoch“ ausfallen, deutet sich für 2020 ein Rückgang bei den Quoten an. Hier erfahren Sie mehr dazu.
© picture alliance/Frank Rumpenhorst/dpa
Die Bronzeplastiken von Bulle und Bär stehen vor dem Gebäude der Frankfurter Wertpapierbörse: Als Folge der sich zuspitzenden Corona-Krise rutschte der deutsche Aktienindex Dax zwischenzeitlich deutlich ab.

Die Aufsichtsbehörde Bafin hat den deutschen Lebensversicherern wegen der Corona-Krise Aufschub bei der Vorlage ihrer Solvenzberichte eingeräumt – trotzdem 33 Anbieter ihre Solvenzquoten schon veröffentlicht (Stand: 7. April 2020, 16 Uhr). Die Rating-Agentur Assekurata hat sich diese angeschaut und stellt fest: „Nach dem marktweiten Anstieg im Vorjahr lassen die ersten Quoten der deutschen Lebensversicherer für 2020 einen Rückgang erwarten, fallen aber noch immer vergleichsweise hoch aus.“

Die Solvenzquote (SCR-Quote) gibt an, ob ein Versicherer in Szenarien, die etwa extreme Verwerfungen an den Kapitalmärkten modellieren, trotzdem genügend Eigenmittel hat, um die Verpflichtungen gegenüber seinen Versicherten zu erfüllen. Die Quote muss bei mindestens 100 Prozent liegen.

Die untenstehende Tabelle von Assekurata gibt die bisher veröffentlichten Solvenzquoten der deutschen Lebensversicherern an. Die aufsichtliche Solvenzquote liegt danach zum 31. Dezember 2019 im arithmetischen Durchschnitt bei etwa 461 Prozent. Im Vorjahr hatte sie branchenweit noch etwa 480 Prozent betragen, für die bisher erfassten Versicherer durchschnittlich noch höher, nämlich bei 504 Prozent.

Die Spannweite zwischen den einzelnen Anbietern sei nach wie vor „beachtlich“, stellt Assekurata fest. Sie rangierten zwischen 160 bis über 900 Prozent. „Den Spitzenwert erzielt die VPV Leben mit 947 Prozent, gefolgt von der Swiss Life (856 Prozent), der SV Sachsen Leben (844 Prozent) und der LV 1871 (828 Prozent)“, berichtet Assekurata. Und weiter: „Positiv fällt auf, dass sich bisher zehn Unternehmen dem Markttrend widersetzen und ihre Quote im Vergleich zum Vorjahr nochmals steigern konnten.“

Einen Hinweis bringt Lars Heermann, Bereichsleiter Analyse und Bewertung der Rating-Agentur, noch zum Verständnis der Zahlen: „Da die Datenlage auf Dezember 2019 basiert, sind die aktuellen Verwerfungen an den Kapitalmärkten im Zuge der Corona-Krise nicht in den Zahlen eingepreist.“ Die Auswirkungen dessen würden sich erst in den Werten für 2020 niederschlagen.

Die Tabelle von Assekurata gibt es in groß auch unter www.solvencydata.com/ticker Dort werden die Daten auch ständig aktualisiert.

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Autorin

Karen

Schmidt

Karen Schmidt ist seit Gründung von Pfefferminzia im Jahr 2013 Chefredakteurin des Mediums.

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