Private Rentenversicherungen mit Indexbeteiligung bei voller Garantie seien stark gefragt, berichtet das „Handelsblatt“ am Montag und verweist zur Begründung auf die Aussage eines Branchenkenners: Indexpolicen böten Anlegern „auf der einen Seite viel Sicherheit und eine Garantie der eingezahlten Beiträge, sie profitieren aber von den Zuwächsen an Aktienmärkten“, so Michael Franke, Geschäftsführer der Ratingagentur Franke und Bornberg.
Franke und Bornberg hat für das „Handelsblatt“ eine ganze Reihe privater Rentenversicherungen unter die Lupe genommen – darunter auch jene im Gewand einer Indexpolice mit voller Beitragsgarantie.
Am überzeugendsten bewertete Franke und Bornberg dabei die Tarife „PrivatRente IndexSelect“ und „PrivatRente IndexSelect Plus“ der Allianz. Diese erreichten jeweils 98 von 100 möglichen Punkten, was entsprechend mit der Note „sehr gut“ belohnt wurde. Weniger Punkte, aber ebenfalls ein „sehr gut“, bekamen die Tarife von Württembergische („IndexClever“, 91 Punkte) und Nürnberger („Dax-Rente“, 86 Punkte).
Franke und Bornberg hat dabei folgenden Modellkunden herangezogen: Eine 32-jährige Person, die 35 Jahre lang 100 Euro monatlich in das Produkt einbezahlt. Die jeweils prognostizierte Rentenhöhe soll dann veranschaulichen, wie sich die Zahlungen bei einer vorgegebenen Rendite von 3 Prozent entwickeln würden. Dadurch ließe sich auch die Kostenbelastung widerspiegeln. Neben der Rentenhöhe wurde für die Untersuchung auch die Finanzkraft und das Rating des Versicherers berücksichtigt. Die Finanzkraft wurde demnach anhand des map-reports bewertet, beim Rating ging es um die Qualität der Verträge – etwa wie flexibel sie gestaltet sind, ob Versicherte zum Beispiel zusätzliche Zahlungen leisten können.
Beim Test der Indexprodukten ging die Finanzstärke zu 20 Prozent, Qualität und Rentenhöhe mit jeweils 40 Prozent in das Gesamtergebnis ein.
Die gleiche Gewichtung haben die Tester auch bei den fondsgebundenen Rentenversicherungen mit einer Beitragsgarantie von 80 Prozent angesetzt. Im Vergleich zur Indexpolice sei hier der Spielraum des Versicherers bei der Geldanlage größer.
Das beste Ergebnis erzielte hier die LV 1871 mit dem Tarif „Mein Plan“, der die Note „sehr gut“ mit einem Ergebnis von 93 Punkte erreichte. Dahinter folgt die „Premium Rente“ der Huk-Coburg – hierfür gab es ebenfalls ein „sehr gut“ bei 91 Punkten. Mit einem erneuten Abstand von nur zwei Punkten folgt die „Rente Invest Garant“ der Continentale („sehr gut“, 89 Punkte), dicht dahinter die „FlexRente performance-safe“ der Stuttgarter („sehr gut“, 88 Punkte) sowie gleichauf die Allianz mit „PrivateRente InvestFlex mit Garantie, Tarif RF1GD (E194)“. Es folgen vier weitere Anbieter mit „sehr guten“ Ergebnissen mit Punkten von 87 (Gothaer und Ergo Vorsorge) sowie 85 (Continentale und Alte Leipziger).
Wer vollständige Sicherheit für verzichtbar hält, für den können laut „Handelsblatt“ Fondslösungen ohne Garantie eine Alternative sein, da hier der Spielraum bei der Investmentstrategie noch einmal größer sei.
In der Kategorie der fondsorientieren Rentenversicherungen ohne Garantie kann sich der „sehr gute“ Tarif „fondsgebundene Rentenversicherung E-FR“ der Europa Versicherung mit 91 Punkten knapp vor der Konkurrenz behaupten.
Es folgen diese weiteren „sehr guten“ Tarife: Neue Leben mit dem „Aktivplan NARH19 (Fonds)“ (90 Punkte), Debeka mit „Chance Invest Tarif CA61“ (89 Punkte) sowie ebenfalls mit je 89 Punkten: Hannoversche („Fondsrente Tarif FR3“), die Bayerische („Fondsrente PUR Tarif FRVGZB“) und Neue Leben („Strategieportfolio NARF19 (Fonds)“). Weitere sieben Anbieter erzielen ebenfalls „sehr gute“ Noten: Stuttgarter („FlexRente invest – Tarif 53oG“, 88 Punkte), Targo („Investment-Rente“, 86 Punkte), Ergo Vorsorge („Ergo Rente Chance“, 86 Punkte), Continentale („Rente Invest Tarif RI“, 86 Punkte), Condor („Congenial privat C78 B“, 86 Punkte), Prisma Life („Prisma FlexInvest (DE)“, 85 Punkte), LV 1871 („Mein Plan“, 85 Punkte).
Bei der reinen Fondsvariante gilt, dass die Finanzkraft des Versicherers nur zu 10 Prozent entscheidend ist, Qualität und Rentenhöhe wurden jeweils mit 45 Prozent gewichtet.
Das Fazit der Tester: Je größer der Fondsanteil bei den privaten Rentenversicherungen ausfällt, desto höher sind in der Regel auch die Kosten.
Das sei auch der Grund dafür, dass die Rentenzahlungen in der Modellrechnung von Franke und Bornberg bei Produkten mit voller Beitragsgarantie bei gleichen Annahmen meist höher ausfielen als in Tarifen, die nur 80 Prozent der Beiträge oder überhaupt keinen Betrag garantieren, heißt es in dem Bericht.
Beispiel: Der Index-Tarif „PrivatRente IndexSelcect RIU2“ der Allianz, der die eingezahlten Beiträge garantiert, erzielt bei einer unterstellten Wertentwicklung von drei Prozent im Musterfall eine monatliche Rente von 201,22 Euro. Zum Vergleich: Die lupenreine Fondspolice der Europa ohne Garantie erreicht demnach nur eine monatliche Rente von 157 Euro.
„Anleger sollten sich aber nicht von dieser Rechnung leiten lassen“, betont das „Handelsblatt“. Zwar sei die Kostenbelastung größer, dafür seien aber auch die Renditeaussichten bei den reinen Fondsvarianten ohne Garantie deutlich besser.
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