Alarmierende Studie von Swiss Re

EZB-Politik kostet Versicherer Milliarden

Um das Wirtschaftswachstum anzukurbeln hat die Europäische Zentralbank seit der Finanzkrise 2008 den Leitzins auf nunmehr 0,05 Prozent gesenkt. Was den Peripheriestaaten helfen sollte, kostet private und institutionelle Anleger jedoch ihre Gewinne. Swiss Re hat die Verluste der Versicherer errechnet.
© Getty Images
Frankfurt: Am 18. März protestierten in Frankfurt zahlreiche Menschen vor der EZB-Zentrale. Über die Politik der Zentralbank regen sich jedoch nicht nur Blockupy-Demonstranten auf, auch in der Wirtschaft hält sich die Begeisterung in Grenzen.

Laut einer aktuellen Studie des Rückversicherers Swiss Re haben europäische und amerikanische Versicherer zwischen 2008 und 2013 zinsbedingt rund 365 Milliarden Euro verloren. Laut Versicherungsverband GDV sollen davon rund 15 Milliarden Euro allein auf die deutschen Lebensversicherer entfallen. Der Grund: Versicherungen legen traditionell einen Großteil ihrer Gelder in festverzinsliche Wertpapiere an. Hier hat sich der Zins in den vergangenen sieben Jahren in Richtung Null bewegt.

Neben niedrigen Erträgen, so Swiss Re weiter, bringt die Niedrigzinspolitik der Notenbanken noch ein weiteres Problem mit sich: „Durch die Verdrängung der Investoren aufgrund künstlich tief gehaltener oder negativer Zinsen werden verschiedene Finanzierungsmöglichkeiten, welche sonst die Realwirtschaft unterstützen, verringert.“ Dies sei sowohl für die Finanzstabilität als auch das Wirtschaftswachstum gefährlich.

Der GDV fordert deshalb einen Kurswechsel in der Geldpolitik: „Eine Senkung des durchschnittlichen Zinsniveaus um einen Prozentpunkt bedeutet, dass ein Bürger 15 Prozent mehr aufwenden muss, um seine Altersvorsorge stabil zu halten.“ Und weiter: „Daher ist es wichtig, das Augenmerk auf dringend erforderliche strukturelle Reformen zu legen, damit baldmöglichst eine Zinswende eingeleitet werden kann.“

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