Eine Studie im Auftrag des Verbraucherzentrale Bundesverbands (VZBV) hatte die Vergleichsrechner der Vergleichsportale von Check24, Verivox, Toptarif, Financescout24 und Biallo kritisch unter die Lupe genommen. Fazit: Die Ergebnisse seien für die Nutzer nur schwer zu überprüfen (wir berichteten).
Nun hat sich Biallo zu Wort gemeldet – das Unternehmen gibt sich zerknirscht und vermeldet umfassende Nachbesserungen: Man habe „alle Kritikpunkte der Verbraucherzentralen aufgegriffen“, teilte das Vergleichsportal mit. So sei beispielsweise der Girokonten-Vergleich „komplett überarbeitet“ worden und bilde nun den Markt weitestgehend ab.
In dem Vergleich stecken nach eigenen Angaben die Daten von fast 1.500 überregionalen und regionalen Banken und Sparkassen. Das sei „deutlich mehr als bei jedem anderen Portal“, heißt es bei Biallo. Die Auflistung erfolge dabei unabhängig davon, ob für den Abschluss eines Girokontos eine Provision fließe oder nicht. Ohnehin gebe es nur mit zehn Anbietern eine entsprechende Vereinbarung.
Neu konzipiert sind den Angaben zufolge auch die Such- und Sortierungsoptionen im Girokonto-Vergleich. Im ersten Schritt könne der Nutzer nun wählen, ob er sich für ein Online-, ein Filial-, ein Studenten- oder Basiskonto entscheiden möchte. Wer ein Filialkonto sucht und die Postleitzahl seines Wohnortes eingibt, erhält demnach sämtliche Angebote in seiner Umgebung.
Die erste Sortierung erfolge standardmäßig nach der Bewertung des Girokontos, maximal vergebe Biallo fünf Punkte. Basis dafür seien „mehrere, unterschiedlich gewichtete Kriterien“. Wie die Wertung zustande komme, erfahren die Nutzer demzufolge, wenn sie in das entsprechende Feld klicken.
Die Studie im Auftrag des VZBV hatte unter anderem kritisiert, dass Biallo seine Kontoangebote „anscheinend nach dem Ertrag“ sortiere. Das werde das aber nicht explizit erklärt, hieß es (siehe Seite 19 im Studienbericht). Auf der Seite befinde sich oberhalb der Rankingergebnisse der Hinweis „Modellfall anzeigen“, berichten die Studienmacher. Der Modellfall beschreibe, welches Kontonutzungsmodell Biallo bei der Berechnung des Ertrages verwendet habe.
Im Groben sei damit auch der Ranking-Algorithmus beschrieben, folgern die Analysten. „Leider ist diese Beschreibung, in der dargebotenen Form, für den durchschnittlichen Verbraucher kaum verständlich“, so die Kritik. Und weiter: „Im Wesentlichen ergibt sich der Ertrag als Habenzinsen, multipliziert mit dem durchschnittlichen Guthaben, welches der Kunde angibt, und Dispo -, beziehungsweise Sollzinsen, multipliziert mit dem durchschnittlichen Minus – abzüglich möglicher Kontoführungsgebühren.“
Bei Biallo weist man darauf hin, dass die Angebotsliste nun alternativ nach Monatspreis, Anbietern oder dem Preis für die Girokarte sortiert werden könne. Zudem sei aufgelistet,an wie vielen Geldautomaten der Kunde jeweils kostenlos Bargeld erhält. Nach welchem Kriterium die Ergebnisliste sortiert sei, werde zudem nun immer optisch hervorgehoben.
Veränderungen bei Kommentarfunktion
Auch die kritisierte Kommentarfunktion habe man verbessert, heißt es. Es gehe nun klar hervor, dass Kommentare erst auf Richtigkeit und Netiquette überprüft würden, bevor sie freigeschaltet werden.
So hatten die Verbraucherschützer zuvor angemerkt, dass eine Moderation der Kundenkommentare und -bewertungen zwar im Vergleich nur bei Biallo erkennbar sei (siehe Seite 40 im Studienbericht). Es werde aber nicht erläutert, was es genau bedeute, wenn es heißt, dass die Biallo-Redaktion jeden Kommentar sichte.
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