Umfrage

Deutsche erwarten Inflation, zeigen sich bei ihren Anlagen aber kaum besorgt

Obwohl viele Deutsche in den kommenden sechs Monaten mit einer Preissteigerung rechnen, sind sie um ihre Geldanlage kaum besorgt. Wie eine Umfrage von Union Investment zeigt, gelten Immobilien und Gold sowie Aktien und Fonds als Schutz vor einer Inflation.
© picture alliance / Jörg Carstensen
Viele Deutsche erwarten im zweiten Halbjahr dieses Jahres eine Inflation.

Die Mehrheit der Deutschen (89 Prozent) erwartet im kommenden Halbjahr steigende Preise. Zwei Drittel glauben zwar nur an eine leichte Steigerung, doch 23 Prozent rechnen mit stark steigenden Preisen, so die aktuellen Zahlen einer repräsentativen Umfrage für das „Anlagebarometer“ von Union Investment. Dass die Preise gleichbleiben, davon gehen demzufolge 8 Prozent aus und leicht fallende Preise erwarten nur 2 Prozent.

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Dennoch machen sich der Umfrage zufolge kaum Deutsche Sorgen um die Ersparnisse und fürchten kaum Konsequenzen für die Geldanlage. 48 Prozent derjenigen, die mit steigenden Preisen rechnen, machen sich keine Sorgen um die eigenen Ersparnisse. 40 Prozent zeigen sich etwas besorgt, sehr besorgt sind 11 Prozent.

Kaum Umschichtung geplant

Grund zur Umschichtung der eigenen Geldanlagen sehen jedoch nur wenige. Die Mehrheit der Befragten (75 Prozent) nimmt keine Veränderungen vor, 9 Prozent möchten zunächst mit einem Bankberater besprechen. 16 Prozent wollen aktiv werden und Gelder umschichten, darunter hauptsächlich Männer (59 Prozent). Auch beim Sparverhalten bleiben die meisten trotz der erwarteten Preisentwicklung gelassen: 67 Prozent werden nicht mehr und nicht weniger sparen als bisher. 19 Prozent möchten künftig mehr Geld zurücklegen, 13 Prozent weniger.

„Das Ende der Corona-Pandemie ist in Sicht, die damit einhergehenden Lockerungen beflügeln die Konjunktur und sorgen für erhöhten Preisdruck. Diese Sondereffekte dürften 2022 allerdings wieder nachlassen. Wir erwarten, dass die Inflationsrate dann auf ein moderates Niveau sinken wird“, sagt Giovanni Gay, Geschäftsführer bei Union Investment.

Immobilien und Gold bester Schutz vor Inflation?

Den besten Schutz vor Inflation sehen viele Menschen in der Investition in Immobilien (74 Prozent), Gold (73 Prozent) aber auch Aktien (35 Prozent) und Investmentfonds (33 Prozent). Unter denen, die Aktien und Investmentfonds besitzen, sind sogar noch mehr dieser Meinung (55 Prozent beziehungsweise 41 Prozent). Auf die Aktienkurse blicken die Befragten optimistisch. 57 Prozent der Befragten erwartet, dass die Aktienkurse in den kommenden sechs Monaten steigen (plus 18 Prozentpunkte im Vergleich zum zweiten Quartal 2020).

Allerdings wollen, so Union Investment, nur wenige Menschen auf die erwarteten Kursanstiege reagieren. „Aus Angst vor vermeintlichen Verlusten scheuen sich noch immer viele Anlegerinnen und Anleger davor, an den Kapitalmärkten teilzuhaben. Dabei sind sie nicht auf sich allein gestellt, sondern können sich bei aktiv gemanagten Fonds auf die Expertise des Fondsmanagements verlassen“, sagt Gay.

Autorin

Manila Klafack war bis März 2024 Redakteurin bei Pfefferminzia. Nach Studium und redaktioneller Ausbildung verantwortete sie zuvor in verschiedenen mittelständischen Unternehmen den Bereich der Öffentlichkeitsarbeit.

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