Vertreter der Allianz, die besonders zufriedene Kunden haben, belohnt der Versicherer seit gut 20 Jahren mit einer sogenannten Bestandssicherungsprovision (BSP), die zum Jahresende ausgezahlt wird. Wie hoch diese ausfällt, bemisst sich nach dem Storno-Volumen, also der Zahl der vorzeitig beendeten Verträge – und hier haben viele Vermittler offenbar einen guten Job gemacht: Die BSP belaufe sich bei vielen Vertretern auf rund 10.000 Euro jährlich, bei manchen habe sie auch schon mal 20.000 Euro überschritten, berichtet die Süddeutsche Zeitung. Umso größer ist der Frust in der Vertriebsmannschaft über die jüngsten Pläne der Allianz.
Denn der Versicherer will die Zahlungen, von der gut die Hälfte der 8.200 Agenturinhaber profitiert, auslaufen lassen. Nach einer vierjährigen Übergangsfrist, in der die Summe aus dem Jahr 2017 gezahlt werde, falle die BSP ganz weg, berichtete die Süddeutsche. Die Allianz hat dies inzwischen bestätigt. Demnach sollen die Vertreter auf ein neues Provisionsmodell umsteigen. Unterm Strich läuft es aber auf eine Kürzung der Provision hinaus.
Im Gegenzug soll die Digitalisierung vorangetrieben werden
Die Vertriebskosten müssten sinken, erklärt die Allianz. Im Gegenzug sollen die Digitalisierung und neue Angebote vorangetrieben werden, was auch den Vermittlern in Form steigender Absätze zu Gute kommen solle. Und dennoch: Dass über 4.000 Betroffenen ein „einstelliger Anteil an den Provisionseinnahmen“, wie die Allianz verlautbart, verloren geht, schlägt in der Vertriebsmannschaft gehörig auf die Stimmung.
Zumal das Zusammenspiel zwischen Vermittler und Versicherer offenbar nicht ganz reibungslos funktioniert. „Zwei Stunden lang habe ich erfolglos versucht, die Unterschriften zu bekommen“, wird ein Vermittler zitiert, der seinem Ärger in einem internen Online-Forum Luft macht. „Und zwar nicht, weil sie nicht wollte, sondern weil unsere Technik wieder komplett versagt hat.“ Eigentlich sollte das problemlos digital gehen, so der Bericht.
Der „drastische Schritt“ dürfte nun eine Reihe von Kündigungen seitens betroffener Vermittler nach sich ziehen, mutmaßt die Süddeutsche. Da es der Allianz aber gut gehe, werde dies in Kauf genommen, heißt es.
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