Produkte der Woche

Neues aus den Ideenschmieden der Versicherer

Die Condor hat ihre Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) aufpoliert, die Gothaer hat eine neue Krankenvollversicherung im Angebot, der Volkswohl Bund hat an seiner BU herumgetüftelt, die Basler hat ihre Grundfähigkeiten- und ihre Cyberversicherung überarbeitet, und sowohl R+V als auch Nürnberger starten mit Budgettarifen in der betrieblichen Krankenversicherung.
Produkte der Woche
© picture alliance / Zoonar | Max 4e
Ein Schmied bei der Arbeit: Auch in dieser Woche haben sich die Versicherer wieder einiges einfallen lassen.
Condor mit überarbeiteter BU

Die Condor Lebensversicherung bietet ab dem 1. Juli eine frisch überarbeitete Berufsunfähigkeitsversicherung an. Die wesentliche Neuerung des Produkts ist die Aufteilung in drei Tariflinien („Basic“, „Comfort“ und „Premium“).

Alle drei Tarife passen sich im Laufe des Berufslebens automatisch an neue Situationen an.  So kann bis zu drei Mal die Berufsgruppe überprüft werden („BG-Check“) – ohne erneute Risikoprüfung. Das sei besonders für Schüler, Auszubildende und Studenten relevant, die in der Regel nicht wüssten, wie ihre private und berufliche Situation einige Jahre später aussehe, schreibt die Condor. Darüber hinaus verzichtet der Versicherer bei Selbstständigen mit Betrieben mit weniger als zehn Mitarbeitern auf eine Umorganisation.

Im neuen Produkt zahlen viele Berufsgruppen zudem niedrigere Prämien – dank einer frischen Einteilung. Dazu gehören Ärzte und andere medizinische Berufe, Beamte, Kaufleute sowie Schüler und Studenten.

Speziell für Beamte bietet die Condor in allen drei Linien zudem eine echte Klausel für Dienstunfähigkeit (DU) inklusive spezieller DU-Klausel an. Condor richtet sich hier nach der Entscheidung des Dienstherrn. In den Varianten „Comfort“ und „Premium“ zahlt der Versicherer bei Abschluss dieser Option bereits eine Rente bei einer Arbeitsunfähigkeit (Krankschreibung). Im Gegensatz zur Berufsunfähigkeit ist hier kein 50-prozentiger BU-Grad notwendig.

Darüber hinaus bieten „Comfort“ und „Premium“ eine Sofortleistung bei schweren Krankheiten wie Krebs, Herzinfarkt oder Schlaganfall. Condor zahlt in diesen Fällen die BU-Rente sofort für bis zu 15 Monate – selbst wenn in dieser Zeit keine BU festgestellt wird. Die Tariflinie „Premium“ hat zudem zwei weitere Bausteine: zusätzliche Pflegeleistungen, mit denen die BU-Rente verdoppelt werden kann, und ein Sofortkapital in Höhe einer Jahresrente im BU-Fall.

Gothaer startet neue Krankenvollversicherung

Ab dem 1. Juli bietet die Gothaer eine neue Krankheitskostenvollversicherung an: „Medi Compact“. Kunden können dann zwischen zwei Varianten wählen: „Plus“ und „Premium“. Beide Tarife bieten einen weltweiten Schutz.

Im „Plus“-Tarif gibt es zwei Selbstbeteiligungsstufen. Beim „Premium“-Tarif können Versicherte bei der Höhe ihrer Selbstbeteiligung zwischen vier Stufen wählen. Vorsorgeuntersuchungen, Schutzimpfungen und Zahnprophylaxe-Maßnahmen werden nicht auf die Selbstbeteiligung angerechnet und wirken sich auch nicht auf die Beitragsrückerstattung aus.

Die Gothaer will mit dem neuen Produkt insbesondere Familien und Paare in der Familienplanung ansprechen. Denn: Der Versicherer übernimmt neben den Aufwendungen für Kinderwunschbehandlungen auch die Kosten für Geburtsvorbereitungskurse sowie für Schwangerschafts- oder Rückbildungsgymnastik.

Kinder können zudem nachversichert werden und sind die ersten sechs Monate ihres Lebens beitragsfrei. In der niedrigsten Selbstbehaltstufe entfällt die Selbstbeteiligung für Kinder, in allen anderen Stufen greift eine Halbierung des Selbstbehalts.

Außerdem umfassen die beiden Tarife neben einer ambulanten, stationären und zahnärztlichen Behandlung auch Heilpraktiker- und Osteopathiebehandlungen. Bei einem Krankenhausaufenthalt übernimmt die Gothaer – je nach Tarif – die Kosten für ein Einbett-, Zweibett- oder Familienzimmer.

Ebenfalls enthalten sind Services wie eine Videosprechstunde, privatärztliche Hausbesuche und ein Zweitmeinungsservice. Passende Ärzte lassen sich über die Gothaer-Gesundheits-App finden.

Volkswohl Bund mit Updates in der BU

Auch der Versicherer Volkswohl Bund hat seine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) überarbeitet. Die wohl wichtigste Veränderung: eine aktualisierte Risikokalkulation für viele Berufsgruppen. Zudem stuft der Volkswohl Bund ab sofort Studierende nach ihrem Studienfach und nicht mehr nach dem angestrebten Beruf ein.

Außerdem gilt im Tarif „BU Mordern“ das Bruttoeinkommen des Kunden als maximal mögliche BU-Rente. Und: Es gibt neuerdings 21 Möglichkeiten zur Nachversicherung. Ein Beispiel: Der Arbeitsunfähigkeitsbaustein (AU-Baustein) lässt sich bei bestimmten Ereignissen nun auch noch nachträglich abschließen.

> Sie interessieren sich für das Thema Biometrie? Dann lernen Sie das neue Live-Infoportal BiomexTV kennen – powered by Pfefferminzia. 

Biomextv

Basler überarbeitet Grundfähigkeiten- und Cyberversicherung

Die Basler Versicherung wertet ihre Grundfähigkeitenversicherung zum 1. Juli 2022 im Tarif „Bronze“ auf. So hat sich die Zahl der Leistungsauslöser auf 18 erhöht. Darin enthalten sind neu zwei weitere Fähigkeiten: der Gebrauch eines Armes und das Halten und Greifen. Dadurch ist dieser Tarif beispielsweise auch für Berufe im technischen Bereich, in der Industrie, im Restaurant, im Personentransport oder für Friseure geeignet.  

Gleichzeitig gibt es Updates in der Cyberversicherung der Basler: Ebenfalls ab dem 1. Juli wird die Leistungs-Update-Garantie integriert. Kunden, die das neue Produkt erwerben, profitieren zukünftig automatisch von Bedingungsverbesserungen und zusätzlichen Leistungen.

Auch neu: Betriebsunterbrechungen durch technische Probleme (Fehlfunktionen) der informationsverarbeitenden Systeme sind ebenso mitversichert wie die Übernahme von Belohnungsgeldern.

R+V startet Budgettarife in der bKV 

Die R+V Krankenversicherung führt zum 1. Juli Budgettarife in der betrieblichen Krankenversicherung (bKV) ein. Mit den neuen Tarifen stellen Arbeitgeber ihren Mitarbeitenden ein jährliches Budget von bis zu 300, 600 oder 900 Euro für verschiedene Gesundheitsleistungen zur Verfügung. Die Arbeitnehmer können diesen Betrag nach eigenen Wünschen für diese Leistungen verwenden. Zu den möglichen Leistungen zählen unter anderem Zahnvorsorge, Sehhilfen, Impfungen oder Vorsorgeuntersuchungen.

Nürnberger ebenfalls mit Budgettarifen in der bKV

Auch die Nürnberger springt in der bKV auf das Thema Budgettarife auf. Im Rahmen der betrieblichen Krankenversicherung gibt es vier Stufen (300, 600, 900 oder 1.200 Euro), die der Arbeitgeber für seine Mitarbeitenden aussuchen kann.

Der bKV-Tarif „Budget Select“ enthält ambulante Leistungen etwa für Sehhilfen (hälftiges Jahresbudget) und Augenlasern, Vorsorgeuntersuchungen (altersunabhängig), Schutzimpfungen sowie Alternative Medizin inklusive Osteopathie. Auch ambulante und stationäre Zuzahlungen werden übernommen, ebenso Heilmittel wie Physio- und Ergotherapie sowie Hilfsmittel wie etwa Hörgeräte.

Außerdem übernimmt die Nürnberger im Rahmen der Budgettarife nicht verschreibungspflichtige, aber vom Arzt auf Rezept empfohlene, Arzneimittel. Zudem sind Zahnbehandlungen und – je nach Tarif – Leistungen für Zahnersatz im Leistungsspektrum enthalten.

Für arbeitsentgeltfreie Zeiten (Arbeitsunfähigkeit oder Eltern- und Pflegezeit) gibt es eine Beitragsbefreiung. Der Versicherungsschutz bei Unfall bleibt dabei bestehen; Gesundheitsprüfung und Wartezeiten entfallen. Angeratene und begonnene Behandlungen für den Zeitraum vor der Beitragsfreistellung sind mitversichert.  

Mit dem Zusatzschutz „Budget Select privat 600“ führt die Nürnberger außerdem einen Budgettarif in der Zusatzversicherung ein. Die Kunden haben mit diesem Tarif das ganze Jahr über freie Auswahl bei Leistungen für ihre Gesundheit – mit einem jährlichen Budget von 600 Euro. Das Leistungsspektrum ist identisch mit dem Budgettarif in der bKV. 

>>> Warum der Budgettarif-Gedanke in der bKV so interessant ist, erfahren Sie in der neuen Kolumne von Spezialmakler Marco Scherbaum.

Mehr zum Thema

„Bekomme ich eigentlich Geld zurück, wenn ich nicht berufsunfähig werde?“

Hier geht es zum Blog-Beitrag von Tobias Bierl.

54 Prozent der Firmen ohne bKV wollen eine einführen

Die betriebliche Krankenversicherung (bKV) ist seit 2015 eine Erfolgsgeschichte: rund 17.500 Firmen bieten ihren Mitarbeiterinnen…

Arbeitgeber oder Arbeitnehmer – wer zahlt die Beiträge zur bKV?

Der Unterschied zwischen den beiden möglichen Finanzierungsformen der betrieblichen Krankenversicherung (bKV) erklärt sich schon aus…

Autorin

Juliana Demski gehörte dem Pfeffi-Team seit 2016 an. Sie war Redakteurin und Social-Media-Managerin bei Pfefferminzia. Das Unternehmen hat sie im Januar 2024 verlassen.

Teilen:
Nicht verpassen!

Pfefferminzia.pro

Eine Plattform, die liefert: aktuelle Informationen, praktische Services und einen einzigartigen Content-Creator für Ihre Kundenkommunikation. Alles, was Ihren Vertriebsalltag leichter macht. Mit nur einem Login.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Pfefferminzia