Sie gehören zu den Kolleginnen und Kollegen, die in der Online-Beratung mit Folien arbeiten? Hervorragend! Damit machen Sie schon mal sehr viel richtig. Denn jede Folie ist mehr wert als das bloße Übertragen des Bildschirms. Allerdings sollten Sie bei Ihren Beratungsfolien ein paar grundlegende Dinge beachten. Denn auch hier gilt: Gut gemeint ist nicht immer gut gemacht.
Die Folien im Online-Gespräch erfüllen einen bestimmten Zweck. Sie dienen dazu, Ihre Kunden zu aktivieren und die Interaktion zu fördern. Aus meiner Erfahrung weiß ich, dass die meisten selbst erstellten Folien diese Kriterien nicht erfüllen. Darum gebe ich Ihnen hier fünf Tipps mit auf den Weg, anhand derer Sie Ihre Folien genau unter die Lupe nehmen und optimieren können. Los geht’s!
Tipp Nr. 1: Weniger ist mehr
Ich weiß: Sie wollen Ihre Kunden so umfassend und genau wie möglich über Ihre Produkte informieren. Doch mit einer randvoll gestopften Folie erreichen Sie genau das Gegenteil. Kein, wirklich kein einziger Kunde hat Lust, sich mit Ihnen durch eine Textwüste zu arbeiten. Da könnte er auch allein das Produktdatenblatt studieren und sich dann entscheiden, nicht zu kaufen. Für Folien mit Text gilt: Maximal zehn Wörter pro Folie. So bleibt der Inhalt überschaubar und ist auf die Kernaussagen reduziert. Das erleichtert Ihrem Kunden den Zugang zum Produkt immens.
Tipp Nr. 2: Lassen Sie Bilder sprechen!
Erinnern Sie sich mal: Welche Bilder haben sich in Ihr Gehirn eingebrannt? Vielleicht ein atemberaubender Sonnenuntergang im letzten Urlaub? Oder eine besondere Situation mit Ihrem Nachwuchs? Vielleicht ein beeindruckendes Kunstwerk? Wir Menschen sind visuelle Wesen. Das, was wir sehen, bewegt etwas in uns. Nutzen Sie diesen Umstand für Ihre Beratungsfolien! Hier sagt ein Bild oft mehr als tausend Worte. Triggern Sie Emotionen, visualisieren Sie Schmerzpunkte – und erreichen Sie damit ein überdurchschnittliches Engagement Ihrer Kunden im Online-Gespräch.
Tipp Nr. 3: Nutzen Sie die Macht der Zahlen
78 Prozent. 64.350 Euro. 1.218 Euro. 809 Euro – na, sind Sie schon am Raten, was es mit diesen Zahlen auf sich hat? Genauso geht es Ihrem Kunden, wenn Sie ihm im Online-Gespräch eine wichtige Kennzahl zu ihrem Produkt auf einer Beratungsfolie präsentieren. Er überlegt, was dahintersteckt und was diese Zahl mit ihm zu tun hat. Genau das wollen wir im Online-Gespräch erreichen: Engagement. Gelingt es Ihnen, Ihren Kunden von Anfang an mit Ihrer Salestory zu packen, wird der Rest ein Spaziergang.
Hier noch eben die Auflösung meines Zahlenrätsels: 78 Prozent der Deutschen haben keine Berufsunfähigkeitsversicherung. Die Jahresarbeitsentgeltgrenze für die Private Krankenversicherung liegt 2023 bei 64.350 Euro. Die durchschnittliche Altersrente von Männern lag 2021 bei 1.218 Euro, Frauen erhielten lediglich 809 Euro. Alles wunderbare Aufhänger für Ihre Biometrie-Gespräche – oder?
Tipp Nr. 4: Entwickeln Sie eine packende Salestory
Eine gute Geschichte zieht uns sofort in ihren Bann. Denken Sie doch mal an das letzte Buch, das Sie gelesen, den letzten Film, den Sie gesehen haben – was war auschlaggebend, dass Sie drangeblieben sind? Richtig, der Aufbau der Geschichte und die Heldenreise der Hauptfigur. Diese beiden Aspekte sollten Sie auch bei der Gestaltung der Salestory für Ihre Beratungsfolien im Auge behalten. Bauen Sie die Folien aufeinander auf, kreieren Sie einen Spannungsbogen – und setzen Sie Ihren Kunden ins Zentrum des Geschehens! Wie, das erfahren Sie gleich.
Tipp Nr.5: Zeichnen, zeichnen, zeichnen
Eine Online-Beratungsfolie ist ein interaktives Objekt. Ja, sie bringt ein paar Basis-Informationen mit – aber den Rest füllen Sie gemeinsam mit Ihrem Kunden mit Leben. Das erreichen Sie durch zeichnen und schreiben. Sie als Beraterin oder Berater zeichnen und schreiben ergänzende Infos. Aber, viel wichtiger: Sie lassen Ihren Kunden zeichnen und schreiben. Auch er hat Ideen und Gedanken zum Produkt und zu seiner Absicherung. Geben Sie diesen Ideen und Gedanken Raum, indem Sie Ihrem Kunden das Ruder überlassen.
Sie werden sehen: Auf diese Weise setzt er sich viel intensiver mit dem Beratungsgegenstand auseinander, als wenn Sie ihm eine halbe Stunde lang einen Vortrag halten. Hier schließt sich der Kreis zu Tipp Nr. 1, denn: Das funktioniert nur, wenn Sie das „Weniger ist mehr“-Prinzip befolgen.
So, das waren meine fünf Tipps für optimal gestaltete Online-Beratungsfolien. Nehmen Sie Ihre Foliensätze am besten genau jetzt unter die Lupe und gleichen Sie ab, was Sie bereits umgesetzt haben – und wo Nachbesserungsbedarf besteht. Wenn Sie meine Impulse in die Tat umsetzen, werden Ihre Online-Gespräche künftig eine völlig andere Richtung einschlagen. Garantiert.
Über den Autor
Jan Helmut Hönle ist Gründer und Geschäftsführer der Hönle.training GmbH – Die Deutsche Akademie für Video- und Online-Beratung. Seit 2009 ist er als Motivator, Redner und Umsetzungs-Coach für Video- und Online-Beratung aktiv. Außerdem hat er das Buch „Online beraten und verkaufen“ (Springer-Gabler Verlag) geschrieben.