Pfefferminzia: Das Vitality-Programm belohnt Versicherte, wenn sie Sport treiben und sich gesund ernähren. Unter Datenschützern ruft das Bonusprogramm Kritik hervor und auch so mancher Kunde wird seine Gesundheitsdaten ungern teilen wollen. Wie ist das Programm bislang angelaufen?
Olaf Engemann: In Deutschland ist Vitality im Juli durch die Stammorganisation Exklusiv-Vertrieb Generali eingeführt worden und die Resonanz ist bereits sehr positiv. Das Programm hat uns deutlich mehr Neugeschäft beschert. Wir freuen uns daher auf den Start von Vitality im Dezember bei der Dialog.
Der Start von Vitality bei der Dialog ist zunächst auf den Risikoleben-Bereich beschränkt. Warum ist die Berufsunfähigkeitsversicherung noch außen vor?
Unser Hauptziel war es, Vitality im Jahr 2017 in den Markt einführen zu können. Dabei mussten wir priorisieren und haben unser Hauptaugenmerk auf die Risiko-Lebensversicherung gelegt. Wir sind sehr froh, Vitality nun im Dezember 2016 in Verbindung mit der RLV anbieten zu können. Gleichzeitig war es uns wichtig, auf der DKM die Einführung von Vitality präsentieren zu können. Nun werden wir sämtliche Anstrengungen unternehmen, dass wir den Vitality-Start in der Berufsunfähigkeitsversicherung bereits im zweiten Quartal 2017 möglich machen.
Der Vorstandsvorsitzende der Dialog, Michael Stille, erklärte kürzlich, dass die Dialog zu den Top-Ten-Anbietern in der Biometrie gehört und man in Zukunft in die Top Five vordringen will. Bis wann und wie soll Ihnen das gelingen?
Zunächst nur so viel: Das ist ein Ziel, dass wir 2017 angehen wollen. Das Vitality-Programm ist dabei ein wichtiger Baustein, aber natürlich nicht der einzige. In Zusammenarbeit mit Biometrie-Profis werden wir in Kürze analysieren, wo wir stehen und was wir noch benötigen, um unser Ziel zu erreichen. Wenn es uns zum Beispiel gelingt, über Bedingungswerke, schlankere Prozesse und noch ausgefeiltere Services bei Maklern zu punkten, haben wir einen ganz wichtigen Schritt getan. Denn es gibt inzwischen auch immer mehr Makler, die auch auf solche weichen Faktoren schauen. Klar ist: Der Preis alleine entscheidet nicht. Grundsätzlich gilt: Das Marktpotenzial in der BU ist weiter groß. In Deutschland gibt es rund 43 Millionen Erwerbstätige – so viele wie noch nie. Und nur ein Drittel derer haben ihre Arbeitskraft versichert – und das zum Teil auch unzureichend. Da müssen wir ansetzen.
Der Rückzug der Generali aus dem Maklervertrieb in der privaten Altersvorsorge hat im Frühjahr für viel Furore gesorgt. Wie bewerten Sie die Maßnahme im Rückblick?
Wir sind sehr frühzeitig, offen und transparent mit einem klaren Geschäftsmodell auf die Makler zugegangen. Dabei ging es nicht darum, sich für unsere strategische Entscheidung zu rechtfertigen, sondern einzig und allein darum, zu erklären, wie diese zustande gekommen ist und welche Chancen die mehrfach ausgezeichnete Dialog als Partner im Geschäft mit der privaten Vorsorge bietet. Ich finde, das haben wir ganz gut in den Markt getragen – und an unserem DKM-Stand haben die Makler das auch gar nicht mehr thematisiert.
Können Sie die Hauptgründe für das Aus des Maklervertriebs der Generali Leben in der privaten Vorsorge noch einmal kurz erläutern?
Die Neuaufstellung im Maklervertrieb bedeutet nicht das Aus, sondern die Konzentration auf einen Anbieter, nämlich die Dialog. Diese ist im Maklermarkt hervorragend aufgestellt, zahlreiche Auszeichnungen belegen das. Gleichzeitig ist nicht von der Hand zu weisen, dass angesichts des Niedrigzinsumfeldes und der Einführung des Lebensversicherungsreformgesetzes das Geschäft mit privater Vorsorge anspruchsvoller geworden ist. Zudem gibt es im Maklervertrieb sehr hohe Vorfinanzierungseffekte.
Warum haben Sie dann nicht die Abschlussvergütung zugunsten einer laufenden Courtage angepasst?
Die entscheidende Frage für uns war, ob wir mit der von Ihnen angesprochenen Maßnahme noch attraktiv im Markt gelegen hätten. Wir wollten uns ganz bewusst nicht schrittweise aus dem Markt „herausstehlen“, sondern einen klaren Kurs fahren, indem wir komplett aus den klassischen, vorfinanzierten Altersvorsorgeprodukten für den Maklervertrieb aussteigen. Im Übrigen positionieren wir uns über die Dialog ganz klar als ganzheitlicher Biometrie-Anbieter. Das Unternehmen steht mit seiner Marke sehr gut im Markt. Von daher war für uns klar, nicht länger mit zwei Versicherern die gleiche Zielgruppe anzusprechen, sondern uns auf den spezialisierten Anbieter für Makler zu konzentrieren. Und ich halte die Entscheidung nach wie vor für absolut richtig. Ein Versicherer, der ausschließlich auf einen Vertriebsweg ausgerichtet ist, denkt anders, tickt anders, der unterstützt auch anders – und handelt sehr vertriebsnah. Das finden wir sehr gut und hilft uns bei unserem Anspruch, Makler optimal zu erreichen.
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