Ob sich die Lebensversicherer mit Garantiezinsen von bis zu vier Prozent, wie sie in den 1990er-Jahren üblich waren, „nicht einfach verkalkuliert“ hätten, wollte das „Handelsblatt“ von R+V-Chef Norbert Rollinger wissen.
Der Vorwurf sei unfair, entgegnete Rollinger. „Es gilt der Spruch: Im Nachhinein ist man immer schlauer.“ In den 1990er-Jahren hätten Verbraucherschützer die Branche dafür kritisiert, dass diese „nur vier Prozent“ böte, während es damals für Bundesanleihen sieben oder acht Prozent Zinsen gegeben habe. Diese Stimmen seien heute alle verstummt, so Rollinger. Er sieht in den „4-Prozenter“ gar einen Segen für die Kunden. „Wer heute eine Lebensversicherung mit vier Prozent hat, ist ein König – denn er hat sie für 30 bis 40 Jahre sicher.“
Doch der R+V-Chef sprach nicht nur über die Vergangenheit, sondern blickte auch nach vorn. So räumte er angesichts der anhaltenden Nullzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) ein, „dass es zunehmend schwierig wird, die Garantie von 0,9 Prozent noch zu halten“.
Branche wird „weiter heruntergehen müssen“
Die Deutsche Aktuarvereinigung (DAV) werde daher in den kommenden Monaten darüber reden müssen, so Rollinger, „ob der Garantiezins noch einmal gesenkt werden muss“. Als Versicherer könne man sich von der allgemeinen Renditeentwicklung nicht einfach abkoppeln – und der R+V-Chef wird konkret: „Das heißt auch, wir werden in der Gesamtverzinsung – und zwar als R+V und als Branche – weiter heruntergehen müssen.“
Zugleich betonte der Manager, dass solch ein Schritt die Attraktivität des Produkts nicht einschränke, „denn diesen Effekt stellen Sie im ganzen Anlageuniversum fest“.
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