Finanztest testet Versicherungs-Apps

Beratungsleistung ist „bestenfalls befriedigend“

Versicherungsmakler-Apps von Knip, Clark & Co. treten mit dem Anspruch an, Kunden die Verwaltung ihrer Versicherungsverträge zu erleichtern und den Versicherungsschutz zu optimieren. Finanztest hat sich die Angebote angeschaut und kommt zu einem eher durchwachsenen Urteil. Hier gibt es die Details.
Ein Mann tippt auf seinem Smartphone: Versicherungs-App haben die Analysten von Finanztest nicht überzeugt.

Das Magazin „Finanztest“ hat sich in der aktuellen Ausgabe das Angebot von Versicherungsmakler-Apps einmal genauer angeschaut. Anbieter wie Knip, Clark, Treefin und Wefox bieten Kunden und zum Teil auch Versicherungsmakler diese Anwendungen an. Das Ziel: Alle Versicherungsverträge an einem digitalen Ort zu haben und dadurch einfacher zu erkennen, wo es gegebenenfalls noch Lücken im Versicherungsschutz gibt. Die Apps geben dabei teilweise auch Empfehlungen ab, wo aufgestockt werden könnte.

Sechs dieser Apps, die besonders häufig heruntergeladen werden, haben die Tester unter die Lupe genommen. Das sind die Angebote von Treefin, Knip, Clark, Verivox Versicherungsmanager, Wefox, Check24 Versicherungscenter. Das Fazit der Tester: Technisch laufe alles ganz gut, die Beratung sei aber „bestenfalls befriedigend“ im Falle von Treefin und Verivox, „mangelhaft“ bei Clark und beim Rest „ausreichend“.

Die typische Empfehlung der Apps laute meist: „Dein Tarif ist okay, aber es gibt auch etwas Günstigeres.“ Kunden müssten anfangs zwar Daten wie Einkommen, Schulabschluss, Beruf, Kinder, Wohnsituation oder zum Teil Angaben zur Gesundheit eingeben; der Kundenbedarf werde aber nicht vollständig abgefragt und der Kundenwunsch nicht geklärt, kritisieren die Analysten.

Nachholbedarf bei Empfehlungen und Datenschutz

Ein Beratungsfall den Finanztest durchspielte, war, ob die Apps eine – nach Angaben von Finanztest – sehr gute Haftpflichtversicherung auch als solche anerkennen. Das Ergebnis: Eine App sah keinen Versicherungsbedarf, eine weitere empfahl einen Tarif mit einer Versicherungssumme von 20 Millionen Euro (der bestehende Tarif decke 30 Millionen Euro ab), eine schlug einen Wechsel des Tarifs vor, weil es wichtig sei, grobe Fahrlässigkeit abzusichern (was im Ursprungstarif abgesichert war). Und eine App widerrief den Haftpflichtvertrag ohne endgültige Entscheidung des Kunden.

Ein weiterer Kritikpunkt der Finanztester: der Datenschutz. Alle sechs Apps versendeten beispielsweise Informationen über den Mobilfunkanbieter des Kunden, unter anderem an Facebook.

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Autorin

Karen

Schmidt

Karen Schmidt ist seit Gründung von Pfefferminzia im Jahr 2013 Chefredakteurin des Mediums.

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