Diesel-Skandal

Um über 7 Milliarden Euro streiten sich Kunden mit Autobauern

Der durchschnittliche Streitwert im Diesel-Skandal, bei dem Rechtsschutzversicherungen eingebunden sind, beläuft sich auf 24.000 Euro. Damit überschreitet der Gesamtstreitwert bereits die 7-Milliarden-Euro-Marke, zeigen aktuelle Zahlen des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft.
© picture alliance / Bildagentur-online/McPhoto
Im Diesel-Skandal unterstützen die Rechtsschutzversicherer ihre Kunden. Der Streitwert liegt laut Versicherungsverband GDV mittlerweile bei über 7 Milliarden Euro.

Auf über 7 Milliarden Euro ist der Wert gestiegen, um den sich Versicherungsnehmer von Rechtsschutzversicherungen im Diesel-Skandal mit Autoherstellern streiten. 290.000 Kunden haben dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) zufolge bis Ende Oktober 2020 ihre Rechtsschutzversicherung in diesem Fall eingeschaltet. Durchschnittlich beträgt der Streitwert damit 24.000 Euro. Über 800 Millionen Euro seien bereits für Anwalts-, Gerichts- und Gutachterkosten ausgegeben worden.

Mehr zum Thema

Diese Rechtsschutzversicherungen sind gut

Insgesamt 49 Rechtsschutzversicherungen nahm „Finanztest“ in der aktuellen Ausgabe (5/2020) unter die Lupe. Dabei galt…

Rechtsschutzversicherer durch Diesel-Skandal stark belastet

Im Zuge der juristischen Auseinandersetzungen mit Autoherstellern wegen mutmaßlich manipulierter Abgaswerte haben bislang etwa 247.000…

Welche Versicherungssparten leiden durch Corona – und welche profitieren?

Die Corona-Krise macht selbstverständlich auch vor der Versicherungsbranche nicht Halt – doch nicht in jeder…

„Wir rechnen damit, dass in den nächsten Monaten noch weitere Fälle dazu kommen werden, denn mittlerweile werden auch zahlreiche Verfahren gegen andere Hersteller geführt“, sagt GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen. Im Vergleich zum Oktober 2019 habe sich die Zahl der Fälle um rund 86.000 erhöht. Die Kosten sind um 257 Millionen Euro gestiegen.

Gebühren werden steigen

Zudem weist der GDV darauf hin, dass im kommenden Jahr die Anwalts-, Gerichts- und Gutachtergebühren steigen werden. Der Bundestag hatte im November das Kostenrechtsänderungsgesetz beschlossen. Der GDV rechnet damit, dass die Gebühren um etwa 13 Prozent, rund 390 Millionen Euro, zulegen werden.

Das sei insbesondere im Hinblick auf die aktuelle Situation der Corona-Pandemie eine schwierige Entscheidung. Denn rechtssuchende Verbraucher ohne Rechtsschutzversicherung würden davon ebenso betroffen sein wie die Versicherer. Jetzt gebe es spürbar mehr Rechtsprobleme. Darauf würden die steigenden Fallzahlen der Rechtsschutzversicherer hindeuten. In den ersten drei Quartalen dieses Jahres haben sie sich laut GDV um 14 Prozent oder 300.000 Fälle erhöht.

Autorin

Manila Klafack war bis März 2024 Redakteurin bei Pfefferminzia. Nach Studium und redaktioneller Ausbildung verantwortete sie zuvor in verschiedenen mittelständischen Unternehmen den Bereich der Öffentlichkeitsarbeit.

Teilen:
Nicht verpassen!

Pfefferminzia.pro

Eine Plattform, die liefert: aktuelle Informationen, praktische Services und einen einzigartigen Content-Creator für Ihre Kundenkommunikation. Alles, was Ihren Vertriebsalltag leichter macht. Mit nur einem Login.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Pfefferminzia