Bafin über die Zulassung digitaler Versicherer

„Es gibt keinen Rabatt für Start-ups“

Immer mehr Digitalversicherer wollen auf dem deutschen Markt Fuß fassen. Zuvor müssen sie aber eine Prüfung der Finanzaufsicht Bafin durchlaufen. Frank Grund, oberster Versicherungsaufseher der Behörde, gibt diesbezüglich zu verstehen, dass für die Digital-Anbieter dieselben Kriterien gelten wie für ihre etablierten Konkurrenten – Rabatte gebe es nicht.
© dpa/picture alliance
Ist Chef der Bafin-Versicherungsabteilung: Frank Grund.

Vier Digitalversicherer haben in den vergangenen Jahren bereits Zulassungen von der Finanzaufsicht Bafin erhalten. Und zwei weitere Anträge liegen derzeit vor. „So viele Neugründungen hatten wir in den Jahren zuvor nicht“, so der oberste deutsche Versicherungsaufseher, Frank Grund, im Interview mit dem Wirtschaftsmagazin Capital (Februarausgabe).

Dabei stellte er klar, dass die Aufseher bei der Prüfung der Insurtechs kein Auge zudrücken: „Es gibt von der Aufsicht keinen Rabatt für Start-ups“, so Grund. Das oberste Ziel sei es, dass jeder Kunde sicher versichert werde. Neugründer müssten daher ihre Finanzierung für mindestens drei Jahre sicherstellen.

Chancen durch die Digitalisierung sieht er vor allem durch geringere Kosten und einen personalisierten Service. Aber: „So viel Innovatives habe ich da noch nicht gesehen“, sagte er dem Magazin. Er habe Bedenken, ob sich neue situative Angebote durchsetzten – wie beispielsweise eine Tagesunfallpolice für Skifahrer, die oben am Hang stünden und sich noch schnelle auf Knopfdruck versichern wollten.

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Autorin

Juliana Demski gehörte dem Pfeffi-Team seit 2016 an. Sie war Redakteurin und Social-Media-Managerin bei Pfefferminzia. Das Unternehmen hat sie im Januar 2024 verlassen.

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