4 Ansätze

Wie die digitale Kundenansprache gelingen kann

Wie schaffen Vertriebler es, ihre Kunden digital anzusprechen? Welche Kanäle und Formate sind dazu geeignet. Hier kommen einige Tipps, die erfolgreiche Vermittlerinnen und Vermittler einsetzen.
Eine Frau bei der Videoberatung.

An der Digitalisierung kommt der Vermittler der Zukunft nicht mehr wirklich vorbei. Gerade in Corona-Zeiten ist die digitale Kundenansprache viel Wert. Wie gelingt es aber, sich Kunden online vorzustellen oder mit Bestandskunden ins Gespräch zu kommen? Die LV 1871 hat im Folgenden vier Tipps zusammengestellt, die erfolgreiche Vermittlerinnen und Vermittler anwenden.

Eva Geiselmann von Eva Geiselmann Finanzen aus Geislingen:

„Da persönliche Treffen im vergangenen Jahr kaum möglich waren, habe ich mit kurzen Videobotschaften auf meinen Social-Media-Kanälen Einblicke in meinen Arbeitsalltag gegeben“, sagt Vermittlerin Eva Geiselmann. „Gerade Neukunden konnten mich so vorab besser kennenlernen.“

Tipp 1: Ein Blick hinter die Kulissen

Um als Vermittler im digitalen Informationsdschungel aufzufallen, sind persönliche Geschichten gefragt. Versicherungsnehmer möchten wissen, mit welchen Menschen sie es zu tun haben. Vor allem dann, wenn es um so private Themen wie die Altersvorsorge geht.

Über persönliche Videobotschaften von unterwegs, Einblicke in die Kaffeeküche des Unternehmens oder ins Homeoffice können Vermittler auf digitalem Wege Nähe zu ihren Kunden schaffen. Mögliche Formate:

  • Mini-Reportage: „Ein Tag im Leben eines Vermittlers“ als Fotostrecke oder Video
  • Selbstporträt: „3 Fragen an…“ zum Beispiel per Linkedin- oder Instagram-Story
  • Videobotschaft: Smartphone-Video mit Kommentar zu aktuellen Versicherungsthemen

Marco Niedermaier von buXperts aus Schriesheim:

„Viele Interessenten informieren sich eingangs im Internet. Deshalb veröffentliche ich wöchentlich ein Video rund um die Arbeitskraftabsicherung auf Youtube: Warum brauche ich eine BU, wofür die Krankenakte anfordern, was sollte man unbedingt beachten. Der Kunde kommt somit nicht nur gut informiert ins Beratungsgespräch, sondern hat auch das Gefühl, mich bereits zu kennen“, sagt Vermittler Marco Niedermaier.

Tipp 2 : Produktinfos, aber kreativ

Lange, unverständliche Textwüsten im Versicherungssprech? Das muss nicht sein. Infos zu Versicherungsprodukten und ihren Hintergründen lassen sich beispielsweise in Form von „Quick Tipps“ oder in kurzen Podcasts aufbereiten. Je nach Länge können diese Formate dann auf der eigenen Website eingebunden oder direkt zum Beispiel über Linkedin mit den eigenen Kunden geteilt werden. Ideen dazu?

  • FAQ: Die zehn häufigsten Fragen rund um die Berufsunfähigkeitsversicherung
  • Podcast: Fünfteilige Serie zu den wichtigsten Versicherungen
  • Quick Tipps: Auf einen Blick – was bringt mir eine Rentenversicherung?

Nicolas Vogt von WBV Finanzservice-GmbH aus Zell unter Aichelberg:

„Für mich ist ein Podcast eine einzigartige Möglichkeit, mit Experten genauso wie mit Kunden in den Dialog zu treten. Und die Produktion ist einfacher, als viele denken – mit einem Raum ohne Störgeräusche und einem guten Headset kommt man schon recht weit.“

Tipp 3: In den Dialog treten

Nachhaltige Kundenbeziehungen leben vom Austausch auf Augenhöhe und Informationsangeboten mit echtem Mehrwert. Vermittler können sich zum Beispiel über Linkedin oder Instagram in einem Live-Format den Fragen ihrer Follower stellen oder mit Experten eines Versicherers in einem Podcast über die neuesten Produkt- oder Marktentwicklungen sprechen.

Davon profitieren dann nicht nur die Zuhörer, sondern auch die Vermittler selbst. Sie erhalten so Einblicke in die Interessen ihrer Kunden und tauschen Fachwissen mit Experten aus. So geht’s:

  • Quiz: Teste dein Versicherungswissen zum Beispiel mit den Umfrage-Tools von Linkedin oder Twitter
  • Ask Me Anything: Live-Fragerunde zum Beispiel via Insta-/Linkedin-Live
  • Expertentalk: Interview-Podcast mit Versicherungsexperten

Niko (links) und Joshua Leoff aus der Social-Media-Abteilung der LEOFF Finanzstrategen aus Heidenheim:

„Bei der Altersvorsorge fällt es vielen schwer, sich den langfristigen finanziellen Mehrwert ihres Investments vorzustellen. Deshalb visualisieren wir zum Beispiel Hochrechnungen mit Infografiken und nutzen dafür auch bestehendes Grafikmaterial der Versicherer. Neben der Kundenberatung können diese Formate zudem als Denkanstoß für Social-Media-Content verwendet werden.

Tipp 4: Zahlen, Daten, Fakten

Versicherungsbedarf aufzeigen, Marktentwicklungen einordnen und Zusammenhänge erklären – das klappt am besten auf Grundlage belastbarer Zahlen, Daten und Fakten. Die Versicherungsbranche ist voll davon – warum also nicht für die eigene Kundenansprache nutzen?

Da pure Zahlen oft schwer verdaulich sind, sollte man auf eine möglichst vereinfachte, aber ausdrucksstarke Visualisierung der Daten zum Beispiel in Form einer Infografik achten. So etwas lässt sich oft sogar einfach mit PowerPoint oder Programmen wie Canva umsetzen.

  • Infografik: Der Versicherungsfakt des Monats
  • Document-Post: Zahlen, Daten, Fakten als Präsentation zum Durchklicken auf LinkedIn
  • Entscheidungsbaum: Welcher Vorsorgetyp sind Sie?

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