„Muss ich mir das echt noch weiter geben?“

Branchenprofi zerpflückt WISO-Beitrag zur Altersvorsorge

In einem „WISO“-Beitrag über Altersvorsorge lassen sich Testpersonen beraten, und ein Verbraucherschützer kommentiert. So weit, so legitim. Wenn nur nicht die fachlichen Fehler wären. Und zwar im Beitrag. Grund genug für den ehemaligen Vermögensberater und heutigen Videoproduzent Stephan Peters, im Auftrag des Maklerpools Fonds Finanz die Sache mal auseinanderzunehmen. Das ist sehr lustig – obwohl es ein ernstes Thema ist.
Stephan Peters beim Kommentieren des Wiso-Beitrags „Wiso Trick: Finanzberater im Check“
© Screenshot Youtube
Stephan Peters mit Schmerzen beim Wiso-Beitrag „Wiso Trick: Finanzberater im Check“

„Boah, muss ich mir das jetzt echt noch weiter geben?“, stoßseufzt Stephan Peters an einer Stelle und vergräbt das Gesicht in den Händen. Soeben tauchte in einem Beitrag der Verbrauchersendung „WISO“ ein kleiner Klassiker auf: der „Makler einzelner Versicherungen“. Doch den gibt nun mal: gar nicht.

Womit sich der ehemalige Vermögensberater und heutige Videoproduzent Peters in seinem Youtube-Film abmüht? In dem WISO-Beitrag „WISO Trick: Finanzberater im Check“ lassen sich zwei Frauen zu ihren Rentenlücken beraten. Dazu bewertet Michael Herte von der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein die Ergebnisse. Und er hat eine Menge auszusetzen.

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Hinter Peters‘ Video steckt übrigens der Maklerpool Fonds Finanz, der auf diese Weise einige Dinge richtigstellen will. Denn obwohl es zweifellos aller Ehren wert ist, Zuschauer auf ihre Rentenlücke aufmerksam zu machen – die Art und Weise ist es jedenfalls nicht, wie auch Peters an einer Stelle anmerkt. Denn was soll ein Film, in dem drei Beratungsgespräche zu sehen sind? Repräsentativ ist das auf keinen Fall, stattdessen zieht es den Berufsstand der Vermittler und Berater (noch) weiter in den Schmutz. Deutlich sinnvoller wären Positivbeispiele, wie solche Gespräche auszusehen haben, erweitert um sinnvolle und vor allem korrekte Informationen.

Denn so stecken in dem Beitrag einige fachliche Fehler: Da wird die Renteninformation mit dem Rentenbescheid verwechselt. Da fehlen Steuern und Krankenversicherungen im Rentnerdasein. Und die Inflation bleibt gleich komplett vor der Tür, bis sie ausgerechnet einer der Berater endlich mal auf den Tisch packt. Vom eingangs erwähnten „Makler einzelner Versicherungen“ ganz zu schweigen.

Hinzu kommt das bei den Verbraucherzentralen übliche Lied von der bösen Provision. Denn die darf natürlich auf keinen Fall anfallen. Etwas weiter hinten im Beitrag meint Peters: „Ich hab das Gefühl, WISO will hier einfach nur auf dem Vermittlerberuf rumhacken, hat aber eigentlich überhaupt keinen Plan, wer was wirklich macht.“ Besser kann man es einfach nicht auf den Punkt bringen.

Am Ende entsteht beim Zuschauer eine irgendwie bizarre Mischung aus Entsetzen und Amüsement, wenn Peters sich an dem Beitrag abarbeitet. Denn er macht das durchaus Pointen-bewusst und mit der ermüdeten Attitüde des Dauergenervten, wenngleich auch er einiges zuspitzt und manches kleinlich erscheinen mag. Aber es ist sehr unterhaltsam und mit Sicherheit deutlich informativer als der hohle WISO-Beitrag selbst.

Autor

Andreas

Harms

Andreas Harms schreibt seit 2005 als Journalist über Themen aus der Finanzwelt. Seit Januar 2022 ist er Redakteur bei der Pfefferminzia Medien GmbH.

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2 Antworten

  1. Netter Kommentar, nur absolut überflüssig weil er zur desolaten Info der Versicherungsbranche nur einenWeiteren hinzufügt.

    1. genau das dachte ich auch…
      die Branche weint bestimmt Kohl mit DVAG und Schröder mit AWD noch viele Tränen nach…es wurde so viel Müll verzapft…
      Und natürlich, keiner der seriösen Makler hatte damals eine Chance was dagegen zu tun. Mitgefangen…Mitgehangen.
      Leider ist das so.

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