Fehler 1: Altersvorsorge zu lange aufschieben
Zugegeben, die private Altersvorsorge ist nicht unbedingt ein Thema, mit dem man sich in der Freizeit gerne befasst. Es immer wieder aufzuschieben, ist daher irgendwo verständlich. Aber: Je später Verbraucher mit der Altersvorsorge beginnen, desto mehr müssen sie sparen, um auf eine „angemessene Rentenleistung“ zu kommen, führt der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) aus. Im Gegensatz dazu können Verbraucher schon mit kleinen monatlichen Beiträgen ordentlich Geld zusammensparen, wenn sie 40 statt 30 Jahre ihr Geld anlegen. Also: Früh mit der Altersvorsorge anfangen.
Fehler 2: Vorsorgelücke unterschätzen
Wer sich alleine auf die gesetzliche Rente als Einkommen im Alter verlässt, wird auf die Nase fallen. Das Rentenniveau sinkt nämlich bereits seit Jahren. Und das wird angesichts des demografischen Wandels auch so weitergehen. Für 2030 erwartet die Bundesregierung hier einen Wert von 43 Prozent. Heutige Arbeitnehmer können sich anders als vielleicht noch ihre Eltern daher nicht mehr (alleine) auf die gesetzliche Rente verlassen.
Fehler 3: Staatliche Förderung nicht nutzen
Der Staat unterstützt Verbraucher bei der Altersvorsorge, etwa über die Förderung der Riester-Rente. Das Problem: Viele Riester-Sparer lassen sich die staatliche Förderung ihrer Altersvorsorge durch die Lappen gehen. Um die vollen Zulagen zu bekommen, müssen sie jährlich 4 Prozent ihres Bruttojahreseinkommens einzahlen – dann gibt es die volle Förderung. Am einfachsten ist es, wenn sie einen Dauerzulagenantrag bei ihrem Riester-Anbieter stellen.
Fehler 4: Altersvorsorge nicht durchhalten
Wer Tipp Nummer 2 berücksichtigt, und früh mit der Altersvorsorge anfängt, spart mitunter über 40 oder 50 Jahre hinweg. Wer dabei zu früh aufgibt und zum Beispiel vorzeitig bestehende Lebensversicherungsverträge kündigt, bringt sich zudem selbst um die Schlussüberschüsse, warnt der GDV.
Fehler 5: Männer als Altersvorsorge
Frauen sind wegen Kindererziehungszeiten, Teilzeit-Arbeit und der Pflege von Angehörigen oft im Nachteil, was ihre gesetzliche Rente angeht. Gerade sie müssen daher privat fürs Alter sparen – und zwar selbstständig. Sich dabei auf ihre Ehepartner zu verlassen, ist keine gute Idee. Denn wer weiß, ob die Ehe auch hält. Die Zahl der Paare, die sich nach über 26 Jahren Ehe haben scheiden lassen, hat sich seit Anfang der neunziger Jahre nahezu verdoppelt, berichtet der Versicherungsverband.
Fehler 6: Vorsorgestrategie dauernd wechseln
Heute Immobilien, morgen Lebensversicherungen, übermorgen Aktien: Wer zu oft seine Vorsorgestrategie ändert, müsse mit finanziellen Einbußen rechnen, so der GDV. Denn bei einem Anbieterwechsel entstünden Kosten. Es gilt daher, eine Strategie zu entwickeln, die zu den Sparern passt und die Flexibilität für unerwartete Situationen lässt.
Fehler 7: Arbeitskraft nicht absichern
Wer nicht mehr arbeiten kann, verdient auch kein Geld mehr und kann daher seine Altersvorsorge nicht bedienen. Der GDV empfiehlt daher, zuerst die eigene Arbeitskraft abzusichern, um damit auch langfristig die eigene Altersvorsorge bedienen zu können. Das geht zum Beispiel mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung, die auch als Zusatzvertrag zu einer betrieblichen Altersversorgung abgeschlossen werden kann.
Fehler 8: Lebenserwartung unterschätzen
Bei der Einschätzung der eigenen Lebenserwartung orientieren sich Verbraucher gerne am Alter ihrer Eltern oder Großeltern. Das ist nicht so gut. Denn die Lebenserwartung steigt etwa wegen des medizinischen Fortschritts immer weiter an – pro Generation sind es um die fünf Jahre mehr. Blöd ist es dabei, wenn man anders als erwartet doch die 90 erreicht – und das Vermögen schon aufgebraucht ist.
Fehler 9: Renditemaximierung statt Sicherheit
Eine höhere Rendite geht auch immer mit einem höheren Risiko für Sparer einher. Im schlimmsten Fall ist kurz vor Renteneintritt das angesparte Vermögen futsch, etwa durch einen Börsencrash. Sparer sollten deshalb entweder Risiken streuen oder auf sichere, verlässliche Vorsorgemöglichkeiten setzen. Zu viel Garantie kann umgekehrt aber auch nicht zielführend sein, gerade bei langen Anlagezeiträumen von 30 Jahren und mehr.
Fehler 10: Konsum über alles
Um fürs Alter vorzusorgen, braucht man vor allem eines: Geld. Das heißt mitunter auch, dass man heute darauf verzichten muss, sich etwas zu kaufen, um dieses Geld übrig zu haben. „Wer sein ganzes Geld für kurzfristige Konsumgüter auf den Kopf haut, muss sich am Lebensabend nicht wundern, wenn er sich stärker einschränken muss als gedacht“, so der GDV.