Studie

Zeitwertkonten: Noch ordentlich Potenzial

Zeitwertkonten können für Unternehmen ein sinnvolles Instrument sein, um etwa Sabbaticals, Pflegeauszeiten oder Vorruhestand zu ermöglichen. Allerdings hat sich das Modell hierzulande noch nicht wirklich durchgesetzt, zeigt eine Analyse.
Einfach mal für längere Zeit abschalten: Zeitwertkonten – so vorhanden – nutzen Beschäftigte vor allem, um ein Sabbatical zu machen oder früher in Rente zu gehen.
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Einfach mal für längere Zeit abschalten: Zeitwertkonten – so vorhanden – nutzen Beschäftigte vor allem, um ein Sabbatical zu machen oder früher in Rente zu gehen.

Zeitwertkonten sind in Deutschland noch längst nicht flächendeckend etabliert: Nur 29,6 Prozent der Unternehmen bieten ihren Beschäftigten entsprechende Modelle an. Das geht aus der Studie „Die Verbreitung von Zeitwertkonten in Deutschland“ hervor, die Fidelity International gemeinsam mit der Universität Hamburg durchgeführt hat.

Befragt wurden zwischen November und Januar 470 Organisationen mit mehr als 300 Beschäftigten. Besonders verbreitet sind Zeitwertkonten demnach im öffentlichen Sektor.

Vorruhestand und Sabbaticals als Hauptzweck

Die Studie zeigt einen klaren Zusammenhang zwischen Unternehmensgröße und Verbreitung: Während nur 20,9 Prozent der Organisationen mit 300 bis 999 Beschäftigten Zeitwertkonten anbieten, sind es bei Unternehmen mit 3.000 bis 4.999 Mitarbeitenden schon 38,5 Prozent.

Am häufigsten werden Zeitwertkonten für den vorgezogenen Ruhestand genutzt: 36,7 Prozent der Organisationen mit entsprechenden Modellen nennen das als wichtigsten Verwendungszweck. Mit 33,1 Prozent folgen Sabbaticals auf Platz zwei. Elternzeit, Pflegezeit und Weiterbildung spielen dagegen eine untergeordnete Rolle.

Hürde: Bürokratischer Aufwand

Als Haupthindernisse für die Einführung nennen die befragten Organisationen den administrativen Aufwand (26,1 Prozent) und fehlende Infos über Funktionsweise und Nutzen der Modelle (21,5 Prozent). Hinzu kommen Unsicherheiten beim Insolvenzschutz und offene Fragen zur Bilanzierung.

„In Berlin wird derzeit intensiv über die Zukunft der drei Säulen der Alterssicherung gesprochen. Dabei sollten auch die Zeitwertkonten in der Diskussion eine Rolle spielen, da sie zu einem bedeutenden Instrument der Vorruhestandsfinanzierung geworden sind“, sagt Christof Quiring, Head of Workplace Investing bei Fidelity International. „Gerade diese Debatte müssen wir jetzt führen, denn die Flexibilisierung von Erwerbsverläufen nimmt weiter zu. Ein wichtiger Schritt wäre es, die Werterhaltungsgarantie für Zeitwertkonten zu modernisieren. Analog zur privaten Altersvorsorge könnte damit der Kapitalmarkt stärker genutzt und langfristig höhere Renditechancen für Beschäftigte geschaffen werden.“

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Autorin

Karen

Schmidt

Karen Schmidt ist seit Gründung von Pfefferminzia im Jahr 2013 Chefredakteurin des Mediums.

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