Studie „Maklermarkt der Zukunft“

Versicherer zeigen sich selbstbewusst, Makler sind eher skeptisch

Die Versicherer sind von der eigenen Leistung überzeugt, die Makler eher nicht so. Das offenbart die Studie „Maklermarkt der Zukunft“ der Versicherungsforen Leipzig. Hier kommen die Details.
Zwei Geschäftsleute diskutieren Versicherungsfragen im Büro.
© pch.vector/Freepik
Geschäftsleute schauen kritisch auf den PC: Zwischen dem Selbstbild der Versicherer und dem Fremdbild der Vermittler gibt es eine Diskrepanz.

Es gibt eine Diskrepanz zwischen dem Selbstbild der Versicherer und dem Fremdbild der Vermittler. So bewerten 75 Prozent der Versicherer ihre Leistung bei Tarifierung, Angebot und Antrag als „gut“ bis „ausgezeichnet“. Aber nur 36 Prozent der Makler und 35 Prozent der Mehrfachagenten würden überhaupt von „gut“ oder „sehr gut“ sprechen. Die Bestnote „ausgezeichnet“ vergeben die Vermittler gar nicht. Ein ähnliches Stimmungsbild zeigt sich hinsichtlich der Qualität des Datenaustauschs.

Das sind Ergebnisse der Branchenerhebung „Maklermarkt der Zukunft“ der Versicherungsforen Leipzig. Die Studie basiert auf 5 Experteninterviews sowie einer Onlinebefragung unter 130 Marktteilnehmern, davon 44 Prozent Versicherer, 43 Prozent Makler und 14 Prozent Mehrfachagenten.

Mangelnde Ressourcen oder mangelnde Kommunikation?

Als Hauptursachen für die, sagen wir, ausbaubaure Prozessqualität geben 65 Prozent der Versicherer mangelnde finanzielle und personelle Ressourcen an. Makler (57 Prozent) und Mehrfachagenten (65 Prozent) sehen das Hauptproblem in der Kommunikation innerhalb der Versicherungsunternehmen.

Auch in der Betreuung klaffen die Ansichten weit auseinander: 88 Prozent der Versicherer attestieren sich eine gute bis ausgezeichnete Qualität, während Makler und Mehrfachagenten diese nur als mittelmäßig ohne Spitzenleistungen bewerten.

Die Erhebung verdeutlicht, dass durchschnittliche Standards und Produkte künftig nicht mehr ausreichen. „Die Ära der klassischen Vollsortimenter wird enden“, sagt Manuela Wolf, Projektmanagerin Vertrieb der Zukunft bei den Versicherungsforen Leipzig. „Kleine und mittlere Versicherer werden sich auf Nischen spezialisieren, technologische Kooperationen eingehen und Teile ihrer Wertschöpfungskette auslagern. Dieser Druck macht weitere Fusionen unumgänglich.“

Digitalisierung und Demografie treiben um

Als zentrale Herausforderungen im Markt geben die Befragten die Digitalisierung und den demografischen Wandel an, sie gewichten diese jedoch unterschiedlich. Während für Makler und Mehrfachagenten die Digitalisierung an erster Stelle steht, priorisieren Versicherer den demografischen Wandel. Auch bei der drittwichtigsten Herausforderung gehen die Meinungen auseinander: Versicherer fokussieren die Marktkonsolidierung, Makler den Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) und Mehrfachagenten das Datenmanagement.

Hinsichtlich der künftigen Vertriebswege zeigt sich ein klares Bild. „Die befragten Makler sehen ihre eigene Rolle als Vertriebsweg der Zukunft als absolut dominant an. Auch Mehrfachagenturen sind überzeugt, dass der Maklervertrieb in den kommenden drei bis fünf Jahren den Markt bestimmen wird“, so Wolf.

Embedded Insurance wird wachsen

Parallel dazu prognostiziert jeder zweite Makler eine wachsende Bedeutung von Embedded Insurance, während für die Ausschließlichkeit, den Direktvertrieb und Bancassurance Relevanzverluste erwartet werden.

Im Segment der Maklerpools herrscht ein starker Konsens (über 80 Prozent) über eine bevorstehende Konsolidierungswelle. Es wird erwartet, dass kleine Pools vom Markt verschwinden und deren angebundene Vermittler zu den Marktführern migrieren. Zudem rechnen über 80 Prozent der befragten Versicherer damit, dass sich erfolgreiche Pools durch Zukäufe verstärkt zu Maklergruppen weiterentwickeln.

Strukturvertriebe stehen indes vor personellen Herausforderungen: Über 40 Prozent der Vermittler und rund 33 Prozent der Versicherer erwarten eine Abwanderung von Personal in Richtung der Pools.

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Autorin

Karen

Schmidt

Karen Schmidt ist seit Gründung von Pfefferminzia im Jahr 2013 Chefredakteurin des Mediums.

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