Suchmaschinenoptimierung

Wie Vermittler die eigene Homepage mittels SEO stärken

Die eigene Homepage ist ein wichtiges Instrument, um neue Kundinnen und Kunden zu gewinnen. Bei Aufbau und Struktur der Seite gilt es aber einiges zu beachten, um die eigene Sichtbarkeit im Web zu erhöhen – Stichwort: Suchmaschinenoptimierung, kurz SEO. Unsere Gastautoren Daniel Seeger und Michael Glorius geben wertvolle Tipps und werfen auch einen Blick in die SEO_Zukunft.
© Our-Team/Freepik.com
Mit SEO kann man die eigene Homepage im Netz einfacher auffindbar machen – etwa für potenzielle Neukunden.

Je besser die Sichtbarkeit einer Website bei Suchmaschinen wie Google oder Bing ist, desto eher werden potenzielle Besucher auf die eigene Website aufmerksam. Diese Sichtbarkeit in den Suchmaschinenergebnissen generiert Traffic auf der Website. Faustformel: Je höher die Platzierung in den Suchergebnissen, desto höher ist die Klickrate (CTR) auf die Website. Title und Description beeinflussen die Klickrate ebenfalls, aber das Ranking ist die wichtigste Größe.

Sinnvoll ist SEO vor allem auf lange Sicht. Im Vergleich zu bezahlten Werbemaßnahmen wie Google Ads, ist SEO eine kostengünstigere Möglichkeit für Vermittler, um Traffic auf eine Website zu lenken. Wie gesagt, auf lange Sicht. Eine Website von Null aufzubauen und in die Top 10 bei relevanten Keywords zu bringen, benötigt Zeit, Geld und Geduld. Wenn es aber geschafft ist, lohnt es sich umso mehr. Langfristig bedeutet dabei auch, dass die Anfragen auf der Website nicht mal eben von jetzt auf gleich aufhören.

Hierzu ein Beispiel: Die Webseiten www.zahnversicherung-online.de (ZVO) und www.testsiegertarife.de generieren beide rund 1.000 Kundenanfragen pro Monat im Bereich Zahnzusatzversicherung. Die durchschnittlichen Leadkosten betrugen 2022 etwa 12,50 Euro bei ZVO mit einer SEO-Strategie und rund 35,00 Euro bei Testsieger mit einer Ads Strategie.

Letztendlich ist SEO nicht nur auf Rankings ausgerichtet, sondern die Maßnahmen zielen auch darauf ab, die Nutzererfahrung auf einer Website zu verbessern. Eine benutzerfreundliche Website mit schnellen Ladezeiten und gut strukturierten Inhalten wird von Suchmaschinen und Nutzern gleichermaßen positiv bewertet.

Was gehört alles zu SEO?

Zu SEO gehört mittlerweile weit mehr, als lediglich das Erstellen von Texten und die Anpassung von Überschriften. SEO wird mehr und mehr ein Teilbereich der langfristigen Unternehmensstrategie. Will ich eine gut funktionierende Website, muss ich mir die gleichen Gedanken machen, wie beim Aufbau eines Unternehmens: Was ist meine Zielgruppe/Definition einer Persona? Was kann ich besonders gut? Welche Dienstleistung/welches Produkt biete ich an? Welchen Customer-Lifetime-Value erziele ich im Durchschnitt? Wie spreche ich die Zielgruppe an? Welche Interessen hat die Zielgruppe? Welche Suchintention hat meine Zielgruppe? Und vieles mehr.

Diese Fragen gehören nicht originär zu SEO, sondern generell zur Strategie des Unternehmens. Beim Aufbau einer Website und der Ausarbeitung eines SEO-Konzepts werden sie wieder aufgegriffen. SEO-Berater sind, wenn sie den Job gut machen, fast schon Unternehmensberater. Im engeren Sinne gehören zur Suchmaschinenoptimierung die folgenden Themenbereiche.

Keyword-Recherche: Wonach sucht die Zielgruppe?

Die Keyword-Recherche ist wesentlicher Bestandteil der SEO. Sie bezieht sich auf die Identifizierung von relevanten Keywords und Phrasen, die potenzielle Kunden verwenden, um nach einem bestimmten Produkt oder einer Dienstleistung zu suchen. Die Keyword-Recherche hilft dabei, Inhalte zu erstellen, die auf die Bedürfnisse der Zielgruppe abgestimmt sind.

Durch die Recherche erlangst du zusätzlich Kenntnisse über die Zielgruppe. Ebenso, ob überhaupt ein relevantes Suchvolumen im Netz existiert und sich die Content-Erstellung lohnt. Es bringt niemandem etwas, mit einem Keyword an Platz 1 zu ranken, nach dem aber nicht gesucht wird. Beispielsweise ist es für die Kombination „Rutenversicherung für Profiangler“ sicher nicht schwer, auf Platz 1 zu gelangen. Es existiert aber kein Suchvolumen und somit wirst du damit keinen Traffic erzielen.

Zur Keyword-Recherche gibt es verschiedene Tools, die teils kostenfrei, teils kostenpflichtig sind. Mit dem Google Keyword Planner kannst du die Anzahl der monatlichen Suchanfragen, den Wettbewerb und den durchschnittlichen CPC (Cost-per-Click) für bestimmte Keywords ermitteln. Ahrefs, Sistrix oder SEMrush sind umfassende SEO Tools, die neben dem Suchvolumen auch Keyword-Difficulty, verwandte Keywords, Top-Seiten oder W-Fragen analysieren. Diese Tools sind jedoch recht teuer und lohnen sich für einen Vermittler nicht, der lediglich lokales SEO betreiben möchte. Hier kann man auf kostengünstigere Tools wie SEObility zurückgreifen.

On-Page-Optimierung: Was muss die eigene Website vorweisen?

Die On-Page-Optimierung bezieht sich auf alle Maßnahmen, die direkt auf der Website selbst durchgeführt werden können. Die wichtigsten On-Page-Faktoren sind:

  1. Title-Tags: Der Title-Tag ist der Titel der Seite, der in den Suchmaschinenergebnissen (SERPs) angezeigt wird. Er sollte den Inhalt der Seite kurz und prägnant beschreiben und das Haupt-Keyword enthalten.
  2. Meta-Beschreibungen: Die Meta-Beschreibung ist der kurze Text, der unter dem Title-Tag in den SERPs erscheint. Sie beschreibt den Inhalt der Seite genauer und enthält ebenfalls die relevanten Keywords. Title und Description haben vor allem auch den Zweck, den Suchenden zum Webseitenbesucher zu machen. In den SERPs gibt es bezahlte und organische Ergebnisse: Je besser dein Title und deine Description ist, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass ein Suchender darauf klickt.
  3. Überschriften: Überschriften (H1, H2, H3,…) helfen dabei, den Inhalt deiner Seite zu strukturieren und machen ihn für den Leser leichter lesbar. Das Haupt-Keyword gehört in die H1 und dann verteilt in die weiteren Überschriften. Die Überschriften sind der Teil deines Textes, den die Besucher am häufigsten beim Scannen der Seite wahrnehmen.
  4. Inhalte: Inhalte sollten qualitativ hochwertig und relevant für das Haupt-Keyword sein. Zudem soll der Text einzigartig sein und nicht in gleicher Form noch woanders im Netz veröffentlicht sein. Wichtig ist es, den Inhalt gut zu strukturieren und leicht verständlich zu schreiben. Dabei helfen relevante Grafiken, Bilder und Videos sowie Aufzählungen, Tabellen oder Hervorhebungen. Oberstes Gebot beim Inhalt: Schreibe für den Nutzer, nicht für Google!
  5. URL-Struktur: Die URL-Struktur sollte kurz, aussagekräftig und die relevanten Keywords enthalten.
  6. Interne Verlinkung: Die interne Verlinkung hilft dabei, die Relevanz der Inhalte auf der Website zu erhöhen und den Nutzern dabei zu helfen, weitere relevante Inhalte auf der Website zu finden. Verwende dabei vorzugsweise Ankertexte für die Verlinkung. Falsch: Hier findest du Informationen zu Berufsunfähigkeitsversicherung. Richtig: Hier findest du Informationen zu Berufsunfähigkeitsversicherung.
Off-Page-Optimierung

Off-Page sind alle Maßnahmen, die nicht direkt auf deiner Webseite stattfinden. Es sind Nutzersignale von außerhalb, die auf deine Webseite verlinken – etwa ein geteilter Blogbeitrag in sozialen Medien oder wenn eine andere Webseite dich verlinkt. Diese Off-Page Faktoren spielen eine Rolle:

Backlinks: Backlinks sind Links von anderen Websites, die auf die eigene Website verweisen. Links sollten von qualitativ hochwertigen Websites stammen und das Haupt-Keyword enthalten. Als SEO-Maßnahme kannst du regelmäßig Beiträge in Online-Medien schreiben. Im optimalen Fall werden deine Beiträge von anderen Webseitenbetreibern als so gut und relevant empfunden, dass sie selbst auf dich verlinken. Vorsicht: Früher wurden Backlinks gekauft. Dieses Vorgehen wird heute von Google recht leicht erkannt und abgestraft.

Social Media: Facebook, Instagram, Linkedin und Co können helfen, die Reichweite einer Website zu erhöhen und Backlinks zu generieren. Ziel ist es dabei, über das Teilen in Sozialen Medien zusätzlichen Traffic auf die Seite zu bekommen und dadurch positive Nutzersignale zu generieren.

Local SEO: Eintragung in Online-Verzeichnisse und -Bewertungsportale sowie die Optimierung von Google My Business.

Technische Optimierung

Die technische Optimierung bezieht sich auf alle Maßnahmen, die durchgeführt werden können, um die Website für Suchmaschinen leichter zugänglich zu machen. Hier sind einige wichtige technische Faktoren.

Mobile Optimierung: Da immer mehr Menschen über mobile Geräte auf das Internet zugreifen, ist es wichtig, dass die Website für Mobilgeräte optimiert ist.

Ladezeit: Die Ladezeit der Website ist ein wichtiger Faktor für die Benutzererfahrung und die Platzierung in den Suchmaschinenergebnissen. Die Website sollte schnell geladen werden, um die Nutzererfahrung zu verbessern und die Absprungrate zu reduzieren.

Crawling und Indexierung: Suchmaschinen müssen in der Lage sein, die Website zu crawlen und zu indexieren, um sie in den Suchmaschinenergebnissen anzuzeigen. Dazu sollten die Website-Struktur und die Robots.txt-Datei optimiert werden.

Lokales SEO: Für viele Vermittler die wichtigste Form

Lokale Suchmaschinenoptimierung ist für Vermittler mit physischer Präsenz der vermutlich wichtigste Teil der SEO-Strategie. Gefunden werden für „Versicherungsmakler+Standort“ oder „Versicherung+Standort“ ist dabei das Ziel. Zugegeben, noch suchen weniger Menschen lokal nach dem Versicherungsmakler als nach einem Pizzadienst oder Frisör. Allerdings steigt auch hier der Trend an Suchvolumen.

Im Gegensatz zur allgemeinen Suchmaschinenoptimierung, die sich auf die Optimierung einer Website für Suchbegriffe mit einem hohen Suchvolumen konzentriert, konzentriert sich die lokale SEO auf die Optimierung einer Website für Suchbegriffe mit einem lokalen Bezug.

Checkliste: Die vier wichtigsten Punkte für lokales SEO:

#1 Google My Business: Das musst du haben!

Mit GMB erhöhst du die Sichtbarkeit in den lokalen Suchergebnissen beziehungsweise hast du überhaupt erst einmal die Chance, dort gefunden zu werden. Egal ob in der normalen Suchergebnisliste oder auf Google Maps, ohne GMB hast du hier (fast) keine Chance. Du solltest dabei im Google-My-Business-Profil mindestens Informationen wie Name, Adresse, Öffnungszeiten und Fotos veröffentlichen. Zusätzlich kannst du viel optimieren, indem du Angebote veröffentlichst („Versicherungs-Check-Up“) oder das Profil mit weiteren Daten anreicherst (Terminbuchungstool)

#2 Online-Bewertungen: Sammle dir positives Feedback!

Positive Bewertungen bei Google stärken das Vertrauen in dich und deine Dienstleistung. Potenzielle Kunden klicken eher auf deine Webseite, den Anruf-Button oder lassen sich die Wegbeschreibung anzeigen. Diese Nutzersignale tragen dazu bei, die Sichtbarkeit deines Unternehmens in den lokalen Suchergebnissen zu erhöhen.

#3 Backlinks von lokalen Websites: Schreib Gastbeiträge!

Backlinks von lokalen Websites wie Branchenverzeichnissen und lokalen Medien können dazu beitragen, die Sichtbarkeit eines Unternehmens in den lokalen Suchergebnissen zu erhöhen. Backlink-Building ist mühsam. Dennoch lohnt es sich. Schreib in lokalen Online-Medien etwas über ein Spezialthema, vielleicht sogar verbunden mit deinem Hobby. Bist du Skifahrer, schreib etwas über die Risiken beim Skifahren und welcher Versicherungsschutz hierfür notwendig ist.

#4 Lokale Keywords und Website-Inhalte: Den Standort hervorheben!

Damit Google erkennt, dass du ein Versicherungsmakler in Berlin bist, genügt es nicht, wenn lediglich deine Berliner Adresse im Impressum steht. Ein Webseiten-Besucher will auch sofort erkennen, dass er bei dir an der richtigen Stelle ist, wenn er einen Makler in Berlin sucht. Also verwende das Wort „Berlin“ (beziehungsweise deinen eigenen Standort) im Kontext deiner Dienstleistung hin und wieder.

Lokale SEO hat für Vermittler, die auf ein lokales Publikum ausgerichtet sind, einen enormen Einfluss auf ihr Geschäft. Durch die Optimierung der Website und des Google-My-Business-Profils für lokale Suchbegriffe und die Schaffung von Inhalten, die auf lokale Themen und Ereignisse abgestimmt sind, kannst du deine Sichtbarkeit in den lokalen Suchergebnissen enorm erhöhen.

SEO-Trends: Was bringt die Zukunft?

Die Welt des SEO verändert sich ständig, da Suchmaschinen wie Google ihre Algorithmen aktualisieren und verfeinern. Vor 10 oder 15 Jahren funktionierte noch weiße Schrift auf weißem Grund, Backlink-Kauf und einfaches Keyword-Stuffing. Heute werden solche Methoden ignoriert oder sogar abgestraft und die eigene Seite fliegt aus dem Index.

Versuche nicht, Google zu täuschen, sondern baue die Webseite für deinen Besucher und zukünftigen Kunden!

SEO-Trends, die zukünftig an Relevanz gewinnen und im Auge behalten werden sollten:

Sprachsuche: Mit der zunehmenden Verbreitung von sprachgesteuerten Assistenten wie Siri und Alexa wird die Optimierung für die Sprachsuche mehr und mehr genutzt.

Lokale Suche: Die lokale Suche wird immer wichtiger, da immer mehr Menschen nach Produkten und Dienstleistungen in ihrer unmittelbaren Umgebung suchen.

Video-SEO: Videoinhalte werden immer beliebter. Youtube besitzt mittlerweile ein enormes Suchvolumen pro Tag. Noch steht der Entertainment- oder Education-Faktor im Vordergrund, dennoch gewinnt es auch in der Finanzdienstleistungsbranche mehr und mehr Relevanz.

Künstliche Intelligenz: ChatGPT ist aktuell in aller Munde. Auch für SEO wird die Künstliche Intelligenz immer wichtiger werden. Sie bietet enormes Potenzial bei der Erstellung von Texten. Sei es lediglich bei der Recherche oder gar, dass damit ganze Texte verfasst werden. Aus diesem Blickwinkel vielleicht ganz interessant: Diesen Artikel haben wir mit Unterstützung von ChatGPT in weniger als 90 Minuten geschrieben.

Fazit: SEO lohnt sich aus doppelter Hinsicht

Suchmaschinenoptimierung als Marketingansatz zahlt sich auf lange Sicht aus. Ist eine entsprechende Sichtbarkeit bei relevanten Themen erreicht, werden neue Kundenanfragen zu einem günstigen Preis generiert. Anfangs steckt viel Fleiß und Geduld in SEO, dafür ist die Freude am Erfolg umso größer.

Zusätzlich verlangt die Entwicklung einer SEO-Strategie die Auseinandersetzung mit den eigenen Stärken und Schwächen, mit der gewünschten Zielgruppe und den eigenen Prozessen. Diese Reflektion über das eigene Unternehmen ist in vielen Fällen schon gewinnbringend, ohne dass auch nur ein einziger Kunde bis dahin gewonnen wird.

Über die Autoren

Daniel Seeger ist Geschäftsführer der ZVO GmbH und Betreiber u.a. von www.zahnversicherung-online.de. Michael Glorius ist Gründer der OMGlorius GmbH. Gemeinsam gründeten sie 2021 die one2marketing GmbH. Fokus: Onlinemarketing für Finanzdienstleister.

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