„Digitale Vorreiter sind klar im Vorteil in der Corona-Krise“, sagt Stephan Maier. Das ist das zentrale Ergebnis einer Studie, die „EY Innovalue“ zur Krisensicherheit der deutschen Versicherungswelt durchgeführt hat; Stephan Maier ist einer der Autoren der Studie.
Danach gibt es drei Gruppen von Versicherern: Auf der einen Seite gebe es die sogenannten „Pre-digital Operator“, die am Anfang der digitalen Transformation stünden und in Covid-19-Zeiten auf Notbetrieb umgestellt hätten. Die „Digital Explorer“ als zweite Kategorie hätten hingegen bereits digitale Insellösungen umgesetzt. Ihnen sei es möglich gewesen, die technischen und kulturellen Herausforderungen in der Pandemiezeit ohne erhebliche wirtschaftliche Einschränkungen zu meistern. Zu dieser Gruppe gehören laut den Studienautoren insbesondere einige mittelgroße, aber auch große Konzerne.
Drittens gebe es auch noch die „Digital Player“ – meist große Anbieter oder noch junge, reine Digitalversicherer, die dank agiler Arbeitsweisen und smarter Prozesse weitestgehend krisenfest geblieben seien.
Als Indikatoren für den jeweiligen Digitalisierungsgrad nutzten die Studienautoren beispielsweise den Reifegrad digitaler Vertriebs- und Betriebssysteme, den Einsatz von Data Analytics sowie den Anteil der Dunkelverarbeitung in den Geschäftsprozessen.
Auf Basis dieser Ausgangslage widmete sich EY Innovalue der Kernfrage, welche Veränderungen vorrangig die Vorstandsagenda beeinflussen und welche technischen und organisatorischen Herausforderungen in der derzeitigen Krisensituation priorisiert werden sollten. Dabei stellten die Experten fest, dass einige Neuerungen durch die Krise absehbar sind – seien es Prozessanpassungen aufgrund veränderter Kundengewohnheiten oder die Einführung zukunftsweisende Formen der Zusammenarbeit.
Und obwohl vor allem die „Digital Player“ laut der Studie besonders sicher durch die Krise gehen, reiche das allein noch nicht aus, so der Appell Stephan Maiers. „An dieser Stelle zu verharren, ist wenig ratsam. Jetzt geht es darum, wie sich das Management auf die Post-Corona-Zeit vorbereitet und welche Handlungsfelder konkret angegangen werden sollten.“
Bei der Digitalisierung des Betriebs stehen zum Beispiel die digitale Schadenbearbeitung und der Ausbau digitaler Vertriebsservices im Fokus. EY Innovalue stellt fest, dass die Krise nochmals den Druck erhöht hat, die veränderten Kundenbedürfnisse im Betrieb abzudecken. So sinke beispielsweise die Bereitschaft zur Kundenberatung vor Ort, während digitale Kundenplattformen und Video- beziehungsweise Online-Beratungen verstärkt nachgefragt würden.
Im Bereich „Future Ways of Working“ stünden hingegen flexible Rahmenbedingungen zum Arbeitseinsatz sowie ein modernes Kultur- und Führungskonzept im Mittelpunkt.
EY-Innovalue-Partner Maier erklärt: „In der Krise benötigen Mitarbeiter mehr denn je einen Leitstern, der die Kultur und den Zweck der Organisation abbildet und in der fortschreitenden digitalen Arbeitswelt als Motivation dient.“
„Wichtig ist es, die Corona-Krise als Chance zu verstehen und notwendige Veränderungen mit Hochdruck voranzutreiben, um künftig krisenfest zu sein. Vergangene Notsituationen, wie die Finanzkrise 2007, belegen, dass nachhaltig tiefe Veränderungen auf unternehmerischer Ebene zu erwarten sind. Vorstände sind also gut beraten, bereits heute die richtigen Stellschrauben in ihrer Organisation zu drehen und den Versicherungsbetrieb zukunftsweisend zu steuern“, so Maier.
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