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„Der Schuldenberg, der sich bei Bund, Ländern und Kommunen zur Bewältigung der Corona-Pandemie aufgetürmt hat, bereitet den Deutschen in diesem Jahr die größten Sorgen“, das sagt Brigitte Römstedt, Leiterin des R+V-Infocenters, anlässlich der Vorstellung der Studie „Die Ängste der Deutschen 2021“. 53 Prozent der Bundesbürger hätten danach Angst davor, dass der Staat wegen der Schuldenlast aus der Corona-Krise dauerhaft Steuern erhöhen oder Leistungen kürzen könnte. Diese Angst landet damit auf Platz 1 der diesjährigen Umfrage der R+V.
Die Sorge um die persönlichen Finanzen spiegeln sich auch in den Plätze 2 und 3 der größten Ängste wider: Jeder zweite Deutsche befürchtet, dass die Lebenshaltungskosten steigen (Vorjahr: 51 Prozent) und dass die Steuerzahler für die EU-Schuldenkrise zur Kasse gebeten werden (Vorjahr: 49 Prozent).
Die Sorge um die Wirtschaftslage in Deutschland ist allerdings geringer geworden. Sie liegt mit 40 Prozent auf Platz 10 des Rankings. Im vergangenen Jahr reichte es mit 48 Prozent auf Platz 4 der Umfrage. Mit dem Konjunkturaufschwung sinkt auch die Angst vor Arbeitslosigkeit: Nur knapp ein Drittel der Befragten (Vorjahr: 40 Prozent) befürchtet steigende Arbeitslosenzahlen. Noch geringer ist die Angst vor dem Verlust des eigenen Jobs (24 Prozent; Vorjahr: 25 Prozent).
In der regulären Umfrage bleiben die Umweltsorgen etwa auf dem Niveau des Vorjahres: 41 Prozent der Befragten haben große Angst vor häufigeren Naturkatastrophen und Wetterextremen (Platz 8; Vorjahr: 44 Prozent, Platz 5). Das änderte sich jedoch nach der Flutkatastrophe in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz im Juli. Naturkatastrophen und Extremwetter ängstigen nun 69 Prozent aller Bürger. 61 Prozent der Befragten sind besorgt, dass der Klimawandel dramatische Folgen für die Menschheit hat.

„Diese Ergebnisse dokumentieren den Schock, den die entsetzliche Flut bei den Menschen ausgelöst hat. Ob die Katastrophe längerfristige Auswirkungen auf die Umweltängste hat, wird sich allerdings erst im kommenden Jahr zeigen“, erläutert Manfred G. Schmidt, Politikwissenschaftler an der Ruprecht-Karls-Universität in Heidelberg, der das R+V-Infocenter seit fast zwei Jahrzehnten bei der Auswertung der Ängste-Studie berät.
2021 befürchten 41 Prozent der Deutschen, dass die Politiker von ihren Aufgaben überfordert sind. Für ein Wahljahr dennoch ein moderater Wert. Zum Vergleich: Bei der Wahl vor vier Jahren zweifelten 55 Prozent der Befragten daran, dass die Politiker ihren Aufgaben gewachsen sind. Im Osten hadern die Bürger mehr mit den Politikern als im Westen (Ost: 50 Prozent, West: 39 Prozent).
Zu den größten Ängsten der Deutschen zählen nach wie vor auch die Zuwanderungsthemen. 45 Prozent der Befragten befürchten, dass die große Zahl der Geflüchteten die Deutschen und ihre Behörden überfordert (Platz 4; Vorjahr: 43 Prozent, Platz 7). Auch die Sorge vor Konflikten durch weitere Zuwanderung bleibt präsent (42 Prozent; Vorjahr: 43 Prozent).
Weitere Ergebnisse der R+V-Studie finden Sie hier.
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