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Dieser Satz dürfte bei so manchem Versicherungsmakler in einem goldenen Rahmen über dem Bett, wahlweise über dem Schreibtisch, hängen: „Wer den Provisionsvertrieb als Hort des Bösen betrachtet und Honorarberater als die besseren Menschen, dem kann ich nur sagen: Träum weiter.“
Der Absender dieser Worte ist niemand geringeres als Felix Hufeld, Präsident der Finanzaufsicht Bafin. Er müsse immer „ein wenig schmunzeln, wenn manche Lobbyisten die Beratung auf Honorarbasis als Lösung aller Probleme hinstellen“, führte Hufeld im Spiegel-Interview aus. Und dann kommt der Hammer-Satz: „Man riskiert sozialpolitische Verwerfungen, wenn man provisionsbasierte Beratung verbietet“ (wir berichteten).
Während Hufeld für seine ungewöhnlich deutliche Wortwahl insbesondere von Finanzanlage- und Versicherungsvermittlern gefeiert wird (wie auch viele Reaktionen von Pfefferminzia-Lesern in den sozialen Netzwerken zeigen), dürfte auf Seiten der Verbraucherschützer pures Entsetzen geherrscht haben.
Nachdem man sich beim Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) vermutlich erstmal kräftig geschüttelt hat, liegt nun eine Reaktion aus Berlin vor. In einem achtseitigen „Positionspapier“ verteidigt das Team Finanzmarkt unter der Leitung von Dorothea Mohn ihre Forderung nach einem Provisionsverbot.
Darin taucht der Name Felix Hufeld nicht auf, doch der Titel des Papiers dürfte auch an den Bafin-Chef gerichtet sein: „Europäische Provisionsverbote und deutsche Fehldarstellungen“ heißt dieser.
In dem Schreiben verwahrt sich der VZBV vor allem gegen die Meinung, dass man in Großbritannien schlechte Erfahrungen mit dem 2013 eingeführten Provisionsverbot gemacht habe – auch Hufeld unterstützt diese These.
Der VZBV predigt trotzdem weiter
Es gebe „deutliche Anzeichen“, dass breite Bevölkerungsschichten im Königreich seitdem von der Altersvorsorgeberatung „faktisch abgeschnitten“ seien, sagte Hufeld. „Jemand, der wenig Geld hat, gibt einfach keine 150 oder 200 Pfund aus für einen Finanzberater – da können Sie predigen, so viel Sie wollen“, betonte der Bafin-Chef.
Doch der VZBV will sich das Predigen nicht verbieten lassen – und beruft sich zur Festigung des eigenen Standpunkts auf bereits bekannte Studienergebnisse, wonach sich keinesfalls „Beratungslücken“ auf den britischen Inseln infolge des Provisionsverbots aufgetan hätten.
„Von den 25 Prozent der Bevölkerung im Vereinigten Königreich, die potenziell Finanzberatung gebraucht hätten, sagten 9 Prozent, sie wollten oder konnten sich keine Beratung leisten“, berichten die Autoren auf Basis von Untersuchungen durch das britische Finanzministerium in Kooperation mit der Finanzaufsicht FC (Financial Conduct Authority).
„Das bedeutet, nur ungefähr 2 Prozent der Gesamtbevölkerung wollten oder konnten sich keine Beratung leisten.“ Ähnliches gehe auch aus den Berichten der niederländischen Behörden hervor: „Nur 2 Prozent der Verbraucher dort sahen die Kosten einer Finanzberatung als Hindernis, sich beraten zu lassen“, fahren die Autoren fort.
„Provisionsverbot ist ein Erfolgsmodell“
In Feldversuchen der Briten habe sich zudem gezeigt, dass auch Verbraucher mit vergleichsweise geringen Anlagesummen von 10.000 Pfund keine Schwierigkeiten hatten, eine Finanzberatung zu bekommen.
„Das Provisionsverbot ist ein Erfolgsmodell“, betont man dann auch beim VZBV. So sei die Qualität von Finanzberatung und Produktqualität sowohl in Großbritannien als auch in den Niederlanden als Folge der Reformen gestiegen, „ohne dass der Finanzmarkt gelitten hätte“.
Auch das Argument der Pro-Provision-Fraktion, wonach Honorarberatung in Deutschland vom Verbraucher „keine gewünschte Dienstleistung“ sei, denn schließlich habe sich die Honorarberatung nicht durchgesetzt, obwohl diese hierzulande bereits erhältlich sei, will der VZBV nicht gelten lassen:
„Das Problem an diesem Argument ist, dass viele Verbraucher den Interessenskonflikt der Provisionsberatung kaum erkennen können. Außerdem zeigt sich der Unterschied zwischen guter und schlechter Beratung, wenn überhaupt, erst nach einiger Zeit.“
Verbraucher vermag das bessere System nicht zu erkennen
Auf Märkten mit dieser Struktur sei das Argument der mangelnden Nachfrage nach Honorarberatung hinfällig, „weil sich bessere Angebote nicht durchsetzen, wenn Verbraucher nicht bewerten können, welches Angebot besser ist“.
Stattdessen stimmten Verbraucher „mit den Füßen ab“. „Wer dem System nicht vertraut, legt sein Geld gar nicht an oder versucht es auf eigene Faust“, so die Schlussfolgerung des VZBV.
Vermittler teilen das Los mit Apothekern
Und auch das Fazit der Autoren bietet Zwischentönen keinen Kubikzentimeter Luft: Provisionsberatungen seien Verkaufsgespräche. Solche „Beratungen“ dienten dazu, Finanzprodukte zu vertreiben, „allzu häufig ungeachtet der Interessen der Verbraucher“. Wer also der Ansicht sei, dass Apotheker (übersetzt: Vermittler) keine Ärzte (gemäß VZBV-Logik die Honorarberater) ersetzen könnten, „der kann und muss die gleiche Logik auch auf Finanzmärkte anwenden und für unabhängige Finanzberatung auf Honorarbasis eintreten“, so das Resümee des Teams Finanzmarkt vom VZBV.
Man darf gespannt sein, ob sich die Verbraucherschützer nach diesem Fazit auch noch den Unbill der Apothekerzunft zuziehen werden. Denn diese Berufsgruppe dürfte das Vorurteil vom geldgierigen Verkäufer, der sich nicht dem Wohl seiner Kunden verpflichtet sieht, mindestens so weit von sich weisen, wie die gescholtenen Vermittler.
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