Rating von Franke und Bornberg

So steht es um den Markt der Rentenversicherung

Für ihr aktuelles Altersvorsorge-Rating haben die Experten von Franke und Bornberg 629 Tarife unter die Lupe genommen – aus den Bereichen Rürup, Riester und der privaten Rentenversicherung. Knapp ein Viertel davon erhielten die Top-Note FFF+. Das Fazit der Analysten: „Kapitalgedeckte Altersvorsorge hat Zukunft – trotz Zinsschmelze.“
© Neuenhausen
Ist Geschäftsführer des Rating-Hauses Franke und Bornberg: Michael Franke.

Klassische Lebens- und Rentenversicherungen fahren im Krisenmodus: die Zinsflaute, der ab 2022 festgesetzte Garantiezins von maximal 0,25 Prozentpunkten sowie der wachsende Fokus auf alternative Garantien und Anlagen. All das hat die Experten des Rating-Hauses Franke und Bornberg dazu veranlasst, ihr regelmäßiges Altersvorsorge-Rating neu aufzusetzen. Ihr Fazit aus dem ersten Durchlauf nach der Aktualisierung: „Kapitalgedeckte Altersvorsorge hat Zukunft – trotz Zinsschmelze.“

Aber von vorn: Die Analysten haben 629 Rententarife nach bis zu 64 Kriterien untersucht. Gegenüber dem Jahrgang 2020 neu hinzugekommen ist das Kriterium „Finanzielle Stabilität“. Je nach Produktkonzept wird es unterschiedlich hoch bewertet.

Michael Franke, Gründer und Geschäftsführer von Franke und Bornberg, erläutert die Beweggründe: „Verlässliche Zinsen gehören der Vergangenheit an. Die Zinsschmelze strapaziert das Geschäftsmodell der Lebensversicherer. Verbraucher müssen wissen, wie stabil ein Versicherer ist, bevor sie ihm ihre Altersversorgung anvertrauen.“

Insgesamt umfasst die Untersuchung alle zum Stichtag bekannten Tarife der privaten Vorsorge; also Basis-Renten (erste Schicht), Riester-Renten (zweite Schicht) und private Rentenversicherungen (dritte Schicht). Für eine bessere Unterscheidung wurden die Tarife einer von fünf Produktkategorien („Konzepte“) zugeordnet. „Je nach ihrem Anlagekonzept unterscheiden sich Rententarife ganz erheblich“, so Michael Franke. „Wer nicht Äpfel mit Birnen vergleichen will, muss zwischen Klassik, Hybrid und reinen Fondslösungen differenzieren.“

Die Ergebnisse aus der dritten Schicht

Von den 629 analysierten Tarifen entfallen mit 362 über die Hälfte auf private Versicherungen der 3. Schicht. Damit prägen sie das Gesamtergebnis deutlich. Besonders leistungsfähige Tarife beobachteten die Analysten beim Konzept „garantieorientierter Hybrid“. Hier erreichten rund 18 Prozent der Tarife die Topwertung FFF+ (hervorragend) und circa 72 Prozent ein FFF (sehr gut).

Vergleichsweise abgeschlagen landeten Klassikkonzepte auf den hinteren Plätzen. Hier erreichte gerade einmal einer der untersuchten 62 Tarife die Top-Bewertung. Immerhin erreichten außerdem noch gut ein Viertel der privaten Klassik-Tarife ein FFF. 33 Gesellschaften hatten noch einen Klassik-Tarif im Angebot – ein Jahr zuvor waren es noch 37.

>>> Hier geht es zu den Ergebnistabellen aus der dritten Schicht.

Die Ergebnisse aus der zweiten Schicht

Bei der Riester-Rente hinterlasse aktuell vor allem der sinkende Rechnungszins Spuren. Waren vor Jahresfrist noch 37 Gesellschaften mit 77 Tarifen im Markt, sank das Angebot auf jetzt nur noch 32 Versicherer und 71 Tarife. „Das war ein Rückzug mit Ansage“, analysiert Michael Franke.

„Der magere Rechnungszins macht es für Versicherer immer schwerer, die Beitragsgarantie zu erwirtschaften“, so Franke weiter. „Beitragserhalt wird bei einem Höchstrechnungszins von 0,25 Prozent zum Kraftakt. 20 Jahre nach Einführung der Riesterförderung rechnen wir deshalb mit einem weiteren Rückzug aus diesem Geschäftsfeld.“

Aber Totgesagte leben bekanntlich länger: Rund 19 Prozent der Riester-Tarife erhielten die Note hervorragend, während etwas über 50 Prozent der Tarife noch ein FFF erreichten. Besonders punkten konnten auch hier garantieorientierte Hybride sowie Tarife der neuen Klassik.

>>> Hier finden Sie die Ergebnistabellen aus der zweiten Schicht.

Die Ergebnisse aus der ersten Schicht

Vergleichsweise konstant zeige sich das Angebot von Basis-Renten, so die Analysten. Hier blieb die Zahl der Versicherer mit 46 gegenüber dem Vorjahr gleich. Das Tarifangebot sei sogar leicht von 193 auf nun 196 Produkte gewachsen. Und der Rückgang der Klassiktarife wurde laut den Analysten sogar durch den Anstieg bei Hybrid-Lösungen und Fondsrenten wettgemacht. Damit sei auch die Qualität der Produkte gestiegen: Für etwa 34 Prozent aller Basis-Renten gab es von Franke und Bornberg die Spitzennote FFF+. Das FFF wurde von knapp 50 Prozent erreicht.

>>> Hier geht es zu den vollständigen Ergebnistabellen aus der ersten Schicht.

Ausblick in die Zukunft

Bezüglich eventueller Trends, die die Zukunft dominieren könnten, sagen die Analysten, vor allem niedrigere oder laufzeitabhängige Garantien zu erwarten. Anders als bislang angenommen, bleibe der Zuwachs bei Tarifen mit fondsgebundener Rentenphase jedoch hinter den Erwartungen zurück, konstatiert Michael Franke. „Fonds bieten zwar höhere Renditechancen. Aber in der Rentenphase ist bislang vor allem Sicherheit angesagt. Wir sind gespannt, wann ein Großteil der Produktentwickler und Verbraucher auch hier umdenken und auf Ertragschancen setzen“, sagt Franke.

Erfreulich für Verbraucher sei zudem „schon jetzt die steigende Flexibilität vieler Produkte“, heißt es im Rating-Papier weiter. Leistungsfähige Tarife sollten alle wesentlichen Gestaltungsoptionen bieten, die im Auf und Ab des Lebens einmal wichtig werden könnten. Im Bereich Flexibilität habe Franke und Bornberg die Bewertungen für einige Kriterien gestrafft.

Gerade fondsgebundene Rentenversicherungen zeichneten sich aufgrund der Vielzahl an Möglichkeiten bei der Fondsanlage durch hohe Flexibilität aus. Auch im Hinblick auf Nachhaltigkeit hätten fondsgebundene Tarife häufig die Nase vorn, beobachtet Franke. Sie böten Verbrauchern vielfältige Möglichkeiten, sogenannte „ESG“–Kriterien – also Nachhaltigkeitskriterien – beim Aufbau ihrer Altersvorsorge zu berücksichtigen. Derzeit arbeite Franke und Bornberg zudem bereits an der Bewertung nachhaltiger Versicherer und ihrer Tarife.

Autorin

Juliana Demski gehörte dem Pfeffi-Team seit 2016 an. Sie war Redakteurin und Social-Media-Managerin bei Pfefferminzia. Das Unternehmen hat sie im Januar 2024 verlassen.

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Eine Antwort

  1. Wer die Allianz mit einem extrem niedrigen Rentenfaktor und Dividendenabzug BESTRÄTET, ist weit weg von SERIÖS. Vielleicht kann man das erklären, ich verstehe es nicht, auch wenn es viele machen. Wenn sich das mal Anwälte ansehen, ist es leicht möglich, dass viele Verträge ab Beginn aufgelöst werden müssen, mit Verlustklagen garniert. Egal, der Kunde hat den SCHWARZEN PETER. Natürlich ist der Versicherer Verursacher, aber Makler mit voller Haftung, werden wohl, weil viel SCHWÄCHER. erstmal in Verantwortung genommen.
    Schon mal die Vermögensschadenhaftpflicht in BESTFORM bringen. Falls die Probleme macht bei viele TAUSEND Schäden-Gute Nacht!

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