#1: Extremwetter – mehr als ein Sturm im Wasserglas
Naturkatastrophen und Extremwetterereignisse stellen Versicherer vor immer größere Herausforderungen – vor allem in den Sparten KFZ, Hausrat und Wohngebäude. Umso wichtiger ist, dass sie jetzt über kurzfristige Preisanpassungen hinausdenken und umfassende, mehrdimensionale sowie nachhaltige Maßnahmen ergreifen, um ihre Profitabilität zu sichern.
Es darf nicht nur an der altbewährten Kostenschraube gedreht werden, sondern es müssen auch Produktdesign und eine zielgruppenorientierte Wertkommunikation in den Blick genommen werden. Andernfalls können auf klassische Beitragsanpassungen Stornowellen folgen.
#2: Junge Kunden gewinnen
Den Abschluss in der Tasche, den Ausbildungsplatz in Sicht und mit dem ersten Auto oder der ersten eigenen Wohnung in das Erwachsenenleben starten. Ein Lebensabschnitt, in dem auch die ersten Versicherungen, wie Berufsunfähigkeit, KFZ oder Hausrat relevant werden – was die jungen Kunden für Versicherer zu einer spannenden Zielgruppe macht.
Immerhin sind die meisten Kunden bis Mitte 30 zum größten Teil abgesichert und besitzen dann im Schnitt fünf Policen. Ab diesem Alter kommt oftmals lediglich eine weitere Versicherung hinzu. Umso mehr sollten Versicherer frühzeitig zum Wegbegleiter der jungen Kunden werden.
Wer sie also für sich gewinnen und langfristig binden möchte, der sollte den Vermittler als Vertriebskanal nicht unterschätzen, seine Online-Präsenz und Customer Journey optimieren und auf die Bedürfnisse der jungen Kunden anpassen.
#3: Künstliche Intelligenz (KI) – Gamechanger und Produktivitätsbooster
Über alle Kundengruppen hinweg sind die Vermittler nach wie vor ein wichtiger Vertriebskanal – und ihre Bedeutung ist in den vergangenen Jahren sogar gestiegen. Die Erhöhung der Agenturproduktivität ist für die Versicherer daher ein perfekter Hebel, um den Customer Lifetime Value zu verbessern.
Hierbei können KI-Tools zu einem echten Gamechanger und Produktivitätsbooster werden. Denn mit ihrer Hilfe können Prozesse automatisiert und so die Effizienz und Profitabilität der Agenturen gesteigert werden. Was letztlich mehr Zeit für die persönliche Beratung schafft, die Qualität steigert und die Kosten senkt – Win-Win für alle Seiten.
#4: Altersvorsorge flexibel und innovativ gestalten
Das Geschäft mit Einmalbeiträge schrumpft dieses Jahr zum zweiten Mal in Folge. Aktuell sind die Vorteile einer Altersvorsorge über einen Versicherer zu organisieren zwar da, aber schwer vermittelbar. Zu verlockend sind Investmentprodukte wie ETFs. Der langfristige Ausblick im Einmalbeitrag bleibt unsicher, zugleich ist die Notwendigkeit zur Altersvorsorge jedoch ungebrochen.
Um dies erfolgreich zu nutzen, können Versicherer daher an vier Hebeln ansetzen: Sie sollten erklären, warum Investmentprodukte unter nicht rein finanziellen Gesichtspunkten als alleinige Vorsorgeprodukte untauglich sind, stärker Biometrie verkaufen, in den Produkten und im Servicing massiv auf die Kostenbremse treten und neue Produktdesigns erwägen, die wieder Vorteile zum reinen Investment zeigen – und das bis hin zu den lange unbeliebten Garantieprodukten.
#5: Omnichannel und Opt-in – das O und O der Assekuranz
Dass Versicherer sowohl off- als auch online Kanäle bespielen, gehört mittlerweile zum guten Ton. Doch das allein macht noch keine Omnichannel-Strategie. Der Schlüssel zum Erfolg liegt vielmehr in der nahtlosen Verknüpfung aller Kanäle – was auch das Opt-in einschließt. Wobei das Potenzial der Opt-ins noch oft unterschätzt wird. Trotz anfänglichem Aufwand lohnt es sich also, in Opt-ins zu investieren. Denn: Sie stärken die Kundenbindung und treiben den Vertriebserfolg voran.
Fazit
Die Versicherer stehen vor vielfältigen Herausforderungen. Langfristige, innovative Strategien für alle Bereiche entlang der Customer Journey sind entscheidend, um in diesem dynamischen Umfeld erfolgreich zu bestehen und profitabel zu bleiben.