Druck auf Politik wächst

Fondsgesellschaft Deka will kein Riester-Neugeschäft mehr

Und wieder eine: Die Fondsgesellschaft Deka beendet die Vertriebsunterstützung für das Riester-Neugeschäft. Nach der DWS ist es das zweite große Fondshaus, das diesen Schritt wegen ausbleibender Reformen macht. Hier kommen die Details.
© picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Patrick Pleul
Ein Ordner mit der Aufschrift „Rente Riester Vertrag“ steht zwischen anderen Aktenordnern: Das Produkt Riester krankt an fehlenden politischen Reformen.

Das Fondshaus Deka Investments zieht die Reißleine und will de facto kein Neugeschäft für die staatlich geförderte Riester-Rente mehr einfahren. Das berichtet das Wirtschaftsmagazin „Capital“ (Ausgabe 11/2021, erscheint am 21. Oktober). Die Riester-Fondssparpläne Deka-Zukunftsplan Classic und Deka-Bonusrente sollen künftig nicht mehr vertrieblich unterstützt werden. Ein Deka-Sprecher bestätigte diese Informationen gegenüber dem Magazin.

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Auch die DWS hatte Mitte Juni 2021 Schluss mit Riester gemacht (wir berichteten). Grund für diese Rückzüge sind die ausbleibenden politischen Reformen, insbesondere in Hinblick auf die Bruttobeitragsgarantie. In Zeiten von Negativzinsen sei eine Bruttobeitragsgarantie einfach nicht mehr zeitgemäß, heißt es von der DWS. Man werde sich daher zukünftig verstärkt auf garantiefreie fondsbasierte Sparformen und Produktlösungen konzentrieren.

Die Deka stellt ihr Riester-Angebot derweil nicht komplett ein, wird es jedoch nicht mehr bewerben, heißt es in dem „Capital“-Bericht weiter. Um die Produkte für den Vertrieb zusätzlich unattraktiv zu machen, setze die Fondstochter der Sparkassen außerdem den Ausgabeaufschlag für beide Fonds zum 1. November auf 0 Prozent von bisher 1,5 Prozent (Zukunftsplan) respektive 3,5 Prozent (Bonusrente). Mit dem Ausgabeaufschlag wird unter anderem der Vertrieb von Fondsanteilen bezahlt.

Für die 710.000 Riester-Bestandskunden würden die Produkte aber weitergeführt. Diese profitierten von den Änderungen: Denn auch sie zahlen ab 1. November keinen Ausgabeaufschlag mehr.

Autorin

Karen

Schmidt

Karen Schmidt ist seit Gründung von Pfefferminzia im Jahr 2013 Chefredakteurin des Mediums.

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