Diva-Umfrage

Viele Aktiensparer stehen der Aktienrente aufgeschlossen gegenüber

Die von der Ampelkoalition angestrebte Aktienrente soll die gesetzliche Rente stärken. Viele Bürger, die bereits heute privat mit Aktien für ihr Alter vorsorgen, bewerten diesen Schritt positiv. Gleichzeitig ist ihre Skepsis groß, dass der Staat nicht die notwendige Kompetenz als Kapitalanleger mitbringt.
© picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Markus Schreiber
Die FDP war in der Ampelkoalition (hier v.l. Annalena Baerbock, Robert Habeck, Olaf Scholz und Christian Linder) die treibende Kraft hinter der Idee für eine Aktienrente.

Zwei Drittel der Deutschen, die bereits heute privat mit Aktien für ihr Alter sparen, stehen einer Aktienrente aufgeschlossen gegenüber, wie eine Umfrage des Deutschen Instituts für Vermögensbildung und Alterssicherung (Diva) zeigt. Die Aktienrente soll laut Koalitionsvertrag die gesetzliche Rente stärken, indem sie nach den Vorbildern in Schweden und Norwegen einen Einstieg in eine aktienbasierte Finanzierungsform ermöglicht.

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„Die positive Haltung der Bürger zur Aktienrente legt nahe, dass die meisten Bürger die Grenzen einer rein umlagefinanzierten gesetzlichen Rente längst erkannt haben“, sagt Michael Heuser, Wissenschaftlicher Direktor des Diva. Jedoch schätzen viele die Expertise und Erfahrung des Staates als Kapitalanleger eher schlecht ein. Mit 51 Prozent sind Geringverdiener mit monatlich weniger als 1.800 Euro Netto-Einkommen hier besonders skeptisch. Bei den mittleren und höheren Einkommensgruppen sind es 44 beziehungsweise 47 Prozent.

„Bei der Umsetzung der Aktienrente dürfte es wichtig sein, professionelle Fondsmanager und Kapitalanleger aus Fondsgesellschaften und Lebensversicherungen mit ihren Erfahrungen und Kompetenzen zu berücksichtigen“, sagt Heuser. Zudem sei die Sorge vor einer Zweckentfremdung der Mittel groß. 64 Prozent der Befragten sehen hier eine Gefahr. „Die Skepsis der Bürger vor Zweckentfremdung und Querfinanzierungen kommt nicht von ungefähr“, so Heuser. „Die Aktienrente sollte von Beginn an vor dem Zugriff des Staates geschützt werden, um in der Bevölkerung das notwendige Vertrauen aufzubauen.“

Insgesamt zeige sich bei denjenigen Bürgern, die Erfahrungen mit Aktien haben, eine positive Stimmung gegenüber der Aktienrente. Helge Lach, Vorsitzender des Bundesverbandes Deutscher Vermögensberater (BDV), hat eine klare Forderung an die Ampelkoalition: „Spätestens nach Ablauf dieser Legislaturperiode schnappt die Generationenfalle zu. Die Aktienrente kommt für die Lösung dieses Problems leider viel zu spät. Zukünftige Generationen werden aber dankbar sein, wenn die Politik das Konzept jetzt zügig umsetzt.“

Autorin

Manila Klafack war bis März 2024 Redakteurin bei Pfefferminzia. Nach Studium und redaktioneller Ausbildung verantwortete sie zuvor in verschiedenen mittelständischen Unternehmen den Bereich der Öffentlichkeitsarbeit.

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