Binnen acht Jahren

Wertverlust für Lebensversicherte bei 5,5 Prozent

Kunden mit einer Lebensversicherung haben in den vergangenen acht Jahren im Schnitt Kürzungen in Höhe von 5,5 Prozent hinnehmen müssen. Das zeigt eine aktuelle Studie des Analysehauses Partner in Life (PiL). Schuld daran habe das Zinstief in der Branche.
© dpa/picture alliance
Rentner auf einer Bank: Dank des Zinstiefs mussten Lebensversicherte Einbußen in ihrer Altersvorsorge hinnehmen.

„Das, was jeder Sparer in den letzten Jahren gefühlt hinnehmen musste, haben wir für die Lebensversicherung jetzt in Zahlen nachgewiesen“, sagt Dean Goff, Vorstand des Analysehauses „Partner in Life“ (PiL). Im Durchschnitt sind es laut der aktuellen Untersuchung seines Hauses 5,5 Prozent Wertverlust pro Sparerkopf.

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„Wir weisen aber auch nach, dass sich die Versicherer – trotz der schwierigen Rahmenbedingungen – am Ende meist gut geschlagen und für ihre Kunden einen positiven Wertzuwachs erwirtschaftet haben“, so Goff. Die Allianz als Marktführer habe beispielsweise ihre Prognosen bei nahezu allen Policen über die Zeit gekürzt, jedoch bei den Verträgen, die in den vergangenen sechs Jahren abgelaufen seien, eine durchschnittliche Brutto-Beitragsrendite von 3,5 Prozent pro Jahr erwirtschaftet.

Neben der Betrachtung der jeweiligen Ablaufleistung war es den Analysten wichtig, zu erkennen, in welchem Umfang die Versicherungsgesellschaften nach Stückzahl der analysierten Verträge tatsächlich signifikant (mehr als 2 Prozent) reduziert haben.

Das Ergebnis: Versicherer wie die Neue Leben, LVM oder LV 1871 haben mit jeweils über 90 Prozent nahezu alle konventionellen Verträge nach unten angepasst. Dabei sei zu beachten, dass Anbieter, die hier vergleichsweise wenige Verträge gekürzt haben – etwa Volksfürsorge, Zürich Deutscher Herold oder Nürnberger – vor Jahren gegebenenfalls eine unzulängliche Mitteilungspraxis an den Tag gelegt hatten und daher zum Beispiel Schlussüberschussanteile nicht vollständig ausgewiesen wurden. Mithin wären in diesem Fall die Kürzungen sozusagen unsichtbar geblieben, so die Analysten.

Insgesamt kommt die Untersuchung jedoch zu dem Schluss, dass im Wesentlichen der gesamte Markt seine Prognosen deutlich nach unten angepasst hat. Hiervon seien über 90 Prozent der Verträge betroffen gewesen. 80 Prozent der untersuchten Verträge hätten einen Wertverlust von mehr als 2 Prozent hinnehmen müssen.

Auch könne man erwarten, dass diejenigen Versicherer, die ihre Verträge bislang weniger oft oder weniger stark reduziert haben, dies im anhaltenden Zinstief noch tun werden. Hier sei vor allem das noch vorhandene Kürzungspotenzial wichtig, heißt es bei Partner in Life. Ein Beispiel: Obwohl etwa die Allianz bereits starke Kürzungen vorgenommen habe, sei hier noch einiges an Potenzial vorhanden.

Der Tipp der Experten:

Verträge, die weniger als zehn Jahre Restlaufzeit vor sich haben, sollten von unabhängigen Fachleuten analysiert werden. Unter anderem Verbraucherzentralen böten dies an.

Trotz der Kritik sei aber auch etwas Lob angebracht, so die Analysten. Denn die Untersuchung zeige, dass Versicherte nach Ablauf der Policen eine gute Wertentwicklung erfahren haben. Zwar unterliegen die von PiL analysierten Verträge einem regelmäßigen Monitoring und enthalten keine Zusatzversicherungen wie Unfall- oder Berufsunfähigkeitszusätze. Dennoch zeigten sie, dass die Gesellschaften im Jahr 2010 noch eine Beitragsrendite von 4,63 Prozent pro Jahr prognostiziert hatten. Tatsächlich erwirtschafteten sie im Durchschnitt aber 3,99 Prozent pro Jahr.

Autorin

Juliana Demski gehörte dem Pfeffi-Team seit 2016 an. Sie war Redakteurin und Social-Media-Managerin bei Pfefferminzia. Das Unternehmen hat sie im Januar 2024 verlassen.

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