Assekurata-Studie

Überschüsse von Run-off-Gesellschaften „deutlich über Branchenwerten“

Laut der Rating-Agentur Assekurata erwirtschafteten Run-off-Gesellschaften in der Lebensversicherung seit 2017 „sehr deutlich“ Überschüsse, die über den Branchenwerten liegen. So erreichten sie 2019 im Schnitt eine Rohüberschussquote von 33,6 Prozent, während der Markt durchschnittlich knapp 12 Prozent schaffte. Woran das liegt.
© Assekurata
Lars Heermann ist Bereichsleiter Analyse und Bewertung bei der Kölner Rating-Agentur Assekurata.

„Derzeit befinden sich sieben deutsche Lebensversicherer im externen Run-off mit einem Prämienvolumen von insgesamt 3,9 Milliarden Euro, was einem Marktanteil von circa 4 Prozent entspricht“, erklärt Lars Heermann, Bereichsleiter Analyse und Bewertung bei Assekurata. Im Rahmen einer aktuellen Studie hat sich die Kölner Rating-Agentur dieser Thematik angenommen.

Die sieben Run-off-Versicherer verteilen sich auf folgende drei Plattformen:
  • Viridium-Gruppe: Skandia Lebensversicherung, Heidelberger Lebensversicherung, Entis Lebensversicherung (ehemaliger Bestand der Protektor Lebensversicherung), Proxalto Lebensversucherung (ehemals Generali Lebensversicherung)
  • Frankfurter-Leben-Gruppe: Frankfurter Lebensversicherung (ehemals Basler Leben Direktion für Deutschland), Frankfurt Münchener Lebensversicherung (ehemals Arag Lebensversicherung)
  • Athora-Gruppe: Athora Lebensversicherung (ehemals Delta Lloyd Lebensversicherung)

Neben diesen im externen Run-off befindlichen Unternehmen berücksichtigt Assekurata in der Studie analog zum Vorjahr zusätzlich die Victoria Leben, die sich im internen Run-off der Ergo-Gruppe befindet. Aufgrund ihrer Größe und der langen internen Run-off-Zeitreihe sei sie von hoher Bedeutung und ermögliche zudem den Blick auf mögliche Unterschiede zwischen internen und externen Run-offs, heißt es im Studienpapier.

Eine wesentliche Voraussetzung für die Zukunftsfähigkeit von Lebensversicherern sei eine positive Ertragssituation, erklären die Studienautoren. „Sowohl Kunden als auch Anbieter profitieren von den Rohüberschüssen eines Unternehmens“, sagt Lars Heermann. „Aus diesem Grund haben wir die Ertragshöhe der Run-off-Versicherer im Zeitablauf – also sowohl vor als auch nach dem Verkauf – untersucht“.

Im Anschluss verglichen die Kölner Analysten die Überschüsse der Run-off-Gesellschaften mit denen der restlichen Lebensversicherungsbranche. Als Messgröße für den Unternehmensertrag verwendete Assekurata hierbei die Rohüberschussquote, die den generierten Rohüberschuss ins Verhältnis zu den gebuchten Bruttoprämien setzt.

Während die Run-off-Versicherer in der Vergangenheit bis einschließlich 2016 im Durchschnitt geringere Erträge als der Lebensversicherungsmarkt erwirtschaftet hätten, liegen die ausgewiesenen Überschüsse seit 2017 laut Studie „zum Teil sehr deutlich über den Branchenwerten.“

So hätten die Run-off-Gesellschaften 2019 im Durchschnitt eine Rohüberschussquote von 33,6 Prozent erwirtschaftet, während der Markt durchschnittlich knapp 12 Prozent erreichte. Diese „zumindest teilweise sehr hohen Überschüsse der Run-off-Versicherer“ lassen sich laut den Analysten jedoch nicht pauschal begründen.

„In einer Detailanalyse stießen wir vielmehr auf einige Sonder- oder Einmaleffekte, wie beispielsweise die Auflösung einer Steuerrückstellung oder die außerordentliche Realisierung von stillen Reserven in der Kapitalanlage, die zumindest teilweise die sehr hohen Überschüsse erklären“, so Heermann. Vor diesem Hintergrund gestalteten sich belastbare Aussage für die zukünftige Entwicklung der Ertragslage als schwierig.

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Autorin

Juliana Demski gehörte dem Pfeffi-Team seit 2016 an. Sie war Redakteurin und Social-Media-Managerin bei Pfefferminzia. Das Unternehmen hat sie im Januar 2024 verlassen.

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