Altersvorsorgeprodukt Pepp

Versicherungsbranche stemmt sich gegen 1-Prozent-Provisionsdeckel

Namhafte Experten haben auf Einladung des Bundes der Versicherten (BdV) über Chancen und Risiken des europäischen Altersvorsorgeprodukts Pepp diskutiert. Neben vieler Gemeinsamkeiten zeigte sich aber vor allem bei einem Thema ein Dissens: So machte die Versicherungsbranche klar, dass der geplante Kostendeckel von 1 Prozent beim Basis-Pepp viel zu streng bemessen sei.
© picture alliance/ Karlheinz Schindler
„Fast alle Stakeholder sind optimistisch, dass Pepp ein Erfolg wird“, fasst Axel Kleinlein, Vorstandssprecher des BdV, die Aussagen einer Onlinekonferenz veranstaltet vom BdV und Better Finance zum europäischen Altersvorsorgeprodukt Pepp zusammen.

Der Kostendeckel von einem Prozent für die Basis-Variante des europäischen Altersvorsorgeproduktes Pepp (Pan European Pension Product) stößt in der Versicherungswirtschaft weiter auf Widerstand. Hintergrund ist, dass die EU in ihrem Regulierungstext definiert hatte, dass Versicherer nur ein Prozent der angesparten Summe als Kosten pro Jahr berechnen dürfen (wir berichteten).

Für eine vollständige Beratung reiche dieser Betrag allerdings nicht aus, äußerten sich mit Bernard Delbecque von Efama und Olav Jones von „Insurance Europe“, dem Pendant des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) auf europäischer Ebene, zwei Experten im Rahmen einer Online-Konferenz.

Zu dieser digitalen Veranstaltung, in deren Mittelpunkt der Entwurf zur weiteren Regulierung von Pepp stand, hatten der Bund der Versicherten (BdV) sowie Better Finance eingeladen. Pepp könnte aktuell die Lösung für ein besseres Beitrag-Leistung-Verhältnis und die Chance für eine angemessene Vorsorge sein, so der Tenor der Veranstaltung.

„Fast alle Stakeholder sind optimistisch, dass Pepp ein Erfolg wird. Einige Lobbyisten der Finanzindustrie wollen jedoch mehr Geld für ihre Vermittler, um das Produkt zu verkaufen“, wird Axel Kleinlein, Vorstandssprecher des BdV und Präsident von Better Finance, zitiert.

Die Bedeutung von Pepp sei für die Sparer sehr hoch und eröffne zudem viele Möglichkeiten für den digitalen und Online-Vertrieb, fasst der BdV die aus seiner Sicht einhellige Meinung der an der Konferenz teilnehmenden Experten in einer Mitteilung zusammen. Einig seien sie sich ebenfalls darüber, dass für Pepp steuerliche Anreize geschaffen werden müssten. Das Fehlen einer eigenständigen Definition von Garantien sei dagegen kritisch zu sehen, hieß es seitens des BdV.

Die aufgezeichnete Konferenz, an der auch Gabriel Bernardino, Vorsitzender der europäischen Versicherungsaufsichtsbehörde Eiopa, teilnahm, haben die Veranstalter auf Youtube zum Nachverfolgen hochgeladen. 

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Autorin

Manila Klafack war bis März 2024 Redakteurin bei Pfefferminzia. Nach Studium und redaktioneller Ausbildung verantwortete sie zuvor in verschiedenen mittelständischen Unternehmen den Bereich der Öffentlichkeitsarbeit.

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Eine Antwort

  1. Liebe Versicherungswirtschaft: Da hält euch der Verbraucherschützer vor, das Ihr zu hohe Verwaltungsbebühren habt.
    Dieser Verbraucherschützer hat zwei schöne Töchter. Diese gehen der Tätigkeit als Versicherungsvertreter und Honorarberater nach. Alleine das ist schon ein Widerspruch. Entweder Verbraucherschützer oder Versicherungsvertreter.

    Die Tochter BdV Service GmbH – Versicherungsverteter erhebt immer eine Verwaltungsgebühr von 8,00 €. z.B. private Haftpflichtversicherung : Brutto Jahresbeitrag 58,90 € incl. 8.00 Verwaltungsbebühr 8.00 € Entspricht hier 15,71 %
    .
    Elementarschaden Versicherung : Jahresbeitrag 23.00 € beinhaltet 8.00 € Verwaltungsgebühr. Entspricht hier 53,33 %.

    Daran gemessen seid Ihr Versicherer sehr unverschämt, oder Ihr wisst nicht, dass Verbraucherschützer Sonderrechte haben!!!!

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