Altersvorsorge

Die mangelnde Planung der Generation Z

Je früher Menschen mit der privaten Altersvorsorge starten, desto mehr Ertrag können sie für ihren Ruhestand generieren – und dennoch wird genau das leider häufig nicht gemacht. Wie Vermittlerinnen und Vermittler deshalb der jungen Generation in der Beratung am besten begegnen sollten.
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Gerade junge Menschen der Generation Y haben noch viel Zeit um fürs Alter vorzusorgen

Als „Generation Z“ werden Menschen bezeichnet, die zwischen 1997 und 2012 geboren wurden, heute also maximal 25 Jahre alt sind. In der Lebensphase zwischen 18 und 25 sind viele junge Menschen mit ihrer Ausbildung oder ihrem Studium beschäftigt oder unternehmen erste Schritte auf dem Arbeitsmarkt. Spätestens dann stellen sich viele Fragen, von der richtigen Krankenversicherung über eine sinnvolle Absicherung der Arbeitskraft bis hin zum Vermögensaufbau und der privaten Altersvorsorge. Denn mittlerweile ist auch vielen jungen Menschen klar, dass sie sich keinesfalls mehr auf das staatliche Rentensystem verlassen können.

Vorbehalte junger Kundinnen und Kunden

Laut einer aktuellen von der Generali initiierten GfK-Studie sorgen sich zwei Drittel der dort befragten 18- bis 32-Jährigen vor drohender Altersarmut. Fast allen (87,6 Prozent) ist das Thema Altersvorsorge wichtig. Der Vorteil: Die jungen Kundinnen und Kunden haben noch 40 Jahre oder mehr Zeit, für Vermögensaufbau und Altersvorsorge zu sparen. Der Nachteil: Obwohl ihnen die Problematik bewusst ist, handelt die Zielgruppe nicht entsprechend. Die Gründe laut Studie: Es fehlt an konkretem Wissen über die Vorsorgemöglichkeiten. Die Generation Z denkt, sie verfügt derzeit noch über zu wenig Geld oder glaubt, das Thema habe noch viel Zeit.

Auf solche Vorbehalte stoßen logischerweise auch Vermittlerinnen und Vermittler, die die junge Zielgruppe zu Vermögensaufbau und Altersvorsorge beraten möchte. Dabei fällt bei genauerer Betrachtung des Ausgabeverhaltens oftmals auf, dass viele junge Menschen am Anfang ihrer Berufskarriere tatsächlich über weniger freies Vermögen verfügen als ältere Zielgruppen, aber eben auch andere Prioritäten setzen. Konsumverzicht – also Sparen bei Einschränkung der Ausgaben etwa für Reisen, Unterhaltungselektronik, Verträge für Handy und Musik- und TV-Streamingportalen – fällt vielen schwer.

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Beratung muss zunächst Informationsdefizit ausgleichen

Dazu kommt: Die junge Zielgruppe hält Themen wie die private Rentenversicherung, die betriebliche Altersversorgung, Aktien und Fonds oder Immobilien häufig für wenig interessant – dabei werden diese Themen immer wichtiger für die Absicherung im Alter. Mehr als jeder zweite junge Mensch fühlt sich weder durch Medien noch durch die Politik ausreichend informiert. Hier müssen also die Vermittlerinnen und Vermittler zunächst das bestehende Informationsdefizit ausgleichen.

Häufig hilft dann ein kleines Rechenbeispiel: Bei einer angenommenen jährlichen Wertentwicklung von 5 % und einem Monatsbeitrag von 100 Euro könnte dies so aussehen:

Anlagedauer Einzahlung Wertzuwachs Gesamtwert
20 Jahre 24.000 Euro 16.754 Euro 40.754 Euro
30 Jahre 36.000 Euro 45.886 Euro 81.886 Euro
40 Jahre 48.000 Euro 100.886 Euro 148.886 Euro

 

Sinkt die Wertentwicklung auf 2 Prozent, ändert sich das Ergebnis wie folgt:

Anlagedauer Einzahlung Wertzuwachs Gesamtwert
20 Jahre 24.000 Euro 5.473 Euro 29.473 Euro
30 Jahre 36.000 Euro 13.209 Euro 49.209 Euro
40 Jahre 48.000 Euro 25.268 Euro 73.268 Euro

WICHTIGER HINWEIS: Die obenstehenden Beispielrechnungen beruhen auf einer angenommenen Wertentwicklung (nach Abzug der Fondskosten). Der zukünftige Ertrag der Wertpapieranlage ist aber nicht exakt bestimmbar. Je nach der Entwicklung der Wertpapiermärkte können die Ergebnisse der Fonds höher oder niedriger ausfallen. Auch steuerliche Aspekte bleiben unberücksichtigt. Die unverbindliche Beispielrechnung (Rechenirrtum vorbehalten) ist keine Anlageberatung und ersetzt diese auch nicht.

(Quelle: BVI Sparplanrechner)

Im Beratungsgespräch können Maklerinnen und Makler somit schnell aufzeigen, dass auch mit kleineren monatlichen Beiträgen sowohl für den Vermögensaufbau als auch für die Altersvorsorge über einen langen Zeitraum gesehen viel angespart werden kann. Denn so kann der Zinseszinseffekt ideal ausgenutzt werden – insbesondere bei aktienorientierten Anlagen. Wichtig ist, dass man überhaupt damit startet.

Digitale Kompetenz für Ansprache und Beratung

Um der Generation Z eine zielführende Altersvorsorge nahezulegen, müssen Vermittlerinnen und Vermittler diese aber zunächst einmal erreichen. Junge Kundinnen und Kunden sind vielfach digital unterwegs. Die Generation Z setzt dabei auf Einfachheit, Schnelligkeit und Transparenz – und volldigitale Kommunikation. Das bedeutet, die junge Zielgruppe vertraut Online-Plattformen. Sie erwarten von Vermittlern nicht nur eine ansprechende Website, ein Listing/Rating bei Vermittlerportalen, sondern auch ein informatives Profil in sozialen Medien.

Laut einer Statista-Umfrage sind Instagram (zunehmende Tendenz) und Facebook (abnehmende Tendenz) nach wie vor die relevantesten sozialen Medien, die Produktgeber und Vertrieb nutzen sollten, wenn sie jüngere Kundinnen und Kunden tatsächlich erreichen möchten. Demnach interessieren sich mehr als zwei Drittel der jungen Zielgruppe (68,2 Prozent) für Informationen aus dem Internet, etwa über Apps oder Online-Dienste. Mehr als ein Drittel (36 Prozent) nutzt digitale Medien wie Websites, Blogs oder Podcasts, um sich zu informieren. 32 Prozent nutzen dazu auch soziale Medien. Eine professionelle digitale Präsenz sollte daher für Vermittlerinnen und Vermittler selbstverständlich sein.

Autor

Oliver Lepold ist Dipl.-Wirtschaftsingenieur und freier Journalist für Themen rund um Finanzberatung und Vermögensverwaltung. Er schreibt regelmäßig für Pfefferminzia und andere Versicherungs- und Kapitalanlage-Medien.

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2 Antworten

  1. Wer 5% unterstellt, sollte erklären, wie diese zustande kommen. Nach allen Kosten (auch für Garantien etc.) UND Inflation dürften eher 0% zu erwarten sein. Der Zinseszinseffekt daraus kann von Vorschulkindern berechnet werden. OHNE INNOVATIONEN (Jahrhundertidee?) sollten sich zumindest Makler, die EINZIGEN , die für das beste Produkt des Marktes voll und unbegrenzt haften, überlegen, ob sie wegen Falschberatung Stornos ab Beginn riskieren. Staatliche Lösungen, ohne Rücklagen, mit hohen Rückstellungsdefiziten, können nur Beamte und Politiker andenken. Dagegen sind die Verluste über Versicherungen und Banken- PEANUTS!

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