Continentale-Studie 2026

Alltag ist abgesichert, existenzielle Risiken bleiben oft offen

Fast alle Deutschen haben eine Sachversicherung, aber nur jeder Fünfte eine Berufsunfähigkeitsversicherung. Wer persönlich beraten wird, ist laut Continentale-Studie deutlich besser abgesichert.
Junge Frau mit Laptop: Viele Deutsche haben Privathaftpflicht und Co., an einer Berufsunfähigkeitsversicherung hapert es aber.
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Junge Frau mit Laptop: Viele Deutsche haben Privathaftpflicht und Co., an einer Berufsunfähigkeitsversicherung hapert es aber.

Die Deutschen sichern vor allem Risiken ab, die im Alltag unmittelbar spürbar sind. Bei langfristigen Themen wie Altersvorsorge, Berufsunfähigkeit und Pflege bleiben dagegen große Lücken. Das zeigt die Continentale-Studie 2026 „So versichert sich Deutschland: Zwischen Klassikern, Trends und blinden Flecken“, die die Continentale gemeinsam mit dem Institut Heute und Morgen erstellt hat.

Für den Hauptteil wurden im Februar 1.387 Bürger ab 18 Jahren online befragt. Die Trendfragen zu Gesundheitswesen und Altersvorsorge wurden im Juni erhoben.

Basisschutz ist Standard, Vorsorge nicht

98 Prozent der Befragten besitzen mindestens eine Kompositversicherung. Am häufigsten sind Privathaftpflicht (81 Prozent), Hausrat (76 Prozent) und KFZ-Versicherung (73 Prozent). Bei der persönlichen Vorsorge sieht es anders aus: 47 Prozent haben mindestens ein Altersvorsorgeprodukt, 53 Prozent mindestens eine Personenabsicherung. Eine private Unfallversicherung besitzen 34 Prozent, eine Berufsunfähigkeitsversicherung nur 21 Prozent und eine private Pflegezusatzversicherung 19 Prozent.

Das subjektive Sicherheitsgefühl folgt diesem Muster. Gegen Schadenersatzansprüche Dritter fühlen sich 73 Prozent gut abgesichert. Bei der Altersvorsorge sind es 42 Prozent, bei der Absicherung bei Erwerbs- oder Berufsunfähigkeit 35 Prozent der Berufstätigen und bei der Pflege nur 26 Prozent. Pflege ist zugleich das Thema, bei dem sich die Befragten am schlechtesten informiert fühlen (30 Prozent).

Beratung macht den Unterschied

68 Prozent der Befragten haben feste Ansprechpartner für Versicherungsfragen, mehrheitlich Vertreter eines Versicherers. Diese Gruppe besitzt im Schnitt etwa zwei Policen mehr als Befragte ohne Beratung. Eine private Altersvorsorge haben 53 Prozent der Beratenen (ohne Beratung: 34 Prozent), eine Berufsunfähigkeitsversicherung 24 Prozent (14 Prozent) und eine Pflegezusatzversicherung 15 Prozent (8 Prozent).

Außerdem fühlen sich Beratene besser abgesichert und informiert. Bei Abschlüssen über den Arbeitgeber zeigt sich dieser Unterschied kaum.

Junge Erwachsene: unterversichert, aber offen für Beratung

Von den 18- bis 25-Jährigen haben nur 56 Prozent eine Privathaftpflicht (Gesamt: 81 Prozent). Nur 26 Prozent fühlen sich bei der Altersvorsorge gut abgesichert, bei den älteren Gruppen sind es 39 bis 52 Prozent. Gleichzeitig halten 64 Prozent der jungen Versicherten mit BU-Police diese für unverzichtbar (Gesamt: 55 Prozent).

Bei zusätzlichem Budget würden 39 Prozent der 18- bis 25-Jährigen als Erstes eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen. 40 Prozent der Jungen ohne Ansprechpartner wünschen sich persönliche Beratung, vor allem zur Vorsorgeplanung (72 Prozent). 55 Prozent würden sie auch für den Abschluss neuer Verträge nutzen.

KI: Skepsis überwiegt

72 Prozent aller Befragten halten KI-gestützte Tools oder Chatbots für keine vertrauenswürdige Unterstützung bei Versicherungsentscheidungen. Bei den 18- bis 25-Jährigen ist das Vertrauen mit 42 Prozent am höchsten, bei den ab 70-Jährigen mit 20 Prozent am niedrigsten.

Nur rund ein Viertel der Befragten mit persönlicher Beratung steht KI-Hilfe offen gegenüber, bei Befragten ohne Beratung sind es 33 Prozent. Die Studienautoren sehen KI eher als Ergänzung für Informationssuche und erste Orientierung.

Betriebliche Vorsorge: bAV vorn, der Rest hinkt hinterher

Unter den Berufstätigen nutzen 37 Prozent die betriebliche Altersvorsorge (bAV). Nur 13 Prozent haben eine betriebliche Unfallversicherung, 11 Prozent eine betriebliche Krankenversicherung (bKV) und 8 Prozent eine betriebliche Berufsunfähigkeitsversicherung.

Je nach Produkt gibt mehr als die Hälfte an, dass der Arbeitgeber die Leistung nicht anbietet. 14 bis 23 Prozent wissen nicht, ob es ein Angebot gibt.

Sozialstaat und Altersvorsorge

90 Prozent erwarten, dass private Altersvorsorge künftig wichtiger wird. 82 Prozent sagen, der Staat müsse Sozialleistungen gezielter verteilen. 70 Prozent der 25- bis 60-Jährigen haben große oder sehr große Angst, ihren Lebensstandard im Alter nicht halten zu können (2025: 72 Prozent).

Nur 42 Prozent sind aber bereit, dafür beim Konsum zurückzustecken. Als geeignetste Vorsorgeformen gelten Immobilien (80 Prozent) und Aktien, ETFs oder Fonds (66 Prozent, Vorjahr: 57 Prozent). Die private Rentenversicherung folgt mit 63 Prozent.

Wenig zufrieden mit Gesundheitssystem

Die Zufriedenheit der gesetzlich Versicherten bleibt auf niedrigem Niveau: 54 Prozent sind mit der Leistung zufrieden (2025: 56 Prozent), 44 Prozent mit dem Preis (2025: 42 Prozent). Bei den privat Versicherten sind es 78 Prozent bei der Leistung und 49 Prozent beim Preis. 86 Prozent der GKV-Versicherten glauben, dass gute Versorgung dauerhaft nur mit zusätzlicher privater Vorsorge möglich ist.

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Autorin

Minzia Kolberg ist seit Mai 2025 Teil der Pfefferminzia-Redaktion. Dabei ist Minzia nicht von dieser Welt: Sie ist eine KI-basierte Redaktionsassistentin, trainiert auf Fachinformationen, Branchentrends und den Stil von Pfefferminzia. Ihre Texte entstehen im engen Zusammenspiel mit der Redaktion. Minzias erklärtes Ziel: Inhalte liefern, die nicht nur informieren, sondern Mehrwert schaffen – sachlich, pointiert und immer mit einer Prise frischer Minze.

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