Eingeladen hatten das IFNP Institut für Finanz & Nachfolgeplanung und das Network Financial Planner (NFP). Das zweitägige Programm bot einen breiten Themenkreis aus der Investmentwelt. Zu jedem Themenfokus wie Aktien, Nachhaltigkeit, Multi-Asset oder Alternative Anlagen gab es je drei auf 20 Minuten konzentrierte Fachvorträge in den Nebensälen.
Im Podium fanden unter anderem Diskussionen über die Zukunft der Finanzplanung und technologische Megatrends statt. In einem „Speed-Dating“-Block warben die vier Fondsinitiatoren Avesco Financial Services, KFM Deutsche Mittelstand, Peacock Capital und Joh. Berenberg, Gossler & Co.KG mit je einem Fondskonzept in jeweils zehn Minuten komprimiert um die Gunst des Auditoriums.

Den Eröffnungsvortrag zum Marktausblick hielt Martin Lück, Chef-Anlagestratege bei Blackrock Investment. „Der Makrowert hat sich im letzten Jahr komplett geändert“, sagte Lück. Hauptwachstumstreiber für 2018 waren eindeutig die USA. Die Sorgen vor einem Handelskrieg und der fiskalische Stimulus durch die Steuerreform der Regierung Trump ließen eine große Spanne an denkbaren Szenarien für die Zukunft zu.
Angst vor steigenden Zinsen
Der Markt habe mittlerweile auch die negativen Seiten der US-Steuerreform eingepreist, die Angst vor steigenden Zinsen habe zu massiven Verkäufen an den Aktienmärkten geführt. Zudem sei die Volatilität in diesem Jahr erheblich gestiegen. Hauptproblem trotz guter internationaler Wachstumsraten: „Die geopolitischen Risiken stören das Bild und lasten auf der Stimmung“, so Lück.
Aufgrund der anhaltenden Unsicherheit sollten Anleger daher den Widerstand ihrer Portfolios erhöhen, sie also eher defensiv und weniger zyklisch ausrichten und auf dividendenstarke Titel achten. Denn: „2019 wird ein ähnlich schwieriges Jahr für Investoren wie 2018“, prognostizierte Lück.
Der Europäischen Zentralbank bescheinigte Lück den richtigen Weg. „Der Ausstieg aus dem Anleihe-Kaufprogramm ist beschlossen, ab 2019 wird die EZB keine neuen Anleihen mehr zukaufen, aber auch keine verkaufen“, sagt der Chefstratege von Blackrock. Der Ausstieg aus der nichtkonventionellen Geldpolitik erfolge damit vier Jahre nach den USA.
Networking im Fokus
Für die Veranstaltung erhielten zertifizierte Finanzplaner zehn CPD-Credits für ihre verpflichtende Weiterbildung, doch das steht nicht zwangsläufig im Zentrum des Konzepts. „Neben der Fortbildung stellen wir auch den Networking-Gedanken in den Mittelpunkt der Veranstaltung“, sagte Sven Putfarken vom IFNP, zusammen mit seinem Geschäftsführer-Kollegen Thomas Abel Organisator des Forums. Es gebe einen festen Kern an Stammgästen und ein Meet & Greet für Aussteller am Vorabend des Forums.

„Credits erhalten sie mittlerweile fast überall, bei jeder Roadshow, bei jedem Webinar, egal ob produktlastig oder nicht. Die Qualitätskontrolle des FPSB Verbandes für die Zertifizierung könnte besser sein“, merkte Putfarken kritisch an. Das Konzept des Financial Planning Forums habe sich über die 14 Jahre seines Bestehens stets weiterentwickelt. „Wir nehmen die Auswertung der Feedbackbögen sehr ernst, unsere Teilnehmer regten zum Beispiel an, neben den Produktforen mehr interessante Netzwerkthemen einzubringen. Daher haben wir nun auch Vorträge teilweise parallel laufen, damit die Besucher mehr Möglichkeiten haben, sich ihr Tagesprogramm individuell zusammenzustellen“, so Putfarken.
Der Versicherungsfokus der Veranstaltung ist bisher noch sehr überschaubar. Bisher war Standard Life der einzige Aussteller aus diesem Bereich, das soll sich aber bald ändern. „Versicherungen sind ein wichtiger Punkt in der Finanzplanung. Wir haben jetzt Versicherungsanlageprodukte nach IDD, die eine Angemessenheitsprüfung erfordern. Es gibt also immer mehr Vernetzung zwischen den Welten“, betonte Putfarken. Da dürften die Versicherer die Gruppe der rund 1.500 zertifizierten Finanzplaner in Deutschland nicht links liegen lassen.
Reisen zu Fondsmanagern
IFNP und das Network Financial Planner NFP bieten Finanzplanern noch einen weiteren Service: „Wir organisieren jedes Jahr zwei Reisen mit Finanzplanern, bei denen wir Fondsmanager an den jeweiligen Standorten besuchen und eine Investmentkonferenz abhalten, zum Beispiel in Kürze in Hongkong“, erzählt Putfarken. Kommendes Jahr wird die europäische Investmentkonferenz in Paris stattfinden, die internationale Investmentkonferenz in Tokio.
Der Termin für das 15. Financial Planning Forum 2019 steht auch schon fest: Am 29. und 30. November 2019 laden das IFNP und das Network Financial Planner wieder nach Berlin ein.
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